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Pläne für Hollesch stoßen auf Kritik Westerkappeln: Keine Ideallösung in Sicht

Von Frank Klausmeyer | 23.04.2015, 20:32 Uhr

Das Konzept für die Umgestaltung der Bahnübergänge in Velpe ist noch nicht in Zement gegossen. Im Gegenteil: Nach einer lebhaften Debatte bei der gut besuchten Anliegerversammlung am Mittwochabend in der Gaststätte „Cord’s Catering“ haben die Projektbeteiligten eine Menge Hausaufgaben bekommen, die es nun abzuarbeiten gilt. Dabei nahm Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer das Fazit vorweg: „Egal welche Lösung es gibt, alle haben Vor- und Nachteile.“

Die Frage, ob der Bahnübergang am Siekenweg/Velper Straße oder der an der Ringstraße geschlossen werden soll, stand – anders als nach der Bauausschusssitzung Ende März vielleicht zu erwarten war – nicht im Mittelpunkt. Die meiste Zeit verwendeten die über 80 Versammlungsteilnehmer für die Diskussion über mögliche Varianten zur künftigen Anbindung der Laggenbecker Straße (Kreisstraße 12) an die Tecklenburger Straße (Landstraße 584).

Unterführung der L584

Dass der schon seit den 1980er-Jahren diskutierte Umbau der Bahnübergänge näher rückt, lässt sich daran erkennen, dass ein bahneigenes Ingenieurbüro vergangenes Jahr mit der Detailplanung beauftragt wurde. Vor allem geht es bei der Umsetzung des Konzeptes „Elektronisches Stellwerk“ in Velpe um die Beseitigung des jetzt beschrankten Übergangs an der L584 in Form einer Unterführung als sogenanntes Trogbauwerk. Das Vorhaben war am Mittwoch relativ unstrittig, auch wenn Befürchtungen laut wurden, dass die Tecklenburger Straße dadurch zur Rennstrecke wird. Es sei ja Sinn der Sache, dass dort künftig schneller gefahren werden kann, erklärte Stephan Selker, Leiter des Kreisstraßenbauamtes.

Kein Widerspruch wurde gegen die Aufhebung des Bahnübergangs Sommerkamp laut. Dem hatte der Rat schon vor über zehn Jahren zugestimmt, wenn es an anderer Stelle nachhaltige Verbesserungen gibt.

Was Selker jedoch dazu vorstellte, löste wenig Begeisterung aus: Das marode „Mauseloch“, wie er die Bahnbrücke am Ende der Laggenbecker Straße bezeichnete, könne für den Kraftfahrzeugverkehr geschlossen werden. Stattdessen solle der Hollesch in einen „kreisstraßenähnlichen Zustand“ versetzt werden, sodass der Verkehr zur L584 künftig über die heutige Tempo-30-Zone geführt werde, erläuterte Selker. Der vom Velper Bahnhof kommende Verkehr würde über eine Brücke und eine Schleife an die L584 angebunden. „Planungstechnisch ist das alles kein Problem“, versicherte der Fachmann.

Laute Kritik, dass auf dem Hollesch dann deutlich mehr Verkehr fahre, ließ Selker an sich abprallen. Zum einen sei das gar nicht zu erwarten, zum anderen handele es sich bei Straßen- und Eisenbahnprojekten um raumwirksame Planung. „Da stoßen Sie immer auf Widerstand.“

Nach einem hitzigen Meinungsaustausch lenkte Selker dann aber doch ein und versprach, verschiedene Alternativen zu prüfen. Dazu soll neben dem Ausbau des Holleschs auch eine Untersuchung gehören, ob die Eisenbahnbrücke an der Laggenbecker Straße neu gebaut und damit auch verbreitert wird. Überdies will das Kreisstraßenbauamt klären, ob und wie die Laggenbecker Straße parallel zu den Gleisen bis zur L584 weitergeführt werden kann.

Eine vierte Variante brachte Ratsherr Jürgen Schulte (Bürgergemeinschaft) ins Spiel, nämlich westlich der Tecklenburger Straße alles so zu lassen, wie es ist. Argumentationshilfe leistete hier indirekt Dr. Jonas Buchholz von der Deutsche Bahn Netz AG in Osnabrück. Die Eisenbahnbrücke an der Laggenbecker Straße sei nicht so baufällig, wie sie aussehe. Durch Stahlträger sei das Bauwerk gesichert, wodurch es noch 20 bis 30 Jahre halten könne. Im Zuge des Baus einer Unterführung für die L584 mache es aber Sinn, sich auch mit den anderen Übergängen zu befassen. „Ich bin offen für alles“, meinte Buchholz zum „Mauseloch“ wie auch zur Anregung, warum nicht jetzt die Reaktivierung des Haltepunktes Velpe in Angriff genommen werde. Letztgenannter Punkt sei aber eine politische Entscheidung.