Bettina Weiss möchte Ängste nehmen Neue Realschulleiterin in Westerkappeln

Von Frank Klausmeyer

Willkommen an der Realschule Westerkappeln: Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer (links) und ihr Lotter Kollege Rainer Lammers überbrachten der neuen Realschulrektorin Bettina Weiss gestern einen Blumengruß. Foto: Frank KlausmeyerWillkommen an der Realschule Westerkappeln: Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer (links) und ihr Lotter Kollege Rainer Lammers überbrachten der neuen Realschulrektorin Bettina Weiss gestern einen Blumengruß. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Rektor Ralf Kutschwalski im Ruhestand, sein Vertreter Robert Holtmann an neuer Wirkungsstätte. Die Realschule Westerkappeln ist aber mitnichten führungslos ins neue Schuljahr und in die letzten vier Jahre ihres Bestehens geschlingert. Mit Bettina Weiss gibt es eine neue Schulleiterin, die genau weiß, was auf sie zukommt.

Chefin einer auslaufenden Schule zu sein, hört sich nicht gerade nach einem Traumjob an, sondern eher nach Konkursverwaltung. Bettina Weiss hat sich dennoch – als einzige Bewerberin – bewusst auf diese Stelle beworben. „Ich glaube, dass es hier noch Aufgaben genug gibt“, sagt die sympathische 47-Jährige.

Auslaufschule

Auslaufschule – das kennt die Deutsch- und Sportlehrerin. Bis Sommer vergangenen Jahres war sie – zuletzt als kommissarische Schulleiterin – an der Realschule Billerbeck tätig, die das gleiche Schicksal wie die hiesige Realschule ereilt hat. Vor ihrem Wechsel nach Westerkappeln war sie als Konrektorin an der Realschule Steinfurt-Borghorst.

Was sie motiviert hat, sich auf die Stelle in Westerkappeln zu bewerben, kann die Münsteranerin so genau gar nicht sagen. „Da sind einige Dinge zusammengekommen. Es ist für mich auf jeden Fall eine neue Herausforderung.“

Viele Sorgen

Im Kollegium und auch bei den Eltern gebe es hinsichtlich des Auslaufprozesses verständlicherweise viele Sorgen. „Ich hoffe, dass ich die Ängste nehmen kann“, sagt Bettina Weiss. Eine besondere Herausforderung wird für sie sicher auch sein, größere Absetzbewegungen von Schülern zu stoppen. In Billerbeck sei dies gelungen, betont die neue Rektorin. „Durch gute pädagogische Arbeit und ein lebendiges Schulleben hoffe ich, dass wir den Alltag so gestalten können, dass sich die Kinder hier wohlfühlen.“

Die Rahmenbedingungen dafür scheinen zu passen: Personell sei die Schule derzeit gut aufgestellt, vom Kollegium sei sie sehr freundlich aufgenommen worden, „das Gebäude ist toll“ und zur unter dem gleichen Dach ansässigen Gesamtschule hat sie bereits die Fühler ausgestreckt. Deren Leiter Manfred Stalz kennt Weiss übrigens bereits aus Billerbecker Zeiten. „Ich bin auch froh, dass wir für beide Schulen ein gemeinsames Lehrerzimmer haben.“

Wieder Klassen zusammengelegt

Rund 280 Schülerinnen und Schüler auf elf Klassen verteilt besuchen die Realschule noch. In der Jahrgangsstufe 7 wurden just drei Klassen zu zweien verschmolzen. Ärger mit den Eltern – wie im vergangenen Schuljahr nach der Zwangsfusion der Klassen 10 – scheint es nicht gegeben zu haben. „Die Zusammenlegung ist natürlich schade, weil wir sonst viele kleine Klassen haben“, sagt die Deutsch- und Sportlehrerin. Alle anderen Jahrgänge werden noch dreizügig unterrichtet.

Ein Glücksfall

Für den Träger ist die gelungene Wiederbesetzung ein Glücksfall, wie der Lotter Bürgermeister Rainer Lammers als Vorsteher des Schulzweckverbandes und seine Vertreterin Annette Große-Heitmeyer unisono bekunden. Damit werde auch ein positives Signal gesetzt, ist Große-Heitmeyer überzeugt.

Vertretung gewünscht

„Wir haben immer betont, dass wir die auslaufenden Schulen stark unterstützen wollen, damit die sich nicht aufs Abstellgleis geschoben fühlen“, erklärt Lammers und hakt gleich bei Bettina Weiss nach, ob die sich eine Vertretung wünscht, da Holtmanns Stelle eigentlich nicht wiederbesetzt werden soll. Klar, sagt sie. Na dann viel Erfolg, mag man Lammers und Große-Heitmeyer bei den Gesprächen mit der Bezirksregierung wünschen.