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Ausbau des Holleschs strittig Noch viel Gesprächsbedarf in Velpe

Von Frank Klausmeyer | 08.12.2015, 18:38 Uhr

Im nächsten Sommer, spätestens im Herbst 2016 sollen die ersten Entwurfspläne für die Umgestaltung und Modernisierung der Bahnübergänge in Velpe stehen. „Erst dann ist klar, welche Varianten weiter verfolgt werden“, sagt Dr. Jonas Buchholz von der Deutsche Bahn Netz AG in Osnabrück. Aus Sicht der Gemeinde und der Bürger gibt es noch reichlich Gesprächsbedarf. Umstritten ist dabei vor allem ein möglicher Ausbau des Holleschs zur Anbindung der Laggenbecker Straße (Kreisstraße 12) an die Tecklenburger Straße (Landstraße 584).

Das ist am Donnerstagabend bei einer Informationsveranstaltung im Saal der Gaststätte „Cord´s Catering“ erneut deutlich geworden. Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer versprach, alles in ihrer Macht Stehende tun zu wollen, damit so eine Lösung nicht zum Tragen komme.

Gemeinde hat nicht zu entscheiden

Zu entscheiden hat die Verwaltungschefin in dieser Frage indes wenig. Selbst ein deutliches „Nein“ des Rates werde nicht reichen, erklärt Buchholz. Denn geregelt werden soll die künftige Verkehrsführung mit einem sogenannten Planfeststellungsbeschluss, der nach einem umfangreichen Verfahren erlassen wird. In dessen Verlauf können Bürger und die Gemeinde zwar ihre Bedenken vortragen. „Sie brauchen aber gute Argumente“, meint Buchholz. Die Ergebnisse seien letztlich einklagbar, ergänzt Stephan Selker, Leiter des Kreisstraßenbauamtes.

Fünf Lösungen stehen fest

 Seit Frühjahr haben Vertreter der Bahn, des Kreises, des Landesbetriebes Straßen NRW, der Gemeinde Westerkappeln sowie des Bundesverkehrsministeriums in mehreren Besprechungen das weitere Vorgehen abgestimmt. Für drei der insgesamt fünf betroffenen Bahnübergänge ist die Zukunft mittlerweile wohl unstrittig. Am Sommerkamp und am Siekenweg sollen sie ganz beseitigt werden. Ebenso nicht mehr gerüttelt wird an dem Umbau des Bahnüberhangs L 584 zu einer Unterführung – das „Herzstück“ des Projekts Velpe, wie Selker es nennt. „Wir legen die Straße sieben Meter in den Keller.“ 

Relativ festgezurrt scheint auch schon die Anbindung der Straße Am Velper Bahnhof. Dafür soll parallel zur künftigen Bahnbrücke verlängert und über eine Schleife südlich an die Landstraße angeschlossen werden. Dies sei trotz der Höhenunterschiede technisch machbar, erläutert Selker.

Eine ähnliche Variante wird auf der Nordseite der Gleise auch für die Anbindung der K 12 an die Tecklenburger Straße untersucht. In diesem Fall könnte östlich der L 584 dann eine Zufahrt gebaut werden, die in Höhe des Holleschs auf die Landstraße münden würde. Diese Lösung wird der Kreis laut Selker aber nur dann mittragen, wenn sie als notwendige Folgemaßnahme der Schließung des Bahnübergangs Siekenwegs eingestuft wird. Nur dann nämlich beteiligen sich Bund und Bahn zu je einem Drittel an den Kosten.

Der Kreis komme deshalb nicht umhin, auch den Ausbau des Holleschs weiter zu prüfen, weil dieser ein teures Überführungsbauwerk überflüssig mache, betont Selker. Diese Lösung hält er sehr wohl für zumutbar, weil auf der K 12 auch in Zukunft im Tagesdurchschnitt nicht mehr als 1200 Fahrzeuge unterwegs seien.

Anlieger protestieren

 Gegen solche Pläne gibt es jedoch Protest . Über 50 Anlieger haben bereits im Frühjahr per Unterschrift ihren Unwillen dagegen dokumentiert.

Die dritte Alternative für diesen Juckepunkt wäre, alles weitgehend so zu belassen wie es ist. Das „Mauseloch“, wie Selker den kleinen Tunnel am Ende der Laggenbecker Straße bezeichnet, bliebe dann – anders als in den anderen Varianten angedacht – für den Kfz-Verkehr offen, wobei Lastwagen – wie jetzt – über den engen Hollesch müssten.

Straßenschließung unmöglich

Die Laggenbecker Straße ganz für den Schwerlastverkehr zu schließen, wie von Anliegern gefordert, ist nach Worten Selkers nicht möglich. Es handele sich um eine überörtliche Kreisstraße und für diese müsse die Funktion einer durchgängigen Befahrbarkeit aus rechtlichen Gründen bestehen bleiben. „Die Bezirksregierung würde eine Beschränkung garantiert einkassieren“, glaubt Selker.

Weiteres Vorgehen

Bevor die Entwürfe zu den Velper Bahnübergängen – mit oder ohne die Hollesch-Variante – öffentlich zur Stellungnahme ausgelegt werden, vergehen noch mindestens zwei Jahre, stellt der Leiter des Kreisstraßenbauamtes in Aussicht. Dabei werde sich seine Behörde um „eine belastbare Planungsgrundlage bemühen, die den Stempel ,trichinenfrei´ bekommt.“ Mit dem Beginn der Bauarbeiten rechnen Buchholz und Selker frühestens im Jahr 2020.