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Nachnutzung des Edeka-Marktes Westerkappelns Verwaltung will keine Posten-Börse

Von Frank Klausmeyer, Frank Klausmeyer | 19.06.2016, 18:11 Uhr

In kaum einer Nachbargemeinde fehlt die „Posten- Börse“ eines Ankumer Geschäftsmannes. Westerkappeln ist (noch) ein weißer Fleck auf der Standortkarte der Kette. Nun will diese aber auch hier einen Sonderpostenmarkt eröffnen. Die Gemeindeverwaltung ist jedoch dagegen.

Die „Posten-Börse“ will in den ehemaligen Edeka-Markt an der Alten Poststraße ziehen. Seit dem Umzug des Lebensmittelmarktes an die Heerstraße steht das Gebäude mit 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche leer. Langsam sprießen rundherum Disteln und anderes Unkraut in die Höhe.

Nach zahlt Edeka Miete

Edeka zahlt noch Miete. Der Vertrag läuft aber in Kürze aus. Der Eigentümer habe Gespräche mit Vertretern der „Posten-Börse“ geführt, berichtet die Verwaltung. Beide Parteien sind sich danach offenbar handelseinig geworden. Die Läden finden sich in der Regel außerhalb der Ortszentren.

Die Verantwortlichen im Rathaus stehen dem Vorhaben jedoch „grundsätzlich negativ gegenüber“, wie es in einer Vorlage zur Sitzung des Bauausschusses heißt, der am kommenden Donnerstag (23. Juni) in öffentlicher Beratung darüber verhandeln wird. Die wirtschaftlichen Folgenwirkungen einer solchen Nutzung seien für den Ortskern nicht abzuschätzen, argumentiert die Verwaltung.

Schwächen im Zentrenkonzept

Es gibt zwar das Einzelhandels- und Zentrenkonzept , mit dem der Ortskern abgegrenzt wird und in dem auch festgelegt ist, was inner- und außerhalb dieser Grenze verkauft werden darf. Dieses Konzept kranke aber an methodischen Schwächen, meint man im Rathaus. So könne beispielsweise keine Aussage dazu getroffen werden, ob die Sortimente einer „Posten-Börse“ den Raiffeisen-Markt unter Druck setzen werden, weil der Postenmarkt auch mit Blumen und Gartengeräten handele. Der Eigentümer weigere sich, ein Gutachten zu erstellen, um die Folgewirkungen seines Vorhabens für den Ortskern darzustellen, schreibt die Verwaltung.

Suche nach Alternativen

Unterdessen bringt diese einen Plan B ins Gespräch. Das Gesundheitszentrum Schwabe/Westphal (GWS) an der Heerstraße suche nach Expansionsmöglichkeiten. Die Inhaber wollten aber nur eine 750 Quadratmeter große Teilfläche in Beschlag nehmen. Eine solche Nutzung findet bei der Verwaltung dennoch Gefallen, wenngleich es sich nicht um einen Frequenzbringer für den Ortskern handele.

Parkplätze gefährdet

„Posten-Börse“ und Gesundheitszentrum hätten sich allerdings erledigt, wenn der Rat eine Veränderungssperre beschließen sollte, um den sich in Arbeit befindlichen Bebauungsplan Ortskern nicht zu untergraben. In dem Fall, so lässt die Verwaltung die Mitglieder des Bauausschusses wissen, würde der Eigentümer des früheren Edeka-Marktes sein Grundstück einfach einzäunen, um seiner Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Damit wären vorerst auch wohl die zahlreichen Parkplätze passé.