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Gefängnis für Westerkappelner Rentner wegen Drogenhandels verurteilt

Von Detlef Heese | 05.09.2013, 18:39 Uhr

Keine rosigen Aussichten für einen 68-jährigen Mann aus Westerkappeln: Er wird seinen Lebensabend mit großer Wahrscheinlichkeit hinter Gittern verbringen. Vor dem Landgericht Münster muss sich der Mann derzeit wegen Drogenhandels verantworten (wir berichteten). Am Donnerstag verurteilte ihn die achte Große Strafkammer zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten.

Weil der Verurteilte aber in seiner Bewährungsfrist für eine frühere Straftat erneut mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist, muss er damit rechnen, dass die damalige Bewährung widerrufen wird. Das heißt, zusammen mit der damals ausgesetzten Reststrafe stehen ihm jetzt sechseinhalb Jahre Gefängnis bevor.

Im Jahr 2005 wurde der Rentner wegen Einfuhr von und Handel mit Heroin und Kokain im großen Stil verurteilt.

In der jetzigen Verhandlung stellte sich für den Vorsitzenden Richter in seiner Urteilsbegründung die Frage, „warum konnte der Angeklagte schon kurz nach seiner Haftentlassung im Jahr 2011 in das Beziehungsgeflecht der Betäubungsmittelkonsumenten gelangen?“

Über alles habe der Angeklagte verfügt: Vermögen und Einkommen. Habgier und Sucht lägen deshalb nicht vor, sagte der Richter.

Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht zugunsten des Angeklagten, dass unter anderem alle Drogen noch rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen wurden. Hinzu kamen das fortgeschrittene Alter des Rentners, die geringe Anzahl seiner Taten sowie der Widerruf der Reststrafe.

Erschwerend zu Buche schlugen dagegen die Mengen der veräußerten harten Drogen sowie die an den Tag gelegte kriminelle Energie des Angeklagten.

Der Staatsanwalt hatte als Strafmaß viereinhalb Jahre beantragt, der Verteidiger auf vier Jahre plädiert. Er gab zu bedenken, dass sein Mandant sein ganzes Leben hart gearbeitet habe und erst nach dem Tod seiner Ehefrau aus Einsamkeit an Menschen aus der Drogenszene geraten sei.

Er habe sich breitschlagen lassen, mit Betäubungsmittellieferanten und -konsumenten in Kontakt zu treten. Er sei daher nicht nur Täter, sondern auch „ein wenig Opfer“.

Neben der Gefängnisstraße muss der Rentner nun 900 Euro von seinem Erlös aus den Drogenverkäufen zurückzahlen.

Die Beschlagnahme des bei einer Hausdurchsuchung im März dieses Jahres vorgefundenen fünfstelligen Bargeldbetrages sowie der hochwertige BMW des Angeklagten haben aber keinen Bestand.

Dass diese gesicherten Werte aus legalen Quellen stammen, konnte nicht widerlegt werden.

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