Wo das Kochen zum Event wird Petra Wesenberg eröffnet Restaurant in Westerkappeln

Von Frank Klausmeyer

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Küche und Gastraum sind in Petra Wesenbergs Restaurant eins. In der kommenden Woche eröffnet sie ihr kleines, aber feines Lokal an der Kreuzstraße. Foto: Frank KlausmeyerKüche und Gastraum sind in Petra Wesenbergs Restaurant eins. In der kommenden Woche eröffnet sie ihr kleines, aber feines Lokal an der Kreuzstraße. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Ein bisschen Bammel hat sie schon. „Aber ich versuche es einfach mal“, sagt Petra Wesenberg mit einem gewinnenden Lachen, das sie eigentlich das ganze Gespräch mit sich trägt. Man merkt, die Frau aus Alt-Lotte hat Bock auf das, was kommt. Mit einem für die Region wohl einzigartigen Gastronomie-Konzept geht sie nächste Woche in Westerkappeln an den Start. „Klein & Fein“ heißt ihr Restaurant, das sie an der Kreuzstraße eröffnet – aber bitte nur mit Voranmeldung.

„Klein & Fein“ sind schon die Räumlichkeiten an der Kreuzstraße 1, eines der ältesten Häuser im Zentrum Westerkappelns. Bevor Eigentümer Thorsten Lorenz das Gebäude innen wie außen gründlich renoviert hat, war dort zuletzt ein Pizzabäcker ansässig. Und jetzt „Event kochen“, wie Petra Wesenberg das nennt, was sie tut. Mit Lorenz wurde die 49-Jährige sich schnell einig, obwohl ihre ungewöhnliche Geschäftsidee auf der Nachfrageseite sicher auch ein kleines Wagnis darstellt.

Handwerk gelernt

Dass sie ihr Handwerk beherrscht, erscheint unzweifelhaft. Petra Wesenberg ist mit der Gastronomie groß geworden. Ihre Eltern führten das Hotel Knüppe in Alt-Lotte. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Köchin im damals renommierten Tecklenburger „Burggrafen“, der heute nur noch Ruine ist und der Petra Wesenberg „das Herz bluten lässt, wenn ich heute daran vorbeigehe.“

Delikatessen und einfache Küche

Nach der Lehre arbeitete sie im – mittlerweile auch geschlossenen – Delikatessen-Laden Hünefeld in Osnabrück. „Da habe ich mich auf die kalte Küche spezialisiert.“ Vier Kinder (heute 28, 25, 13 und 10 Jahre alt) hat sie mit Ehemann Ingo großgezogen „und immer als Köchin weitergearbeitet“, erzählt die Jungunternehmerin, bei der daheim nicht selten „einfach Wirsing oder Spaghetti mit Tomatensoße“ auf den Tisch kommt, wie sie freimütig einräumt.

Traum erfüllt

Viele Jahre war sie in Privathaushalten angestellt. Nebenbei bekochte sie aus Freude an der Arbeit auch fremde Gäste zum Selbstkostenpreis im „Restaurant im Wohnzimmer“. Darauf fußend hat sie sich jetzt „hier einen Traum erfüllt“, sagt Wesenberg.

Nur auf Bestellung geöffnet

Einfach mal essen gehen zu „Klein & Fein“ ist nicht. Dieses Restaurant öffnet nur auf Bestellung, sei es für Weihnachtsfeiern, Firmenessen, ein ausgefallenes Frühstück oder Familienfeiern aller Art. Maximal 18 Gäste kann Petra Wesenberg bewirten. Ihr beim Kochen in die Töpfe zu schauen oder selbst am Herd zu helfen, ist dabei ausdrücklich erlaubt. „Mein Hauptaugenmerk liegt aber darauf, dass die Leute hierher kommen, sich hinsetzen und sich verwöhnen lassen“, betont die Chefin. Besonders soll das bei ihren „Romantik-Menüs für 2“ gelten. Verliebte, Verlobte und Verheiratete haben dann das „Klein & Fein“ exklusiv für sich allein. Bei der Menüauswahl seien die Kundenwünsche oberstes Gebot, versichert Petra Wesenberg.

Event-cooking

Sie plant noch diverse andere Events. Pralinenseminare, Weinabende, Themenabende beispielsweise „rund um die Kartoffel“ und Kochkurse. „Wobei ich richtigen Hobbyköchen sicher nichts mehr beibringen kann. Da kann man sich höchstens austauschen.“ Ihre Zielgruppe sind eher die Kochmuffel, die sonst Wasser anbrennen lassen.

Einen spannenden Versuchsballon startet Wesenberg Ende September: ein Blind-Date-Dinner. „Die Gäste können sich übers Internet anmelden und wissen aber nicht, neben wem sie abends sitzen.“

Offiziell eröffnet wird das „Klein & Fein“ am 15. September mit einigen geladenen Gästen. Richtig Bammel hat Petra Wesenberg nicht, wenngleich ihr wenige Tage vorher die auf sich wartenlassende Lieferung der längst versprochenen Tische und Stühle doch ein bisschen Sorgen macht. „Irgendwas lassen wir uns dafür einfallen. Sonst machen wir eine Stehparty“, sagt die Köchin und lacht.


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