Am Samstag, 22. Oktober Die Petrijünger Westerkappeln feiern 60. Geburtstag

Naturparadies Präriesee: Hier fühlen sich auch Wildgänse, Blässhühner und Eisvögel wohl. Badegäste und Nackedeis hat der Angelverein indes längst vertrieben. Foto: Erna BergNaturparadies Präriesee: Hier fühlen sich auch Wildgänse, Blässhühner und Eisvögel wohl. Badegäste und Nackedeis hat der Angelverein indes längst vertrieben. Foto: Erna Berg

Westerkappeln. „Es gibt nichts Schöneres als morgens am See aufzuwachen und die ersten Sonnenstrahlen über den Baumgipfeln zu sehen“, schwärmt Thorsten Schulte. Am liebsten tut er das natürlich am Präriesee, dem Hausgewässer des Sportfischereivereins „Die Petrijünger Westerkappeln“, dessen Vorsitzender er ist.

Als der Verein aus der Taufe gehoben wurde, gab es den See, eine frühere Sandgrube, in dieser Form noch gar nicht. Vor 60 Jahren war die Gründung. Der runde Geburtstag wird am Samstag, 22. Oktober, im Gasthaus Schröer groß gefeiert, das Sommerfest fällt dieses Jahr deshalb flach.

180 Angler im Verein

„Die Petrijünger“, das sind zurzeit 180 Angler. Anfangs fischten sie am Niedringhaussee, besser bekannt als „der Sundermann“. Mittlerweile hat die Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung (NWA) diesen See im Grenzgebiet zu Halen übernommen.

Neben dem Präriesee haben die Westerkappelner Petrijünger noch das Regenrückhaltebecken an der Kläranlage in der Bauerschaft Osterbeck von der Gemeinde gepachtet. Die Petrijünger pflegen ihre Gewässer regelmäßig, sei es durch die zahlreichen Arbeitseinsätze jedes Jahr oder durch den respektvollen Umgang mit der Natur.

Artenvielfalt im Präriesee

In beiden Gewässern schwimmen zahlreiche Fischarten. Im Präriesee gibt es sogar Krebse und Muscheln. „Diese Tiere leben nur in sehr sauberen Gewässern“, betont Schulte. Solche Verhältnisse würden gewiss auch vielen Menschen im Sommer gefallen. Doch Badegäste und Nackedeis hat der Angelverein schon vor Jahren endgültig von den Ufern vertrieben und stattdessen ein kleines Naturparadies geschaffen, in dem sich auch Wildgänse, Blässhühner und Eisvögel wohlfühlen.

Angelschein ist Pflicht

Um an den zwei Gewässern fischen zu dürfen, muss jeder Petrijünger einen gültigen Angel- und Fischereierlaubnisschein besitzen. Für den Angelschein muss eine Prüfung abgelegt werden. Jugendliche ab 14 Jahre sind dazu zugelassen. Kinder ab zehn Jahren dürfen auch eine Rute auswerfen, allerdings nur in Begleitung eines Erwachsenen mit Angelschein.

Population stabil halten

„Die Petrijünger“ setzen jedes Jahr neue Fische ein. Die Mengen ergeben sich dabei aus dem, was sie in der zurückliegenden Saison an Land gezogen haben, und dem, was – geschätzt – aufs Konto von Raubfischen und Kormoranen geht. Ziel des Vereins sei aber, die Population auf natürlichem Wege stabil zu halten. „Die Laichzone im Präriesee ist perfekt dafür“, erläutert Schulte. Einige Monate nach der Laichzeit können die Jungfischschwärme am Ufer des Sees beobachtet werden.

Unliebsame Gäste

Kormorane werden von den Anglern nicht gerne gesehen. „Ein einzelner Vogel frisst um die 500 Gramm Fisch pro Tag“, berichtet Schulte. Wenn im Winter dann ganze Gruppen mit zuweilen bis zu 40 oder 50 Exemplaren einschwärmen, werden die Fischbestände stark verkleinert. Die Kormorane kommen im Winter aus der ganzen Region herangeflogen, da der Präriesee eines der letzten stillen Gewässer ist, die zufrieren. „Das führt dann dazu, dass wieder mehr Fisch eingesetzt werden muss. Das ist sehr kostenintensiv“, weiß Schultes Bruder Thomas, der Kassierer des Vereins ist.

Kapitale Brocken

Am Gabelin tummeln sich zahlreiche Arten im See: Aale, Arlande, Brassen, Graskarpfen, Maränen, Rotaugen, Rotfedern, Schleien und auf Zander wird geangelt. „Es schwimmen aber auch ein paar ganz schön dicke Brocken rum“, erzählt Thorsten Schulte. Barsche mit bis zu 45 Zentimeter Länge, Hechte bis zu 1,35 Meter, Karpfen bis zu 40 Pfund schwer und Weiße Amure, die sogar über zwei Zentner auf die Waage bringen können. Das ist natürlich der Traum jeden Anglers, so einen kapitalen Fang zu machen. Allerdings kommt das nur höchstselten vor.

Übrigens: Weiße Amure lassen sich gar nicht fangen, sie verpönen den Wurm am Haken. Sie fressen nämlich nur Plankton oder Wasserpflanzen.


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