Vereinsheim wird bald abgerissen Sennlicher Schützen ohne Bleibe

Eine traurige Angelegenheit: Das Vereinsheim der Sennlicher Schützen wird abgerissen. Foto: Frank KlausmeyerEine traurige Angelegenheit: Das Vereinsheim der Sennlicher Schützen wird abgerissen. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Der Westerkappelner Schützenverein Sennlich räumt das Feld, das Vereinsheim und der Schießstand werden abgerissen.

„Geht die nächsten Jahre mit Elan und Freude an. Dann werden wir in 25 oder 50 Jahren wieder hier feiern können“, rief der damalige Bürgermeister Ullrich Hockenbrink den Sennlicher Schützen vor sieben Jahren zu, als der Verein sein 100-jähriges Bestehen feierte. Ob die Schützen noch ein Jubiläum feiern werden, bleibt dahingestellt. In Iborgs Helle, seit Jahrzehnten die Heimstatt der Sennlicher, gibt es jedenfalls kein Fest mehr.

Das haben die Mitglieder jetzt anlässlich ihrer Generalversammlung mit großer Mehrheit beschlossen. Vorangegangen sei eine kontroverse Diskussion, räumt Renate Höptner, seit fünf Jahren Vorsitzende, ein. Einige Mitglieder seien deshalb auch „dull“ gewesen, beschreibt sie die anscheinend aufgeladene Stimmung.

Iborgs Helle – in dem Schützenhaus im Buchenwäldchen an der Tecklenburger Straße haben schon Generationen gefeiert. Vor fast 50 Jahren wurde das Gebäude errichtet, mit der damaligen Technik „und dem damaligen Geiz“, sagt Renate Höptner.

Um allein die steigenden Instandhaltungs- und laufenden Kosten zu decken, müsse der Schützenverein das Gebäude mindestens 25 Mal im Jahr für private Feiern vermieten, erläutert die Vorsitzende. Nun aber besteht grundlegender Sanierungsbedarf. Vor allem das Dach müsse erneuert werden. Die RWE habe sogar schon einen Zuschuss bewilligt. Doch das Geld hat die Vorsitzende nach eigenen Angaben schon wieder zurückgegeben, weil die Summe nicht reiche und ein neues Dach anders nicht zu finanzieren wäre.

„Das ist eine traurige Angelegenheit.“ So beschreibt Renate Höptner nicht nur den Beschluss zum Abriss des Vereinsheims, sondern auch die Gesamtsituation im Verein. 50 Mitglieder gebe es noch, höchstens die Hälfte zählt sie zu den Aktiven. Nur zwei davon seien jünger als 50 Jahre. Veranstaltungen seien zunehmend schlechter besucht und die Organisation laste auf immer weniger Schultern.

Angesichts dieser Umstände will der Verein nun einen radikalen Schnitt machen und das Schützenhaus abreißen. Ein Ersatz ist nicht geplant.

Wann genau der Abriss beginnt, stehe noch nicht fest, sagt Höptner. Am heutigen Samstag will sie sich dazu mit dem Verpächter des Waldstücks, in dem das Schützenhaus steht, besprechen. Für Zündstoff unter den Mitgliedern könnte noch sorgen, dass die Abrisskosten auf diese umgelegt werden sollen. „Ich kann mir das ja nicht ans eigene Bein binden“, betont die 68-Jährige. Eine Auflösung des Schützenvereins Sennlich stehe derzeit nicht zur Diskussion, versichert die Vorsitzende. Auch die Schießgruppe, in der zuweilen sogar 75-Jährige „ran müssen“, wie sie sagt, werde nächstes Jahr noch an allen Wettbewerben teilnehmen.

Völlig unklar ist dagegen, wo der Verein sich in Zukunft versammeln soll. Die Schützenfahne hängt in der Gaststätte „Zum Timpen“ (Henschen-Bünemann), wo jetzt auch die Generalversammlung stattgefunden hat. Die Inhaber Friedrich und Heike Ebke haben dem Verein aber zu allem Übel gekündigt.

Bis auf die Jahresversammlungen habe sich der Verein in den vergangenen 30 Jahren „nie blicken lassen“, sagt Friedrich Ebke. Die Gaststätte habe ohnehin nur noch zweieinhalb Tage die Woche geöffnet und sie und ihr Mann seien berufstätig, begründet Heike Ebke die Kündigung.

Solange der Verein kein neues Lokal gefunden habe, müssten sich die Mitglieder eben woanders versammeln. „Wir können uns auch bei uns im Partykeller treffen“, bietet Renate Höptner an. Mit einem Schützenfest im Souterrain hätten die Sennlicher zumindest ein Alleinstellungsmerkmal.


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