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Eine fröhliche Familienrunde 36. Stutensoppen-Essen in Westerkappeln

Von Dietlind Ellerich | 30.12.2013, 16:23 Uhr

Sie hat´s genossen. Antje Marcus, gebürtige Westerkappelnerin, war bei ihrem zweiten Stutensoppen-Essen rundum zufrieden. In fröhlicher Familienrunde war sie unter den 125 Gästen, die sich am Samstagabend bei der 36. Auflage des deftigen Schmauses im Langenbrücker Hof trafen.

Eigentlich stand das Westerkappelner Traditionsgericht bei Antje Marcus unter keinem guten Stern, war sie im Jahr 1978 doch als 13-Jährige schon bei der Stutensoppen-Premiere dabei gewesen und hatte es – vornehm ausgedrückt – für überhaupt nicht gut befunden. Damals hatte sie sich geschworen: „Nie wieder!“ Nun, 35 Jahre später, kam und war alles ganz anders. Das Essen schmeckte, die Gesellschaft stimmte, der Abend gefiel super, und die 48-Jährige war beim kleinen Familientreffen im großen Kreise bestens zufrieden.

Nicht nur Kinder wie damals Antje Marcus sind zuweilen zögerlich, wenn‘s um die herzhafte Mahlzeit aus Zwiebeln, Stuten und Brühe mit Mettwurst, Bratwurst, Kassler und Schweinebraten – für ganz Hartgesottene gerne mit einer Prise Zimt garniert – geht. Der elfjährige Rouven und seine Mutter Renate, Sohn und Ehefrau des Lotter Bürgermeisters Rainer Lammers, ließen sich am Samstag alternativ gar ein Schnitzel mit Pommes Frites servieren.

Und auch Opa Anton Pingelmeyer, alias Marco Strodt-Diekmann, zog zunächst eine Schnute, als er eine kleine Kostprobe aus der dampfenden Schüssel schöpfte, um dann jedoch umgehend die Mundwinkel Richtung Ohren zu ziehen und dem Gericht sowie dem Kultur- und Heimatverein Westerkappeln als Gastgeber und nicht zuletzt dem Koch Jens Ide ein Lob auszusprechen.

Nur kurz, denn Opa Anton war noch nicht dran, stand erst als Nachtisch auf dem Speiseplan des Abends. Dann aber war der – nach eigenem Bekunden – dickste Bauer des Emslandes kaum mehr zu bremsen und brannte ein Feuerwerk an plattdeutschen Dönekes und Liedern ab, dass die Gäste im Langenbrücker Hof Tränen lachten.

Für gute Stimmung sorgten mit ihren musikalischen Intermezzi auch Ludger Schmiemann am Schlagzeug, Gerd Stüvel am Saxophon und an der Klarinette sowie Winfried Eggert am Akkordeon, die mit Ohrwürmern von anno dazumal und manchmal ein wenig zu laut die Frauen und Männer zum Schunkeln und Mitsingen animierten.

Die Gäste durften am Samstag nämlich auch mit ran. Damit wirklich niemand schweigend am Tisch sitzen musste, hatten die Veranstalter des Kultur- und Heimatvereins der gut gelaunten Gesellschaft die Texte des Stutensoppenliedes und der anderen, überwiegend plattdeutschen Lieder ins Programmheft geschrieben.

Es wurde ein unterhaltsamer Abend, darin waren sich Gäste und Gastgeber gleichermaßen einig. Dieter Wulfes und Heinz Schröer vom Kultur- und Heimatverein freuten sich über die gute Resonanz auf das 36. Stutensoppen-Essen, über die gute Stimmung der Gäste und natürlich über das deftige Essen inklusive der beiden Nachtische, dem kleinen in Form eines Schnäpschens aus dem Hause Ide sowie dem großen mit Opa Anton.

Zum Vollzug, den Stutensoppen zum „Westerlotter Nationalgericht“ zu machen, wie Dieter Wulfes es bereits im Vorjahr angeregt hatte, kam es übrigens – noch – nicht. Der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins knüpfte seinen scherzhaft gemeinten Vorschlag in diesem Jahr an die erfolgreiche Gründung einer Gesamtschule in Westerkappeln und Lotte. Die Verwaltungschefs Ullrich Hockenbrink und Rainer Lammers enthielten sich – zunächst – jedes Kommentars.