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Abriss statt Sanierung Westerkappeln: „Postenbörse“ will neue Filiale errichten

Von Katja Niemeyer | 09.02.2017, 19:42 Uhr

Nachdem sich die Männer im Bauausschuss am vergangenen Dienstag, wie berichtet, über eine geplante Erweiterung des Einkaufszentrums an der Heerstraße die Köpfe heiß geredet hatten, wurde eine Mitteilung der Bürgermeisterin, die ebenfalls den Einzelhandel betrifft, überraschend zurückhaltend zur Kenntnis genommen.

Annette Große-Heitmeyer informierte die Ausschussmitglieder darüber, dass die „Postenbörse“ nicht – wie ursprünglich geplant – in den alten Edeka-Markt zieht, sondern diesen stattdessen abreißt, um an der selben Stelle ein neues Gebäude zu errichten. Ein Bauantrag hierzu liegt im Westerkappelner Rathaus vor. ( Weiterlesen: Große Koalition für Geschäftshaus in Westerkappeln )

„Neubau ist sinnvoller“

Bislang hatte das Unternehmen vorgehabt, das Gebäude an der Alten Poststraße für rund 500000 Euro zu sanieren. Im Frühjahr sollte der Verkauf beginnen. Bei näherer Betrachtung habe sich der Erhalt des Gebäudes aber als unwirtschaftlich herausgestellt, erklärt Jens Diersing, Geschäftsführer des Handelsunternehmens, auf WN-Anfrage. Aus energetischen und ökonomischen Gesichtspunkten sei ein Neubau sinnvoller, ergänzt er. Mit Blick auf den Einzelhandel im Ortskern betont Diersing: „Die Entscheidung ist sicherlich auch ein Zeichen dafür, dass wir dauerhaft in Westerkappeln bleiben wollen.

Markt soll im Spätsommer eröffnet werden

Der Geschäftsführer geht aktuell davon aus, dass er den Markt im Spätsommer, spätestens im Herbst dieses Jahres eröffnen kann. „Das hängt davon ab, wann die Baugenehmigung vorliegt“, erläutert er. Die Bauphase selbst dauere zwischen vier und fünf Monaten. ( Weiterlesen: Rat Westerkappeln begrüßt „Postenbörse“ )

Betrag im einstelligen Millionenbereich

Genaue Angaben zum Investitionsvolumen konnte Diersing noch nicht machen. Der Betrag dürfte aber im unteren einstelligen Millionenbereich liegen. Das Gebäude soll in einem für das Handelsunternehmen typischen, modernen Stil errichtet werden. In seiner Architektur werde es dem Markt in Recke ähneln, der im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde.

Die Verkaufsfläche erstreckt sich auf rund 800 Quadratmeter. Sie entspreche damit der durchschnittlichen Größe einer „Postenbörse“, so Diersing. Das Sortiment soll zwischen 12 000 und 15 000 Artikel umfassen.

13 neue Arbeitsplätze

Wie der Geschäftsführer weiter berichtet, entstehen an dem Standort zwischen zehn und 13 neue Arbeitsplätze. Der Westerkappelner Markt ist die 83. Filiale des Unternehmens, das sich ausschließlich im Nordwesten Deutschlands ausbreitet, seinen Hauptsitz in Ankum hat – und sich offenbar auf Expansionskurs befindet. So hat es laut Diersing allein im vergangenen Jahr sieben neue Märkte eröffnet, vier davon wurden neu gebaut.