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Gefährliche Unsichtbarkeit Polizei gibt Tipps für Fußgänger in der Dunkelheit

Von Michael Baar, Michael Baar | 27.12.2016, 17:22 Uhr

Außerhalb der Ortszentren mir Beleuchtung, separaten Gehwegen, Fußgängerampeln und Zebrastreifen, ist es für Fußgänger, die sich falsch kleiden und verhalten, lebensgefährlich. Denn für Autofahrer sind sie unsichtbar.

Neulich ein Post in der Facebook-Gruppe Westerkappeln: „An den sportlichen jungen Mann, der jetzt schon den dritten Abend in Folge gegen 17.15 Uhr die Mettener Straße Richtung Westerkappeln entlang joggt. Vielleicht sind Sie in dieser Gruppe und lesen das und nehmen sich die folgenden Worte zu Herzen: MAN SIEHT SIE NICHT!!!!“

Etliche User haben den Beitrag kommentiert. Denn der einsame Jogger befindet sich offensichtlich in wenig guter Gesellschaft.

Kein Gehweg, keine Straßenlampe

Innerhalb der Stadt- und Gemeindezentren ist die Sache in der Dunkelheit ganz einfach – meistens jedenfalls. Fußgänger benutzen die Gehwege, queren auf Zebrastreifen oder an Ampeln Straßen und haben ein Sicherheitsgefühl. Anders sieht´s außerhalb geschlossener Ortschaft aus: kein Gehweg und keine Straßenbeleuchtung. Der Fußgänger sieht ein Auto kommen – andersherum ist das oft nicht der Fall.

Warnweste oder reflektierende Bänder

Es gibt viele Möglichkeiten, sich als Fußgänger in der Dunkelheit falsch zu kleiden. Oder, andersherum, ist es eigentlich noch einfacher, die persönliche Sicherheit zu erhöhen. Ilona Berner nennt drei Gegenstände: „Weste, Dreieck-Tuch oder Fuß- und Armbänder, die reflektieren.“

Taschenlampe nach unten ricjten

Eine Taschenlampe ist ebenfalls okay, doch sollte ein Fußgänger den Lichtkegel schräg nach unten auf die Straße richten. „Für Autofahrer ist das gut zu erkennen“, weiß die als Verkehrssicherheitsberaterin tätige Polizei-Oberkommissarin.

LED-Blinkis nicht nur für Hunde

Doch der Alltag ist nicht so ideal. Da schmücken Hundehalter ihren Vierbeiner mit Halsbändern oder Leinen, an denen LED-Lichter blinken – bleiben selbst aber im Verborgenen, weil sie dunkle Kleidung tragen.

Blick in die Unfallstatistik

Wem diese Hinweise übertrieben erscheinen, sollte einen Blick in die Unfallstatistik werfen: Im Jahr 2015 sind im Kreis Steinfurt 18 Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen. Sechs davon waren als Fußgänger unterwegs „und sind nicht gesehen worden“. Der Unfallzeitpunkt lag jeweils in den Abend- beziehungsweise Nachtstunden.

Auch in diesem Jahr ist im Kreis Steinfurt ein Fußgänger, der nicht zu erkennen war, bei einem Unfall in der Dunkelheit zu Tode gekommen.

Schulkinder immer mit Blinkis und Westen

Schulkinder, so empfiehlt die Polizistin, sollten auf dem Schulweg immer eine Leuchtweste tragen – „die gibt es ja oft zum Schuljahresbeginn“ – oder auf reflektierende Anhänger und Aufnäher auf der Kleidung achten. „Auch tagsüber sollten Westen und Blinkis getragen werden, weil man dann einfach besser erkannt wird“, rät Ilona Berner.

Irritation am Zebrastreifen

Doch selbst die passende Bekleidung und die Anwesenheit eines Polizisten schützt nicht immer. Die Verkehrssicherheitsberater üben mit Schulkindern das Verhalten im Straßenverkehr. Dazu gehört auch das Benutzen von Zebrastreifen. „Wir sagen den Kindern immer, sie sollen erst gehen, wenn ein sich näherndes Auto angehalten hat.“

Doch viele Autofahrer würden das nicht wissen, so die Polizistin. „Die fahren dann doch über den Zebrastreifen, weil sie denken, die Kinder hätten es sich anders überlegt“, schildert die Oberkommissarin ihre Erfahrungen.