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„Täter wollen ungestört arbeiten“ Acht Mythen über Einbrecher: Legende oder Wahrheit ?

Von Henning Meyer-Veer | 17.06.2016, 19:54 Uhr

Die Einbruchszahlen im Land sind hoch, viele Menschen sind verunsichert. Aber wer sind die Einbrecher? Worauf achten sie? Welche Bedingungen bevorzugen Sie? Was fürchten Sie? Wir haben mit Reiner Schöttler, dem Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Steinfurt, über eine Reihe von Mythen über Einbrecher gesprochen.

Auf dem Dorf wird nicht so viel eingebrochen: „Grundsätzlich“, so bestätigt Schöttler, lägen die Fallzahlen in den Ballungsräumen in der Regel höher. „Das liegt möglicherweise daran, dass dort die soziale Kontrolle nicht ganz so groß ist.“ Für den Kreis Steinfurt lasse sich für den Vergleich Stadt – Dorf aber keine signifikante Aussage treffen. „Entscheidend sind die Tatgelegenheiten“, so Schöttler. „Überregional agierende Täter bevorzugen gute Verkehrsanbindungen.“ Die gibt es teilweise aber auch schon in kleinen Dörfern.

Aber stimmen die anderen Teehsen zum Teham Einbrauch? Wir haben nachgefragt:

Einbrecher kommen am liebsten nachts: Das sei, so Reiner Schöttler, nicht richtig. Ein Großteil der Taten werde tagsüber verübt. „Die Täter wollen ungestört arbeiten.“ Es werde kontrolliert, ob jemand zu Hause ist. „Einbrecher möchten nicht auf Wohnungsinhaber treffen.“

Offen herumliegendes Geld oder Wertsachen sorgen dafür, dass Einbrecher schnell wieder verschwinden und nicht das ganze Haus durchsuchen: „Davon rate ich dringend ab“, so Schöttler. Die Wertsachen ließen die Einbrecher sicher mitgehen. „Und es bietet keine Gewähr, dass sie nicht weitersuchen.“ Eingebrochen wird überwiegend im Winter: Richtig sei zumindest, so Schöttler, dass es in der dunklen Jahreszeit höhere Fallzahlen gebe. Das habe Gründe. „Im Winter ist draußen in den Gärten weniger Bewegung“, so Schöttler. Im Winter sei es in den frühen Abendstunden schon dunkel und viele Leute seien nicht zu Hause.

In Häusern, in denen viel Geld vermutet wird, wird eher eingebrochen: „Jeder kann das Opfer eines Einbruches werden“, sagt Schöttler dazu. „Bargeld und Schmuck hat ja jeder zu Hause.“

Gute Verstecke reichen aus, um vor Verlust zu schützen: „Nicht unbedingt“, sagt Schöttler. „Einbrecher kennen auch Verstecke. Wertsachen gehören in den Tresor oder in das Schließfach.“

Wenn jemand im Haus ist, schlagen Einbrecher nicht zu: „Einbrecher“, so Schöttler, wollten keinen Kontakt zum Wohnungsinhaber haben. Deshalb würden sie ja vorab checken, ob jemand zu Hause ist. „Sollten sie doch aufeinandertreffen, so ergreifen Täter in aller Regel umgehend die Flucht“, so der Sprecher der Kreispolizeibehörde in Steinfurt.

Flüchtlinge brechen mehr ein als Deutsche: Da gibt es von Schöttler eine ganz klare Antwort. „Dafür gibt es absolut keine Erkenntnisse“, stellt er unmissverständlich klar. Dass in der hiesigen Region indes organisierte Banden aus Osteuropa unterwegs seien, sei hingegen eine bekannte Tatsache.