„Gefährliche Stolperstellen“ Verteilerkästen für Glasfaser stehen teilweise auf Bürgersteigen

Von Frank Klausmeyer

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Auf dem Gehweg steht der Kasten hier. Foto: WN/privatAuf dem Gehweg steht der Kasten hier. Foto: WN/privat

Westerkappeln. Die Diskussion über die Qualität der Verlegearbeiten für die Glasfaserkabel kommt nicht zur Ruhe. Leser Reiner Beimdiek wundert sich, „dass an etlichen Stellen in der Gemeinde die Verteilerkästen für den häuslichen Glasfaseranschluss auf dem Bürgersteig aufgestellt worden sind.“

Dadurch werde die Breite der Gehwege an den betreffenden Stellen um 20 Prozent reduziert. „Für mich ist der Aufstellungsort dieser kleinen dunklen Kästen eine gefährliche Stolperstelle, besonders bei Dunkelheit“, schreibt Beimdiek und fragt, ob es Richtlinien gibt, „was man auf dem Bürgersteig darf oder nicht.“

Bürgermeisterin: Keine Alternative

„Optimal ist das sicher nicht“, räumt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer auf Anfrage ein. Es habe in den genannten Fällen aber keine Alternative gegeben. Die Deutsche Glasfaser habe mit Bauhofleiter Karsten Grabow alle Standorte für die Verteilerkästen – insgesamt seien es 47 – in Augenschein genommen und abgewogen, was am günstigsten ist. An einigen Stellen hätten die Verteilerkästen auf den Gehsteig gesetzt werden müssen, weil der Privatgrund dahinter nicht zur Verfügung gestanden habe. Es sei jedoch darauf geachtet worden, dass weiter Begegnungsverkehr für die Fußgänger möglich sei. Wo es vermeidbar war, sei der Kasten neben den Bürgersteig gesetzt worden.

In älteren Siedlungen Straßenraum knapp

„Das Fußwegenetz ist über Jahrzehnte gewachsen“, bittet die Bürgermeisterin um Verständnis. Besonders in den älteren Siedlungen sei der Straßenraum knapp. Heute gebe es dagegen barrierefreie Lösungen, die mehr Spielraum böten.

Die Frage von Reiner Beimdiek, was passiert, wenn jemand an einem der Verteilerkästen auf dem Bürgersteig stürzt, sich dabei verletzt und wer dann für die Folgeschäden aufkommt, beantwortet Große-Heitmeyer kurz und knapp: „Derjenige, der fällt, haftet.“ Die Verkehrssicherheitspflicht sei weiter gewährleistet, versichert die Verwaltungschefin.

Wenn dem so ist, meint Reiner Beimdiek, dürften s Grundstückseigentümer vor ihrer Haustür auf dem Bürgersteig auch Pflanzkübel aufstellen. Die Bürgermeisterin: „Nein, das ist natürlich nicht erlaubt.“


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