Interview mit Annette Große-Heitmeyer Westerkappelner Bürgermeisterin seit einem Jahr im Amt

Von Frank Klausmeyer

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Annette Große-Heitmeyer ist seit gut einem Jahr als Bürgermeisterin im Amt. Vieles war neu für sie, sagt sie. Aber dazu lernen müsse man in jedem Job. Foto: Frank KlausmeyerAnnette Große-Heitmeyer ist seit gut einem Jahr als Bürgermeisterin im Amt. Vieles war neu für sie, sagt sie. Aber dazu lernen müsse man in jedem Job. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Ein gutes Jahr ist Annette Große-Heitmeyer jetzt Verwaltungschefin. Unsere Redaktion sprach mit der Westerkappelner Bürgermeisterin über den Start.

Frau Große-Heitmeyer, wie ist das erste Lehrjahr aus Ihrer Sicht gelaufen?

Das erste Lehrjahr? (lacht). Das ist ja lustig.

Ob das lustig ist, weiß ich nicht. Ich frage deshalb, weil vor einiger Zeit jemand aus der SPD-Fraktion zu mir sagte, dass Sie die teuerste Auszubildende sind, die die Verwaltung jemals hatte. Ärgert Sie so etwas ?

Nee, das amüsiert mich eher.

Mussten Sie denn viel lernen?

Sicherlich musste ich das eine oder andere lernen. Das ist ja auch nicht verwunderlich, weil ich nicht aus der öffentlichen Verwaltung komme. Das heißt aber nicht, dass man das nicht lernen kann. Ich glaube, das ist in jedem neuen Job so.

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Wie läuft es allgemein mit der Zusammenarbeit im Rat. Sie müssen sich die Mehrheiten ja suchen. Gehen Sie in strittigen Fragen zuerst auf die SPD zu?

Ich suche mit allen Fraktionen den Kontakt und Konsens. Der Rat ist mit vielen neuen Mitgliedern besetzt worden. Dadurch hat man gemerkt, dass der Rat sich selbst erst einmal sortieren und aufstellen musste.

Wie ist Wie ist das Verhältnis zur SPD? amp;0Wie ist das Verhältnis zur SPD? amp;0Wie ist das Verhältnis zur SPD? amp;485569">das Verhältnis zur SPD?

Gut! Zumindest von meiner Seite (lacht).

Man könnte den Eindruck haben, dass die CDU nicht uneingeschränkt hinter Ihnen steht. Zumindest in der Netto-Frage hat die Fraktion anders abgestimmt als Sie. Fühlen Sie sich da im Stich gelassen?

Nein. Ich sage immer wieder: Ich bin hier als Bürgermeisterin für alle angetreten und nicht etwa als CDU-Fraktionsvorsitzende. Ich werde immer so stimmen wie ich glaube, dass es für Westerkappeln gut ist.

Nach der Wahl vergangenes Jahr wurde immer wieder von „Altlasten“ und „Leichen im Keller gesprochen“. Haben Sie da was gefunden?

Was heißt Altlasten. Natürlich gibt es bei einem Wechsel immer Rückstände, die man aufzuarbeiten hat.

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Was war denn so eine Altlast?

Ich nenne mal das Thema „Gartenmoorweg“ , was natürlich für uns sehr wichtig ist. Ob man das Altlast nennen soll, weiß ich nicht. Es war aber so, dass die erste Offenlage nicht von dem Erfolg gekrönt war, den man sich versprochen hatte. Ich kann zwar verstehen, dass man relativ schnell in die Offenlage gehen wollte, aber letztendlich hat uns das wieder eingeholt, sodass wir wieder bei Null anfangen mussten.

Personell gab es einige Veränderungen. Ist der Prozess jetzt abgeschlossen?

Ja.

Auf anderen Gebieten ernten Sie jetzt vielleicht die Früchte Ihres Vorgängers, insbesondere wenn ich an die Heerstraße denke.

