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Gemeinde erreicht Verbesserungen Bahnübergänge: Konzept für Velpe wird konkreter

Von Frank Klausmeyer | 02.10.2015, 19:00 Uhr

Die geplante Modernisierung der Bahnübergänge in Velpe nimmt konkretere Formen an. Nach einer Bürgerversammlung im April dieses Jahres seien in den Gesprächen mit der Deutschen Bahn und dem Landesbetrieb Straßen NRW einige Verbesserungen erreicht worden, teilte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer in dieser Woche dem Rat mit.

Die Bahnstrecke von Osnabrück bis zur niederländischen Grenze soll – wie berichtet – auf das Elektronische Stellwerk (ESTW) umgestellt werden. Die Bahn will, so das Ziel, mit weniger Personal und moderner Technik den Schienenverkehr sicherer und verlässlicher organisieren. Was das im Einzelnen für Velpe bedeutet, erläutert Stephan Selker. Leiter des Straßenbauamtes beim Kreis Steinfurt.

Schließung von Bahnübergängen

Danach soll es bei der Schließung des Bahnübergangs am Sommerkamp bleiben. Anders als zunächst vom Kreis vorgeschlagen, wird auch der Bahnübergang am Siekenweg ersatzlos gestrichen. Bei der Anliegerversammlung im Frühjahr war deutlich geworden, dass es in der Velper Bevölkerung wenig Interesse an einer Beibehaltung dieses Übergangs gibt, zumal auch nach einer Modernisierung damit zu rechnen ist, dass die Schranken wegen eines Wartegleises in diesem Bereich nicht selten bis zu 40 Minuten geschlossen bleiben.

Fußgängertunnel bleibt – vorerst

Der Bau einer Fußgängerbrücke am Siekenweg sei aus bautechnischen Gründen wohl nicht möglich, ergänzt Bürgermeisterin Große-Heitmeyer. In dem Bereich gibt es zwar einen kleinen Tunnel, ob der weiter Bestand haben kann, lässt Selker aber offen. „Alle kleinen Bahnunterführungen, die ich kenne, sind Mause- oder Drecklöcher.“

Der Bahnübergang an der Ringstraße bleibt bestehen. Möglicherweise könne der Straßenbelag optimiert werden, sagt Selker. Skeptisch ist er allerdings, ob dort künftig auch wieder Schulbusse die Gleise kreuzen können. Derzeit setzen sie nämlich auf. Die Schiene könne nicht verlegt werden, gibt Selker zu bedenken.

Tecklenburger Straße kommt unter die Schiene

Das „Herzstück“, so Selker, der Planungen für Velpe ist der Umbau des Bahnübergangs an der Tecklenburger Straße (L 584). Die Gleise sollen dort untertunnelt werden, was vor allem wegen der Höhenunterschiede und des schwierigen Untergrunds zehn Millionen Euro oder mehr verschlingen wird. Um das Eindringen von Grundwasser zu verhindern, soll ein sogenanntes Trogbauwerk gebaut werden.

Die Frage der Zufahrten

Alle Zufahrten auf die Tecklenburger Straße müssen gleichzeitig angepasst werden. Für die Anbindung der Laggenbecker Straße (Kreisstraße 12) gibt es derzeit zwei Überlegungen: Die Fahrbahn könnte parallel zu den Gleisen über die Tecklenburger Straße gebaut werden und über eine kleine Schleife an die L 584 angeschlossen werden. Noch nicht vom Tisch, weil sicher weniger kostenträchtig, ist die Anbindung über den Hollesch. Dies ist bei den Anliegern höchst umstritten, handelt es sich doch um einen jetzt verkehrsberuhigten Siedlungsbereich.

Verkehrsberuhigung

Aus der Gegenrichtung soll die Straße Am Velper Bahnhof an den Schienen vorbei Richtung Westen und über einen Bogen auf die Tecklenburger Straße geführt werden. Für die Schleife mitsamt Radweg solle die jetzige Trasse der L 584 genutzt werden, erläutert Selker. Für die Anlieger bedeute dies einen Rückgang der Verkehrsbelastung „von 100 auf 2 Prozent“, stellte der Leiter des Kreisstraßenbauamtes in Aussicht.

Unterführung für Fuß und Rad

Bleibt noch die kleine Unterführung an der Laggenbecker Straße. Diese soll künftig für den Autoverkehr gesperrt werden und nur noch Fußgängern und Radfahrern offen stehen. Er habe an die DB Netz AG ein „Mahnschreiben“ geschickt und aufgefordert, dass Stahlgerüst dieses Bauwerks auszubauen, berichtet Selker.

Die DB Netz AG habe jetzt den Planungsauftrag für die Velper Bahnübergänge an die DB Projektbau in Hannover erteilt. Selker rechnet damit, dass schon 2016 „belastbare“ Planungsunterlagen vorliegen. Wann die Pläne umgesetzt werden, lässt er allerdings offen. Aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen mit dem Projekt sei allerdings fraglich, ob es dazu noch in diesem Jahrzehnt komme.

Kneipe im Stellwärterhäuschen?

Der Gemeinde legt Selker indes ans Herz, dass Stellwärterhäuschen an der Tecklenburger Straße zu erhalten. „Vielleicht kann man da eine Kneipe eröffnen. So etwas kostet allerdings Geld, Arbeit und Engagement.“

Am Donnerstag, 22. Oktober, ist eine weitere, öffentliche Bürgerversammlung zum Konzept für die Bahnübergänge in Velpe geplant. Beginn ist um 19 Uhr bei „Cord´s Catering“.