Ein erfolgreiches Paar Olympiade-Komitee benennt Westerkappelner Reiterin für Perspektivkader

Von Silke Behling

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Großes Pferd und junge Reiterin: Die 12-jährige Chiara Reyer und der Oldenburger Cederic sind ein erfolgreiches Paar. Foto: Silke BehlingGroßes Pferd und junge Reiterin: Die 12-jährige Chiara Reyer und der Oldenburger Cederic sind ein erfolgreiches Paar. Foto: Silke Behling

Westerkappeln. „Teddy“ ist ein kleiner Dreckspatz. „Wir haben ihn schon mal vor einem Turnier viermal gewaschen, weil er sich immer wieder schmutzig gemacht hat“, erzählt Chiara. Doch die Zwölfjährige verzeiht das „Teddy“ gerne, hat sie mit ihm doch gerade den Sprung in den Perspektivkader des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) geschafft. Wer weiß, vielleicht vertritt die junge Westerkappelnerin in einigen Jahren bei den ganz großen Turnieren oder sogar Olympia die deutschen Farben.

Bis dahin ist es für Reitsportler wie Chiara Reyer ein sehr weiter Weg. Die Karriere der Schülerin nimmt jedoch vielversprechende Formen an. Das erste Mal auf dem Pferd saß die Zwölfjährige schon im Säuglingsalter. „Als ich klein war, saß ich vor oder hinter Mama“, erzählt die erfolgreiche Reiterin. Ihre Mutter Silke kann sich daran auch noch gut erinnern: „Ich hatte ein braves Pferd, da konnten die Kinder auch mal ohne Sattel mit drauf und auch mal einen kleinen Sprung machen – ganz ohne Angst!“

Früh angefangen

Mit dem Springreiten hat Chiara ganz früh angefangen. Ihr erstes Pony bekam sie mit fünf Jahren. Es hatte aber anscheinend keine große Lust auf Hindernisse: „Mit dem bin ich fast gar nicht gesprungen. Der ist auch mal vorbeigerannt“, erzählt die Schülerin schmunzelnd. Mehr Spaß an der Sache hatte das Deutsche Reitpony, das sie zwei Jahre später unter ihre Fittiche nahm. Mit ihm habe Chiara an den ersten Wettbewerben teilgenommen und das Pony dann bis zur Klasse L geritten, berichtet Silke Reyer. Das L steht übrigens für „leicht“, wobei sich das wohl simpler anhört als es tatsächlich ist.

Auch die Eltern sind Reiter

Mama Silke und Papa Klaus sind beide selbst Reiter und halten die eigenen Pferde am Haus. „Jeder reitet bei uns alle Pferde“, betont Silke Reyer zur Frage, welches Pferd Chiara denn reitet. „Wir haben vier Warmblüter, drei mit denen Chiara aufs Turnier geht und ein selbst gezogenes Jungpferd.“

Eines dieser Pferde ist die dunkelbraune Pyconda. Mit der Stute hat Chiara mit A-Springen (Anfänger) begonnen und ist vergangenes Jahr mit elf Jahren ihr erstes S-Springen (S = schwer) geritten. Pyconda ist auch das Lieblingspferd von Schwester Joline, die ebenfalls bei Springturnieren startet. Außerdem trainiert diese noch Leichtathletik.

Trainingsalltag

Dafür bleibt Chiara keine Zeit: „Am Wochenende sind wir meistens auf einem Turnier, montags reite ich deshalb wenig, oft nur eine Schrittrunde im Gelände. Dienstags wird Dressur geritten. Das macht am meisten Spaß mit Teddy, der ist gut und springt gute Galoppwechsel“, beschreibt Chiara ihren Trainingsalltag.

Mittwochs ist Springtraining angesagt und Donnerstags wird noch einmal Dressur geritten. Das Dressurreiten dienst als Gymnastik für das Pferd. Viel Wert legt Silke Reyer auch darauf, dass die Pferde auch Konditionstraining machen: „Regelmäßiges Galopptraining ist sehr wichtig. Chiara ist da aber sehr fleißig“, lobt sie ihre Tochter.

„Er ist super zuverlässig und gibt immer sein Bestes“

Chiara hat daran ebenso viel Spaß wie offensichtlich „Teddy“: „Wenn er einen Tag Pause hatte, dann will er am liebsten nur noch laufen!“ „Teddy“ ist nur ein Kosename. Denn eigentlich heißt der neunjährige Oldenburger-Wallach Cederic. Erst seit drei Monaten gehört er zur Familie. „Er ist super zuverlässig und gibt immer sein Bestes“, schwärmt Silke Reyer. „Da verzeihen wir ihm auch, dass er sich immer schmutzig macht!“ „Außerdem ist Teddy unglaublich verfressen“, erzählt Chiara lachend. „Wenn ich den auf den Turnieren durch das Stallzelt führe, dann klaut er den anderen Pferden immer das Heu, das vor den Boxen liegt!“

Erfolgreich beim „Preis der Besten

Dem Leistungsvermögen tut das aber alles keinen Abbruch. Vor Kurzem haben Chiara und Cederic erfolgreich in Warendorf beim „Preis der Besten“, ein Einladungsturnier, abgeschnitten und dadurch die Nominierung für den Perspektivkader eingeheimst.

Doch nicht nur im eigenen Land sind die beiden ein erfolgreiches Paar: In Ciekocinko (Polen) holten Chiara und „Teddy“ mit der deutschen Mannschaft den Sieg im Nationenpreis. Und beim Nationenpreis in Fontainebleau (Frankreich) sind Chiara und Teddy mit der deutschen Mannschaft Dritte geworden. „In Frankreich war es super spannend, weil dort gleichzeitig ein großes Ponyturnier war, das man sonst nur aus dem Internet kannte“, berichtet Chiara. „Ich habe dort zwei Reiterinnen kennengelernt und wir haben uns dann immer, wenn eine von uns erfolgreich war, die Länderfahnen in die Haare gesteckt und uns gefeiert!“

Future Champions

Ein ebenso tolles Turnier werden sicher die „Future Champions“ vom 13. bis 18. Juni auf dem Hof Kasselmann in Hagen – ein Sichtungsturnier für die Europameisterschaft. Chiara gehört zu den Reitern, die für die Kategorie Children vom Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) benannt wurden. Auf Chiara Reyer dürfen Freunde des Pferdesports also weiter gespannt sein.


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