Teils hat mein Vorgänger das sicher eingestielt. Für den anderen Teil mussten wir die letzten Schritte aber noch einleiten, zum Beispiel, was den Drogeriemarkt betrifft. Mir ist auch sehr daran gelegen, dass das, was Herr Hockenbrink angestoßen hat, jetzt auch umgesetzt wird.

Stehen Sie mit Herrn Hockenbrink noch hin und wieder in Kontakt?

Nein. Wir haben uns ab und an zwar mal gesehen, aber das war wenig.

Wer ist Ihr wichtigster Mitarbeiter im Rathaus?

Herr Rieger (Leiter des Fachbereichs Allgemeine Verwaltung und der Finanzabteilung/Anm.d.Red.)

Man könnte ja auch auf Frau Beckemeyer, Ihre Sekretärin, kommen.

Ja, auch Sie ist sehr wichtig für mich, weil Sie auch schon lange im Haus ist und die Zusammenhänge kennt.

Nach einem Jahr: Was mögen Sie gar nicht an Ihrer Arbeit ? Und erzählen Sie mir nicht, Sie machen alles gerne.

Oh Gott, da muss ich lange überlegen. Einerseits sind das vielleicht vereinzelt Gespräche, deren Ergebnisse man als verbindlich ansah, die aber aus rechtlichen Gründen nicht durchsetzbar waren. Und andererseits war es für mich eine Umstellung, nicht mehr eigenständig Entscheidungen treffen zu dürfen. Das war in meiner vorherigen Tätigkeit als Verwaltungsleitung oft anders. Dort habe ich die Entscheidungen teils alleine und teils in Abstimmung mit dem Geschäftsführer treffen dürfen. Wir leben aber ja in einer Demokratie. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil.

Und das Schönste an Ihrer Arbeit?

Dass ich es mit vielen verschiedenen Themen und mit vielen Menschen zu tun habe.

Ich gucke mal nach vorne: neues Feuerwehrgerätehaus, neues Sportzentrum , Freibadsanierung. Glauben Sie, dass davon noch irgendetwas in dieser Legislaturperiode gewuppt werden kann?

Ja.

An was denken Sie da zuerst, was ja auch etwas mit dem Setzen von Prioritäten zu tun hat?

Die Prioritäten werden teilweise auch von außen gesetzt. Das Gesundheitsamt guckt aufs Freibad. Der Kreis guckt – auch im Zusammenhang mit der Rettungswache – aufs Feuerwehrgerätehaus. Und das Sportstättenkonzept ist für das Vereinsleben ein ganz wichtiges Thema. Ohne die anderen beiden Projekte zurückstellen zu wollen, ist das Feuerwehrgerätehaus vielleicht das wichtigste Thema. Davon sind alle betroffen, ob Jung oder Alt. Bei uns hat es im Dezember gebrannt. Da weiß man, wie wichtig die Feuerwehr ist.

Was wird das beherrschende Thema in den kommenden zwölf Monaten sein?

Gartenmoorweg – eindeutig !

Das ist ein Wohnbaugebiet. Das andere sind Gewerbeflächen. Im Zuge der Kohlekonversion sollen den Kohlekommunen ja 75 Hektar zusätzliche Flächen zugestanden werden. Was und wo fällt denn da für Westerkappeln ab?

Da bin ich gerade mit der Bezirksregierung im Gespräch, weitere Gewerbeflächen zu eruieren.

Wo ist denn der Suchraum? Eher im Süden in Velpe oder im Bereich des Gartenkamps.

Sowohl als auch. Vielleicht muss man aber auch komplett umdenken und einen dritten Standort ins Auge fassen, wenngleich Westerkappeln beseelt ist von Naturschutzgebieten und von daher nicht ganz viel Spieltraum sein wird.

Zum Schluss noch etwas Privates: Wie oft kommen Ihre Kinder zu kurz?

Ach ich glaube, denen geht es sehr gut (lacht). Wir haben das Familiäre sehr gut geregelt.


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