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Aus Fremden werden Freunde Theaterstück „Wolle und Gack“ in Westerkappeln

Von Dietlind Ellerich, Dietlind Ellerich | 17.06.2018, 13:04 Uhr

Mit „Wolle und Gack“ stellte das Musiktheater Lupe im Schulzentrum eine kurzweilige Parabel über Vorurteile und Missverständnisse vor, die entstehen können, wenn zwei Kulturen in Einklang miteinander leben möchten.

„Die Hühner beten jeden Tag“, das weiß das Schaf Wolle aus dem Fernsehen. Und als es bemerkt, dass das nebenan neu eingezogene Huhn Gack auch noch anders spricht, Würmer isst und sich vor einem Ei verneigt, ist es um die Idylle in seiner kleinen Welt geschehen. „Hier nix Hühnerstall, hier Schafswiese“, will es der neuen Nachbarin die Grenzen aufzeigen und macht flugs aus dem niedrigen einen hohen Grenzzaun.

Die Geschichte eines Nachbarschaftsstreits

„Wolle und Gack“, die Geschichte eines Nachbarschaftsstreits zwischen einem Schaf und einem Huhn, brachten Tine Schoch als Schaf Wolle und Katrin Orth als Huhn Gack auf die Bühne des Schulzentrums. Der Verein Wabe hatte das Osnabrücker Musiktheater Lupe im Rahmen des Begleitprogramms der Informationsausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ nach Westerkappeln eingeladen.

Vorurteile und Missverständnisse

Das Theaterstück handelt von den Vorurteilen und Missverständnissen, die das Miteinander zwischen den Kulturen und Religionen so schwierig machen. Zumindest bis man sich besser kennenlernt und aus den Fremden Freunde werden.

In der Realität braucht das oft viel Zeit, auf der Bühne gelingt es in einer höchst kurzweiligen Dreiviertelstunde mit viel Musik. Was mit Wolles offener Feindseligkeit und mit gegenseitigen Beschimpfungen wie „Dummes Huhn!“ und „Blödes Schaf!“ beginnt, entwickelt sich nach und nach zu echtem Interesse daran, wie der andere lebt, und zu Kontakten zunächst über Briefe, die eine kleine Postbotin aus dem Publikum überbringt, später über Besuche, bei denen mit Vorurteilen gründlich aufgeräumt wird.

„Einen schönen Glauben haben sie da“, stellt Wolle fest, als er die Sache mit dem Ei und dem Weltenhuhn, an das alle Hühner glauben, erfahren und auch verstanden hat, dass sich Fremdsein gar nicht schön anfühlt. Am Ende sitzen Wolle und Gack gemeinsam auf der Stange und können sich keinen besseren Nachbarn vorstellen. Würmer möchte Wolle aber dennoch nicht essen.