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Lebensretter werden Pflicht Feuerwehr Westerkappeln zum Thema „Rauchmelder“

Von Erhard Kurlemann | 30.12.2016, 17:19 Uhr

„Das Thema Rauchmelder interessiert. Wir werden häufig darauf angesprochen.“ Werner Ramatschi ist stellvertretender Leiter der Feuerwehr in Mit der Änderung der Baugesetzordnung geht für ihn und viele Mitglieder der Feuerwehren ein Wunsch in Erfüllung. „Rauchmelder sind Lebensretter“, fasst er zusammen.

„Das Thema ist schon viele Jahre alt. In anderen Staaten ist es längst umgesetzt.“ Ramatschi nennt Großbritannien als eines der Vorreiter-Länder. „Bezogen auf Deutschland gehört Nordrhein-Westfalen bei der Umsetzung zu den Schlusslichtern.“

Bis zum 1. Januar 2017 müssen offiziell Rauchmelder in allen Wohnungen montiert sein. „Im Paragrafen 47 der Baugesetzordnung heißt es, Schlafzimmer, Kinderzimmer und notwendige Flure müssen mit Rauchmeldern ausgestattet sein“, verweist Ramatschi auf die Vorschrift. Gemeint sind etwa Flure, die als Rettungswege notwendig sind. Sinnvoll sei auch, Spielzimmer mit den unauffälligen Helfern auszurüsten.

Es gehe darum, insbesondere nachts verlässliche Wächter zu haben. „Die weit verbreitete Meinung, wenn es brennt, höre oder rieche ich das wohl, ist ein großer Irrtum.“ Im Schlaf seien auch die Sinne schläfrig. „Rauchmelder bringen was. Das ist sicher.“

Ramatschi erinnert an Zahlen des Deutschen Feuerwehrverbandes. Demnach sterben jährlich rund 400 Menschen bei Bränden an Rauchgasen, weitere 4000 erlitten zum Teil bleibende gesundheitliche Schäden. Es müsste schon im Eigeninteresse liegen, sich vor diesen Ereignissen zumindest schützen zu können.

Der Einbau sei unproblematisch. In der Regel gebe es kleine Platten, die an die Decke geklebt werden. „Der Rauchmelder wird dann daran per Magnet befestigt.“ Beim Kauf ist nach Empfehlung Ramatschis darauf zu achten, dass das Gerät ein CE-Zeichen nebst Prüfnummer hat; dazu den Vermerk DIN EN 14604.

„Beim Preis muss man rechnen. Es gibt Geräte. die haben eine Batterie, die fünf Jahre hält, bei anderen muss die Batterie in deutlich kürzeren Abständen gewechselt werden. Wieder andere sind etwas teurer und haben eine Batterie, die zehn Jahre hält – aber nicht gewechselt werden kann, weil die Geräte dann sinnvollerweise erneuert werden sollten.“

Bei der Wartung empfehlen viele Hersteller laut Ramatschi, etwa wöchentlich die Funktionsfähigkeit zu prüfen. „Es ist schon notwendig, regelmäßig zu schauen, ob die Öffnungen frei sind. Das reicht meistens ein- oder zweimal im Jahr.“

Rauchmelder sollten in der Raummitte montiert werden. Dabei müsse zu Lampen oder deckenhohen Möbeln ausreichend Abstand gehalten werden. „Das steht aber in jeder Gebrauchsanweisung.“

Für die Anschaffung etwa in Mietwohnungen seien die Eigentümer zuständig, die Wartung obliege indes dem Mieter.