Kein Wort über die Schulleitung Wie geht es weiter in Handarpe?

Von Frank Klausmeyer

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Ulrike Ströver hat sich bereit erklärt, die Grundschule Handarpe noch bis zu den Sommerferien kommissarisch zu leiten. Dann geht sie definitiv in den Ruhestand. Wie es dann weitergeht, ist völlig offen. Foto: Karin C. PunghorstUlrike Ströver hat sich bereit erklärt, die Grundschule Handarpe noch bis zu den Sommerferien kommissarisch zu leiten. Dann geht sie definitiv in den Ruhestand. Wie es dann weitergeht, ist völlig offen. Foto: Karin C. Punghorst

Westerkappeln. Fürs Schuljahr 2016/17 ist der Bestand der Grundschule Handarpe gesichert. Mehr gab es dann aber auch nicht zu erzählen zur Zukunft der Schule bei der vergangenen Schulausschusssitzung.

Wer am Donnerstag unter den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern in der Erwartung gekommen war, Aussagen zur Zukunft der Grundschule Handarpe zu erfahren, hat die Sitzung des Schulausschusses wohl enttäuscht verlassen. Denn viel Neues wurde nicht erzählt. ( Weiterlesen: Geht Eigenständigkeit verloren? Grundschule Handarpe auf der Kippe )

104 Mädchen und Jungen besuchen die Grundschule derzeit. 28 Kinder wechseln im Sommer zu einer weiterführenden Schule. Bis jetzt lägen 25 Anmeldungen für die erste Klasse vor, berichtete Beatrix Schmitz in Vertretung der kommissarischen Schulleiterin Ulrike Ströver. Die Zahlen könnten sich infolge der Flüchtlingssituation vielleicht noch ändern. ( Weiterlesen: Tatsächliche Belegung noch offen – Grundschule Handarpe als Flüchtlingsunterkunft )

Auf der sicheren Seite – vorerst

Mit rund 100 Kindern ist die Grundschule aber auf der sicheren Seite. Laut Schulgesetz müssen Grundschulen 92 Kinder haben, um eigenständig bleiben zu können.

Nach den letzten Berechnungen könnte dieser Wert in naher Zukunft unterschritten werden. Mit Hinweis auf die demografische Entwicklung im Südbereich Westerkappelns hatte Schulrat Andreas Frede im Herbst vergangenen Jahres prophezeit, dass sich dies dann wohl dauerhaft so darstellen könne. Dann müsse die Gemeinde als Schulträger zwangsläufig beschließen, aus der Grundschule Handarpe einen Teilstandort jener am Bullerdiek zu machen. ( Weiterlesen: Schule in Handarpe wird 125 Jahre )

Schulleitung nach dem Sommer nicht besetzt

Frede war am Donnerstag eigentlich zu einem Lagebericht geladen. Der Schulrat ließ sich aber kurzfristig entschuldigen. Und so wurde dann auch kein Wort über ein drängenderes Problem verloren: das der Schulleitung. Die Stelle ist lange vakant. Ulrike Ströver leitet die Schule kommissarisch, wollte eigentlich im Februar in den Ruhestand gehen, hängt jetzt aber noch einige Monate bis zu den Sommerferien dran. Danach sei definitiv Schluss, versicherte sie. Ihr Antrag auf Ruhestand sei mittlerweile von der Bezirksregierung bestätigt worden.

Lösung nicht in Sicht

Siebzehn Mal ist die Leitungsstelle nach Angaben der Bezirksregierung mittlerweile ausgeschrieben worden. Zwischenzeitlich hatte der Schulrat eine Lösung in Aussicht gestellt, diese Hoffnungen haben sich aber mittlerweile wohl wieder zerschlagen, wie aus dem Umfeld der Grundschule verlautet. Eine Stellungnahme des Schulrates war am Freitag nicht zu bekommen. ( Weiterlesen: Bärbel Münzberg-Schimpf aus Handarpe verabschiedet )

Platzprobleme am Bullerdiek

Die Grundschule am Bullerdiek hat offensichtlich ganz andere Sorgen: Raumprobleme. 350 Mädchen und Jungen besuchen die Schule zurzeit. Hinzu kommen (noch) 16 Kinder in der Peter-Pan-Schule. Der Standort wird zum Ende des Schuljahres zwar aufgelöst, dann aber ziehen für ein Jahr zwei Gruppen des neuen Awo-Kindergartens ein.

„Für unsere Schule ist das natürlich eine Herausforderung“, erklärte Rektorin Anne Frickenstein. Schon jetzt habe die Grundschule am Bullerdiek es mit diversen Kooperationspartner zu tun. Durch den Kindergarten wird die Lage vermutlich nicht übersichtlicher. „Wir freuen uns, wenn wir die Räumlichkeiten, die schon seit Jahren für uns gedacht sind, auch wirklich für uns nutzen können.

Verkehrsprobleme im Blick

Optimistisch zeigte sich Frickenstein, „dass die Gemeinde uns bei allen Problemen, die mit dem Schulgebäude verbunden sind, nicht hängen lassen wird.“ Offenbar zielte sie damit auch auf den zunehmenden Autoverkehr ab, der zu erwarten ist, wenn die Eltern der neuen AWO-Kita ihre Kinder bringen und abholen. Bestreben der Gemeinde sei, dass die Eltern am Freibad parken und ihre Kinder dann zu Fuß bis zum Grundschulgebäude bringen, sagte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer.

Vielleicht sollte die Verwaltungschefin mal nach Hopsten schauen. Dort richtet die Franziskus-Grundschule erstmalig im Kreis Steinfurt eine Hol- und Bringzone ein, um dem morgendlichen und mittäglichen Verkehrschaos entgegenzusteuern.


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