Masterplan fürs Schulzentrum Flickschusterei soll in Westerkappeln ein Ende haben

Von Frank Klausmeyer

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Die Gesamtschule soll nach Westen erweitert werden. Foto: Frank KlausmeyerDie Gesamtschule soll nach Westen erweitert werden. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Das Schulzentrum in Westerkappeln wird in den kommenden vier Jahren zur Dauerbaustelle. Die Mitglieder des Bau- und Tiefbauausschusses sowie des Schulausschusses haben jetzt in einer gemeinsamen Sitzung den vom Büro Flatau erarbeiteten Masterplan einstimmig verabschiedet. Die grobe Richtung ist damit vorgegeben, die Flickschusterei soll ein Ende haben.

Das „Hier und da anflicken“ führe nicht weiter, erklärte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer zum Auftakt. Deshalb sei ein Konzept für das ganze Schulzentrum erforderlich.

Das „Haus der Wespe“ soll bereits im kommenden Jahr in zwei Schritten erweitert werden. Die Politiker beauftragten die Verwaltung mit der entsprechenden Planung. Das Gebäude des Offenen Ganztags (OGS) hat derzeit eine Nutzfläche von 443 Quadratmetern. Die erste Erweiterungsstufe sieht einen Anbau mit einer Nutzfläche von 170 Quadratmeter vor, ein zusätzlicher Anbau bietet auf 64 Quadratmetern Platz für drei weitere Betreuungsgruppen.

Im Detail geplant werden soll, aber wahrscheinlich noch nicht realisiert wird eine Aufstockung des Anbaus um 90 Quadratmeter. „Das ist eine Zuschaltmöglichkeit“, erklärte Architekt Edmund Flatau. Am Ende könnten dann 15 Betreuungsräume sowie weitere Räume fürs Personal, Elterngespräche und das Büro zur Verfügung stehen.

Fürs Mittagessen werden die Kinder der OGS – aktuell sind 193 in der Betreuung – auch in Zukunft ausquartiert. Momentan werden sie in der Mensa der Gesamtschule verköstigt. Die Mensa für die OGS sei aber besser in der Grundschule angesiedelt, so Flatau. Im Zuge der dort geplanten Erweiterung soll ein Speisesaal mit 154 Plätzen geschaffen werden.

Bis zu dessen Fertigstellung müssen die Grundschüler weiter in der Gesamtschule essen. Dort wiederum muss die Mensa vergrößert werden, weil die Oberstufe in Westerkappeln eingerichtet wird. Flatau schlägt eine Erweiterung um rund 130 auf dann etwa 300 Sitzplätze vor. Geprüft werden soll jetzt, ob der laut Architekt „unproblematische Anbau“ vorgezogen werden kann, damit die Grundschüler bis zur Fertigstellung der eigenen Mensa dort weiteressen können.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Jonas äußerte Bedenken: „Die Nahrungsaufnahme von spätpubertierenden Jugendlichen kann sehr kompliziert sein“, zog er in Zweifel, dass alle Oberstufenschüler künftig in der Mensa essen.

Dass die Grundschule am Bullerdiek dringend erweitert werden muss, machte Schulleiterin Anne Frickenstein deutlich: „Wir sind sehr kreativ bei der Raumnutzung, aber irgendwann ist unsere Kreativität am Ende.“ Flataus Antwort lautet „Schullandschaft mit kurzen Wegen“. Anstelle des erst vor wenigen Jahren sanierten Toilettentraktes soll ein zweigeschossiger Zwischenbau entstehen, der die vorhandenen Gebäude und die kleine Turnhalle miteinander verbindet. Im Erdgeschoss wird die Mensa eingerichtet, im Obergeschoss ein neues Klassenzimmer und ein knapp 150 Quadratmeter großer Mehrzweckraum mit kleiner Bühne.

In diesem Trakt wird ein komplett neues Treppenhaus mit Aufzug integriert, über den alle Etagen zu erreichen sind. Der alte Nord- und der Südflügel sollen im Obergeschoss baulich miteinander verbunden werden. Die Sanitäranlagen werden zentral ins jetzige Foyer gelegt. Insgesamt sind zwei neue Klassenräume sowie mehrere Fach- und Förderräume vorgesehen.

Als dritter Baustein des Masterplans bekommt die Gesamtschule einen zweigeschossigen Anbau, um dem Einzug der Oberstufe Rechnung zu tragen. Dafür fehlten derzeit sechs Klassenräume. „Zum Schuljahr 2020/21 muss das fertig sein“, betonte der Architekt.

Geändert werden muss aber womöglich noch dessen Vorschlag, das neue Gebäude im Erdgeschoss aufzuständern, also als überdachten Freibereich zu gestalten. Thorben Zilske, seit Kurzem didaktischer Leiter der Gesamtschule, stellte klar, dass diese Idee so gar nicht den Geschmack der Schule trifft. Dahinter steckt die Befürchtung, dass die überdachte Ecke außerhalb der Unterrichtszeiten ein Treffpunkt für Jugendliche werden könnte, die man dort gar nicht haben will.

Unter dem Strich stößt der Plan bei allen Fraktionen auf Zuspruch. „Der gefällt mir richtig gut“, meinte Martin Laumann-Stening (Grüne).


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