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„Ein stiefmütterliches Dasein“ Besucherzahlen im Traktorenmuseum Düte rückläufig

Von Frank Klausmeyer | 15.12.2015, 19:09 Uhr

Gegenüber dem Vorjahr gab es sogar eine Steigerung um 35 Prozent. Klingt gut, Statistiken sind aber immer relativ und in diesem Fall ändern die Zahlen nichts daran, dass dasTraktorenmuseum in Düte ein „stiefmütterliches Dasein“ fristet, wie es Wolfgang Jonas, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, unlängst im Kulturausschuss beklagt hat.

Exakt wurden in diesem Jahr – die Museumssaison ist seit Ende Oktober beendet – 1644 Besucher gezählt. Das ist nur ein gutes Drittel dessen, was 1998 – dem bisherigen Rekordjahr – registriert wurde. Seitdem gingen die Besucherzahlen bis auf einige Ausreißer stetig bergab. 2014 wurde mit nur 1209 Gästen ein Tiefpunkt erreicht.

„Die Resonanz steht und fällt mit den Aktions- und Dreschtagen“ , sagt Thomas Rieger, Leiter der Haupt- und der Finanzabteilung im Rathaus sowie Vorstandsmitglied des Fördervereins Traktorenmuseums und gleichzeitig dessen Geschäftsführer. Denn der aktuelle Boom ist vor allem den beiden Sonderveranstaltungen im Frühjahr und Herbst zu verdanken, zu denen mit 939 Gästen doppelt so viele kamen wie 2014.

Rechnerisch sind dieses Jahr pro Öffnungstag gerade einmal 20 Besucher gekommen. Zieht man die Aktions- und Dreschtage ab, sind es im Durchschnitt nicht einmal zehn Personen gewesen. Da stellt sich schon die Überlegung, ob der ganze Aufwand lohnt. Doch Rieger hat andere Fragestellungen: „Wie können wir das Museum attraktiver machen? Wie können wir die Erträge und Aufwendungen optimieren? Und wie können wir ehrenamtliche Helfer gewinnen?“ Eine Lösung fällt ihm spontan allerdings auch nicht ein.

In das Museum hat der Steuerzahler schon viel Geld gesteckt. Alleine die in den 1980er Jahren gebauten Ausstellungshallen haben Rieger zufolge 1,45 Millionen Mark gekostet. Da nimmt sich der heutige Zuschuss der Gemeinde Westerkappeln bescheiden aus: Rund 12000 Euro betragen die jährlichen, im Haushalt veranschlagten Aufwendungen – 6400 Euro gibt es als Barzuschuss, beim Rest handelt es sich beispielsweise um Leistungen des Bauhofes. Auf der Einnahmeseite stehen „ein paar Spenden“, wie Thomas Rieger berichtet, und die Eintrittsgelder, aus denen bei zwei Euro pro Erwachsenem und 50 Cent für Kinder und Jugendliche allerdings kein Vermögen erwächst.

Die Gemeinde dürfte wenig Begeisterung verspüren, das Museum mit mehr Geld attraktiver zu machen, zumal nicht die Kommune, sondern der Förderverein Betreiber ist. Wolfgang Jonas sieht „eigentlich Potenzial“. Denn deutschlandweit gebe es viele Fans solch alter Technik. Um die Besucherzahlen zu steigern, solle doch der Versuch gemacht werden, das Traktorenmuseum in ein Netzwerk einzubinden, schlug der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kulturausschuss vor. Jonas denkt beispielsweise an das Museum für Industriekultur in Osnabrück oder das Bergbaumuseum in Ibbenbüren. Er könne sich eine Zusammenarbeit mit solchen Museen vorstellen – und sei es nur eine Verlinkung der Homepages.

Um die Einnahmeseite zu verbessern, ließen sich in der Region vielleicht Sponsoren wie den Landmaschinenhersteller Amazone finden. Überdies rät der CDU-Politiker, verstärkt auf die Schulen zuzugehen. „Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass jede Grundschulklasse einmal das Traktorenmuseum besucht hat“, findet Jonas. Sicher alles gute Ideen, über die der Vorstand des Fördervereins diskutieren könne, entgegnet Thomas Rieger. „Fakt ist aber, ohne mehr ehrenamtliches Engagement wird das schwierig.“