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Gut Cappeln hatte zwei Kapellen Hauskapelle war Ursprung für St. Margaretha

Von Astrid Springer, Astrid Springer | 29.12.2016, 16:12 Uhr

In der vergangenen Woche wurde die ehemalige Josephskapelle auf Gut Cappeln vorgestellt. Noch viel länger, nämlich bereits mehrere hundert Jahre zuvor, gehörte zum Gut auch eine Hauskapelle. Diese war in der rechten, nach Osten ausgerichteten Hälfte des Torhauses untergebracht.

Dabei war die Gutskapelle lange Zeit der einzige katholische Sakralraum in Westerkappeln, denn die Gemeinde war im Zuge der Reformation unter Graf Konrad zu Tecklenburg evangelisch geworden.

Die Hausherren auf Gut Cappeln jedoch waren katholisch und hielten ihre Andachten auf dem Gut ab. Die kleine Gutskapelle sollte später noch für die gesamte katholische Gemeinschaft in Westerkappeln wichtigwerden.

Der aufmerksame Leser dürfte es bemerkt haben: im letzten Artikel zur Josephskapelle wurden dieser einige Attribute zugeordnet wurden, die eigentlich der Hauskapelle des Gutes gebühren.

Richtig ist, dass unter Familie von Kalckstein nicht nur die Josephskapelle erbaut wurde, sondern auch die Gutskapelle eine Blütezeit erlebte. Tatsächlich wurde 1925 die Hauskapelle des Gutes mit Unterstützung der Gebrüder Brenninkmeyer vom Hof Langenbrück ausgebaut und erweitert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bedeutung der katholischen Kapelle immens. Nach Kriegsende feierten hier die Katholiken Westerkappelns Weihnachten 1945 eine große Friedensweihnacht.

Für die vielen katholischen Flüchtlinge erwies sie sich jedoch als viel zu klein. Teils wurden Sonntagsmessen eine Zeit lang in der Niederseester Schule abgehalten. Eine Orgelempore in der Hauskapelle sollte Abhilfe schaffen. Schließlich ermöglichte eine Schenkung den Bau einer neuen Kirche. In diese zog im Dezember 1950 die Statue St. Margarethas aus der Gutskapelle an die Friedenstraße um. Und sie gab der neuen Kirche auch ihren Namen: St. Margaretha. Am 17.12.1950 war in der alten Gutskapelle die letzte heilige Messe gelesen worden. Die neue Kirche erwies der katholischen Gemeinschaft dreißig Jahre lang gute Dienste, bis 1980 ein weiterer Neubau an der Friedensstraße die kleine, sogenannte Notkirche ersetzte. Seit inzwischen fünfzig Jahren ist St. Margaretha nun unabhängige Pfarrei.