Für Nordbahn-Reaktivierung Grünen-Bundestagskandidat in Westerkappeln

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Sprechen sich einhellig für eine Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn aus (von links): Der Bundestagskandidat der Grünen aus dem Kreis Steinfurt, Jan-Niclas Gesenhues, und Vertreter der Bürgerinitiative, Ingo Hoppe, Manfred Berghaus, Hans-Heinrich Wegener und Georg Ostendorf. Foto: Astrid SpringerSprechen sich einhellig für eine Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn aus (von links): Der Bundestagskandidat der Grünen aus dem Kreis Steinfurt, Jan-Niclas Gesenhues, und Vertreter der Bürgerinitiative, Ingo Hoppe, Manfred Berghaus, Hans-Heinrich Wegener und Georg Ostendorf. Foto: Astrid Springer

Westerkappeln. Um mit Politikern ins Gespräch zu kommen und dabei für die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn (TN) zu werben, bitten die Vertreter der Bürgerinitiative „Tecklenburger Nordbahn“ in lockerer Folge Politiker zum Gespräch. Den Auftakt dazu machte am Dienstag der Bundestagskandidat der Grünen, Jan-Niclas Gesenhues, der zurzeit zur Fraktionsspitze im Kreistag gehört.

In kleiner Runde lotete man im Westerkappelner Kuckucksnest die Potenziale zur Reaktivierung der Nahverkehrsstrecke gen Osnabrück aus. Fraktionssprecher Gesenhues machte kein Geheimnis daraus, dass er von dem Nordbahn-Projekt restlos überzeugt ist. „Ein Bahnanschluss steigert die Attraktivität eines Ortes“, betonte der Emsdettener.

Drei Reaktivierungsprojekte in der Region

Derzeit buhlen in der Region gleich drei Reaktivierungsprojekte um die Gunst der Politik: Die Westfälische Landesbahn, das Münsteraner Gleis-21-Projekt und die Tecklenburger Nordbahn. „Ich halte die Nordbahn für die vielversprechendste Strecke“, stellte der 27-jährige Volkswirt klar.

Eine einmalige Chance für die Region sieht auch die Bürgerinitiative: Die Regionalbahn sichere eine schnelle Anbindung an das Oberzentrum Osnabrück, Bevölkerungsabwanderung könne damit vermieden und der ländliche Bereich für junge Familien attraktiver werden.

Erfolg reaktivierter Strecken gibt Planern recht“

Die anvisierten Fahrgastzahlen seien dabei durchaus realistisch, so die Einschätzung des Kreispolitikers Gesenhues. Der Erfolg bereits aktivierter Regionalstrecken gebe den Planern recht: Die einst prognostizierten Fahrgastzahlen für die Strecke Münster-Enschede seien inzwischen weit übertroffen, auch andere Regionalbahnen zum Erfolgsmodell geworden, sagte Gesenhues.

„Bahnfahren ist zuverlässiger, eleganter, komfortabler und in der Bevölkerung besser akzeptiert als Busfahren“, ist der junge Politiker überzeugt. Pro-Bahn-Vorsitzender Ingo Hoppe pflichtete ihm bei: „Pendler und junge Leute bevorzugen die Bahn, wenn es um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel geht.“

Busse keine Alternative zum Auto

Mit Bussen hingegen könne man große Teile der Bevölkerung nicht motivieren, vom Auto umzusteigen – zumal man aktuell auf der Strecke nach Osnabrück zu Stoßzeiten Gefahr laufe, sich mit dem Bus unangenehm zu verspäten, führte der zweite Vorsitzende der Initiative, Georg Ostendorf, an.

„Unterm Strich profitieren alle Pendler von einer Reaktivierung der Strecke“, resümierte Gesenhues, denn auch den Autofahrern dürfte eine Entlastung der Hauptstraßen zugute kommen.

Bis zu 90 Prozent Förderung

Bedenken zu Folgekosten an örtlichen Haltestellen konnten die Verfechter der Reaktivierung zerstreuen: „Bis zu 90 Prozent Förderung sind für die Gestaltung und zusätzliche Erschließungsmaßnahmen vorgesehen“, informierte Hoppe. Auch eine Co-Finanzierung mit dem ZVM (Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland) sei derzeit im Gespräch, weiß Gesenhues und gab zu bedenken, dass derzeit die Kommunen jährlich an den Kosten für die reine Pflege des Gleisbetts beteiligt sind – ohne von einem Bahnanschluss zu profitieren.

Mobilitäts-App soll Umstieg erleichtern

Bis 2018 soll die Genehmigungsplanung für die Nordbahn stehen. „“Anbindungsbedarfe sollten deshalb zeitnah ermittelt und die Nahverkehrsplanung möglichst im Vorfeld auf die Regionalbahn zugeschnitten werden“, ist Gesenhues‘ erklärtes Ziel, Wünsche müssten möglichst jetzt eingebunden werden. Hoppe regte außerdem an, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs mit einer Mobilitäts-App komfortabel zu gestalten und so einen Umstieg auf die Bahn zu erleichtern.


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