Horst Wermeyer wird 85 Für Aufschwung in Westerkappeln gesorgt

Von Frank Klausmeyer

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Horst Wermeyer feiert am 19. Juni seinen 85. Geburtstag. Foto: Heinrich WeßlingHorst Wermeyer feiert am 19. Juni seinen 85. Geburtstag. Foto: Heinrich Weßling

Westerkappeln. Aus den Augen, aus dem Sinn. Viele Menschen, die ihr aktives Berufsleben hinter sich gelassen haben, geraten schnell in Vergessenheit. Für Horst Wermeyer gilt das so nicht. Einerseits ist er immer mal wieder an seiner alten Wirkungsstätte zu sehen, andererseits hat er in seiner langjährigen Amtszeit Westerkappeln viele Stempel aufgedrückt, die bis heute Bestand haben. Am Sonntag feiert der ehemalige Gemeindedirektor seinen 85. Geburtstag.

Nach seiner Pensionierung zog er mit seiner später verstorbenen Frau Uschi nach Tecklenburg. Mehr als ein Vierteljahrhundert (1969 bis 1996) hatte der gebürtige Ledder die Geschicke der Westerkappelner Kommunalverwaltung gelenkt. „Bemerkenswerte Leistungen auf vielen Gebieten“ hatte ihm der frühere Landrat Martin Stroot einmal bescheinigt.

Anders als die heutigen Verwaltungschefs war Horst Wermeyer kein Politiker, sondern ein Beamter. Pünktlichkeit, Disziplin, Zuverlässigkeit und Fleiß, zählten zu seinen Tugenden. Dabei engagierte er sich weit über die bloße Pflichterfüllung hinaus.

Dieser Einsatz fand breite Anerkennung: 1992 verlieh ihm Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ein Jahr zuvor war Wermeyer mit dem Goldenen Kronenkreuz vom Diakonischen Werk ausgezeichnet worden. Dort war er lange als stellvertretender Vorsitzender im Kirchenkreis Tecklenburg tätig, auch in der Gesellschafterversammlung der Ledder Werkstätten hatte er den Vorsitz inne. Nicht zuletzt Wermeyer ist es zu verdanken, dass an der Steinkampstraße das Altenpflegeheim „Haus der Diakonie“ gebaut wurde.

In seiner Amtszeit fielen der Neubau des Schulzentrums und neuer Sportstätten, die Ausweisung der Gewerbegebiete in Velpe und am Gartenkamp oder einige neue Baugebieten.

Nicht immer führte Wermeyers großer Einsatz allerdings zum Ziel. Sein Bestreben für eine Entlastungsstraße für den Ortskern scheiterte am Widerstand von betroffenen Bürgern. Eine schon vom Rat beschlossene Gesamtschule kam mangels genügender Anmeldezahlen nicht zustande. Auch der schleichende Abschied der Konditorei Coppenrath & Wiese gehört nicht zu den Erfolgsgeschichten in Wermeyers Amtszeit. Dass das in Westerkappeln gegründete Unternehmen nach Mettingen übersiedelte, schreiben manche auch heute noch einem ungeschickten Taktieren von Rat und Verwaltung zu. Die daraus resultierende Schmähung als „dümmstes Dorf Deutschlands“ wird auch Wermeyer geärgert haben, der zuweilen seinen Hang zur Empfindlichkeit nicht verbergen konnte. „Etwas mehr Gelassenheit hätte mir gut getan“, meinte er einmal im Rückblick auf seine Arbeit.

Gleichwohl: Die 27-jährige Amtszeit von Horst Wermeyer steht für den Aufschwung der Gemeinde Westerkappeln.


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