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Investor widerlegt Sorgen der Politik Westerkappeln:Wohnanlage kommt – Bäume bleiben

23.09.2011, 14:21 Uhr

Relativ einig waren sich die Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend. Beim ersten politischen Zusammentreffen nach der Sommerpause ging es vor allem um die Pläne zur Wohnanlage für Senioren, die auf dem Grundstück Große Straße 12 errichtet werden soll. Das gemeindliche Einvernehmen wurde dem Bauantrag des Investors Gels, Müller + Partner GmbH & Co. KG (GMP) erteilt.

Nur der FDP-Vertreter Wilfried Kasling stimmte gegen die Pläne. Er sei nicht der Meinung, dass sich der mächtige Baukörper in das Ortsbild einfüge, ließ er wissen. Zwar teilten auch die anderen Fraktionen in Ansätzen Kaslings Bedenken, die Bedeutung des Projekts als solches sowie die Auswahl der Lage hatten die restlichen Ausschussmitglieder aber überzeugt. SPD-Fraktionschef Frank Sundermann wies eindringlich darauf hin, dass „dieses Projekt Teil einer für die Gemeinde notwendigen Entwicklung ist“ und die Verdichtung zudem wichtiger sei als die Ausweisung neuer Baugebiete.

Dieser Meinung schlossen sich auch Susanne Hehemann (CDU), Dieter Schulte (BG) und Grünen-Vertreter Martin Ufermann an. Ufermann drückte allerdings beim Blick auf die dem Ausschuss vorliegende Skizze seine Befürchtung aus, der Investor könne eventuell von den ursprünglichen Plänen abgewichen sein, möglichst viele Bäume auf dem Grundstück zu erhalten. Bauamtsleiter Dieter Salewski konnte das nicht eindeutig widerlegen.

Klar äußerte sich dafür gestern der zuständige Architekt Jochen Heil auf Anfrage: „An den Plänen hat sich überhaupt nichts geändert.“ So sei die etwas abgeknickte Form des Gebäudes vor allem auf die Erhaltung des Baumbestandes zurückzuführen. „Ich komme selber aus einer Forstfamilie. Für uns war das ein ganz wichtiger Punkt, möglichst viele Bäume zu erhalten“, so Heil.

Lediglich zwei große Bäume sollen dem Gebäude, dass über 21 Wohneinheiten verfügen wird, zum Opfer fallen. „Die anderen Bäume werden während der Bauzeit extra ummantelt, also geschützt, damit sie keine Schäden davontragen“, sagte Heil.

Terminiert ist der Baubeginn derweil noch nicht. Man würde zwar gerne noch in diesem Jahr beginnen, es sei jedoch gut möglich, dass der Start der Arbeiten in das kommende Frühjahr falle, verriet Manfred Müller, Geschäftsführer bei GMP, unserer Zeitung. Dann muss das alte Pfarrhaus, das derzeit auf dem Grundstück steht, dem neuen Bau endgültig weichen.