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Investor aus Mettingen Erweiterungspläne fürs Einkaufszentrum in Westerkappeln

Von Frank Klausmeyer, Frank Klausmeyer | 05.02.2017, 13:07 Uhr

Worüber schon seit Monaten im Dorf spekuliert wird, ist jetzt amtlich. Das Einkaufszentrum an der Heerstraße soll erweitert werden.

Ein Investor aus Mettingen hat für die westlich angrenzende Wiese eine Bauvoranfrage beim für eine Genehmigung zuständigen Kreis Steinfurt eingereicht. Geplant ist danach ein größeres Gebäude für mehrere Geschäfte und Arztpraxen. Die Gemeindeverwaltung empfiehlt, für das Projekt das gemeindliche Einvernehmen zu erklären.

Mit den Plänen ist das Mettinger Architekturbüro „Planquadrat“ beauftragt worden. Die Bauvoranfrage wurde bereits Anfang Dezember beim Kreis eingereicht, wie den Unterlagen für den Bauausschuss zu entnehmen ist, der sich in der kommenden Woche mit dem Thema beschäftigen wird. Der Antragsteller möchte ein eingeschossiges Geschäftsgebäude mit Staffelgeschoss oder zweigeschossig bauen. Für die Praxisflächen im Obergeschoss interessieren sich nach Angaben des Architekten drei Ärzte verschiedener Fachrichtungen – teilweise bereits in Westerkappeln ansässig.

„Wir müssen hin zum Kunden“

Im Erdgeschoss sollen Verkaufsflächen für einen Textilladen, ein Schreibwarengeschäft, eine Apotheke sowie einen Blumenhändler geschaffen werden. Diese Kombination sei nicht zufällig gewählt: Der Investor sei wiederholt von in Westerkappeln ansässigen Händlern angesprochen worden, die ihren Standort verändern müssten, erläutert der Architekt zur Bauvoranfrage. Wörtlich heißt es zu deren angeblichen Aussagen weiter: „Wir müssen hin zum Kunden – die kommen nicht mehr zu uns.“

Städtebaulich abgerundet

Der Gemeinde käme vermutlich in Begründungsschwierigkeiten, wollte sie das Projekt verhindern. Denn dieses Gebiet zwischen dem bestehenden Einkaufszentrum und dem Merschweg zählt zum zentralen Versorgungsbereich der Gemeinde. Nach Meinung des Architekten würde die Erweiterung das Einkaufszentrum an dieser Stelle städtebaulich abgerundet.

Einen Bebauungsplan gibt es zwar nicht, ist wahrscheinlich aber auch gar nicht erforderlich, wie die Verwaltung erläutert. Der Antrag ist auf Grundlage des Paragrafen 34 Baugesetzbuch gestellt worden, wonach Vorhaben zulässig sind, wenn sie sich in der Bauweise in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen. Das dürfte der Fall sein. Überdies muss die Erschließung gesichert sein. Diese soll über die Heerstraße erfolgen.

Gemeindliches Einvernehmen

Auch wenn die Verwaltung das gemeindliche Einvernehmen empfiehlt, legt sie den Politikern, die darüber zu beschließen haben, eine Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts nahe. Das Gutachten ist mittlerweile fast zehn Jahre alt. In dem aktualisierten Konzept sollen die Wechselwirkungen zwischen Einkaufszentrum an der Heerstraße und den Geschäften im Ortskern dargestellt werden, aber auch, welchen Bedarf es noch im Einzelhandel gibt oder ob bereits eine Überversorgung besteht.