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Drei THC-Radsportler überzeugen beim Marathon über Alpenpässe „Ötzi“ ist nicht gleich „Ötzi“

Von PM. | 07.09.2011, 17:22 Uhr

Wenn der Begriff „Ötzi“ fällt, denken viele Menschen an die Gletscherleiche aus der Kupfersteinzeit, die 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden wurde. Radsportler denken an den Ötztaler Radmarathon, der zu den anspruchsvollsten Radsportveranstaltungen in Europa gehört. Man muss schon viel Glück haben, um einen Startplatz zu bekommen.

Frank Denzol, Ralf Kaminski und Florian Remark vom THC Westerkappeln hatten das Glück. Um sich gut zu akklimatisieren, reisten sie bereits Freitag nach Sölden. Am Sonntag um 6.45 Uhr erfolgte der Startschuss. Bei 4 Grad, aber Sonnenschein gingen sie die rund 228 Kilometer über 5300 Höhenmeter mit den Pässen Kühtai (2020), Brenner (1377), Jaufen (2090) und Timmelsjoch (2509) an.

Auf der rasenden Abfahrt nach Ötz war das Feld, in dem auch die ehemaligen Profis Jan Ullrich und Jörg Ludewig fuhren, noch nervös. Jeder versuchte, sich eine gute Position für den ersten Anstieg zum Kühtai zu sichern. Dann wurde es ruhiger, ging es doch rund 18 Kilometer bergauf, bei Steigungen bis zu 18 Prozent. Entsprechend zerfiel das Feld in mehrere Gruppen.

Schön, dass jedem Anstieg eine Abfahrt folgt. Und die war vom Kühtai in Richtung Innsbruck berauschend. Es wurden Geschwindigkeiten von über 90 Sachen erreicht. Beim Anstieg zum Brenner hatte Kaminski bei seiner zweiten Teilnahme Pech. Er wurde in einen Sturz verwickelt und zog sich Schürfwunden zu. Doch konnte er nach einer notdürftigen Reparatur am Materialwagen weiterfahren und erreichte das Ziel noch im Zeitlimit.

Für Remark, C-Lizenz-Fahrer des THC, war es auch die zweite Teilnahme. Auf der Abfahrt vom Brenner nach Sterzing lief es sehr gut bei ihm. Dann aber verzockte er sich, da er der Versuchung nicht widerstehen konnte, mit Jan Ullrich ein paar Kehren den Jaufenpass hochzufahren. Dabei vergaß er kurzfristig die gerade für Ausdauersportler wichtige Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit. Die Folge waren leichte Krämpfe. Mit einer Zeit von 9:12 Stunden belegte er bei rund 4000 Teilnehmern den ausgezeichneten 865. Platz.

Denzol, ebenfalls C-LizenzFahrer, verfügt bereits über enorme Rennerfahrung. Er fand gleich zu Beginn eine gute Gruppe und teilte sich das Rennen geschickt ein. Die Verpflegungsstationen fuhr er nur kurz an, um die Trikottaschen zu füllen und sich teilweise während ruhiger Rennphasen zu verpflegen. Mit dieser Taktik kam er gut durch und hatte selbst am gefürchteten Timmelsjoch noch Reserven. Nach 8:18 Stunden war er im Ziel und belegte mit einem Schnitt von 28,5 Stundenkilometern Platz 226.