Aldi, Lidl, Edeka überholt K+K schließt in Westerkappeln Erweiterung ab

Von Frank Klausmeyer

K+K rüstet sich für die Neueröffnung am 4. Dezember. Die Regale werden bereits eingeräumt. Foto: Frank KlausmeyerK+K rüstet sich für die Neueröffnung am 4. Dezember. Die Regale werden bereits eingeräumt. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. K+K war eine der letzten Handelsketten, die Erweiterungs- beziehungsweise Neubaupläne für Westerkappeln kundgetan hat. Das Gronauer Unternehmen wird aber auf alle Fälle mit Abstand als erster fertig sein. Nächste Woche soll der neu gestaltete Markt an der Heerstraße neu eröffnen. Derweil stecken die Wettbewerber alle noch in der Planungsphase.

Das gilt auch für die Edeka Rhein-Ruhr aus Moers. Die Gesellschaft hatte vor einem Jahr einen Coup gelandet, als sie den ursprünglichen Investor für das geplante Einkaufszentrum an der Heerstraße vom Spielfeld drängte, indem sie sich das Grundstück sicherte. Dort will Edeka nun selbst einen neuen Supermarkt sowie Verkaufsflächen für eine Drogerie und einen Textildiscounter schaffen. Seit Monaten tut sich aber gar nichts.

Zur Erinnerung: Ursprünglich wollte ein Investor aus Stade das Nahversorgungszentrum auf der Wiese westlich von Aldi/K+K realisieren. Im September 2007 wurden die Pläne erstmals vorgestellt. Nachdem sich der erste Investor verabschiedet hatte, betrat die Profilia GmbH & Co.KG aus Porta Westfalica mit ziemlich der gleichen Idee die Bühne. Die Firma wollte Rewe als Ankermieter und darüber hinaus Drogerie und Textiler ansiedeln. Dann kam Ende 2013 Edeka mit ähnlichen Plänen.

„Wir sind unverändert bemüht, das Einkaufszentrum zu errichten“, versichert Stephan Steves, Geschäftsführer von Edeka Rhein-Ruhr. Ziel sei, das ganze Objekt bis Ende 2015 fertigzustellen. „Ob das gelingt, kann ich aber nicht sagen.“

Im April hatte Alt-Bürgermeister Ullrich Hockenbrink nach Gesprächen mit Edeka einen deutlich früheren Fertigstellungstermin in Aussicht gestellt. Das Projekt brauche aber seine Zeit, stellt Stevens dazu jetzt fest. Dies gelte auch für die Vertragsverhandlungen mit möglichen Betreibern für einen Drogeriemarkt und ein Textilgeschäft. Und deren Pläne hätten womöglich auch wieder Folgen fürs Baurecht, gibt der Edeka-Manager zu bedenken.

Unbeantwortet bleibt vorerst die Frage, was aus dem jetzigen Edeka-Markt an der Alten Poststraße wird. Edeka hatte den Lokalpolitikern Anfang dieses Jahres zwar Unterstützung bei der Suche nach einem Folgenutzer für die zentral gelegene Immobilie versprochen. Der Pachtvertrag für den Markt läuft aber Mitte 2016 aus. Das wirtschaftliche Interesse Edekas, einen Nachmieter zu finden, wird wohl schwinden, je näher dieses Datum rückt.

Sollte Edeka im kommenden Jahr bauen, wird an der Heerstraße richtig was los sein. Denn Aldi möchte zeitgleich sein bestehendes Gebäude abreißen und durch einen Neubau ersetzen, bestätigt Ingo Zabel, Leiter Immobilien und Expansion in der Regionalzentrale Greven. Zurzeit laufe noch das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes. Parallel habe Aldi den Bauantrag eingereicht. „Ich denke, das ist für Westerkappeln eine schöne Entwicklung, wenn alle Anbieter ihre Standorte auf den neuesten Stand bringen“, meint Zabel.

Dazu gehört auch Lidl. Der Discounter wollte seinen Markt an der Heerstraße zunächst nur erweitern und hatte dafür sogar schon die Baugenehmigung in der Tasche. Dann aber entschieden sich die Verantwortlichen doch für einen Neubau. Die zu Jahresbeginn geäußerte Hoffnung, das Projekt in 2014 durchzuziehen, hat sich allerdings zerschlagen. „Wir mussten noch ein Einzelhandel-Verträglichkeitsgutachten nachliefern, von dem es erst hieß, dass wir das nicht brauchen“, erklärt Prokurist Bodo Konway. Die Untersuchung liege mittlerweile vor. Nun hoffe Lidl auf eine Genehmigung bis Ende des Jahres, so dass der Neubau im nächsten Frühjahr beginnen könne, erläutert Konway.

Schließlich gibt es noch Netto: Das Unternehmen möchte gerne an der Osnabrücker Straße neu bauen. Das Verfahren läuft. In den Ratsgremien wurden zuletzt aber Bedenken laut, ob und wie die Anbindung verkehrssicher gestaltet werden kann.

All diese verfahrenstechnischen Feinheiten rühren K+K nicht sonderlich. Zurzeit läuft dort der Endspurt der Erweiterung. Nächste Woche Donnerstag (4. Dezember) soll Wiedereröffnung gefeiert werden. Das Unternehmen dehnt die Verkaufsfläche von bislang etwa 1000 auf 1350 Quadratmeter aus. Der Markt bekommt unter anderem einen kompletten neuen Obst- und Gemüsebereich, ein erweitertes Tiefkühlsortiment als auch eine nach Firmenangaben „wirklich ansprechende große Getränke-, Spirituosen- und Weinabteilung“.

Mit der Erweiterung wollte K+K nicht zuletzt auf die geplante, aber gescheiterte Rewe-Ansiedlung reagieren. Jetzt können die Gronauer den Edeka-, Aldi-, Lidl- und Netto-Plänen erst einmal gelassen entgegensehen.


Drogeriemarkt

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat es in Westerkappeln zwei Drogeriemärkte gegeben: an der Alten Poststraße und an der Großen Straßen – beides Filialen von Schlecker. Die Insolvenz bedeutete im Juni 2012 schließlich auch das Aus für die beiden Märkte in Westerkappeln.

„Ein Drogeriemarkt muss kommen“, betonte kürzlich Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer anlässlich des kommunalpolitischen Abends der CDU. Im gleichen Zusammenhang äußerte sich auch ihre Stellvertreterin Susanne Hehemann. Sie nahm dabei Bezug auf die Umbau- und Erweiterungspläne der hiesigen Lebensmittelhändler und Discounter und das Einkaufszentrum an der Heerstraße. Hehemanns Einschätzung: „Jetzt kriegen wir das, was wir eigentlich nicht wollten, aber der Drogeriemarkt steht noch auf tönernen Füßen. kcp