Musik aus einer fremden Welt Erstes Winterkonzert auf dem Kulturhof Westerbeck

Von Dietlind Ellerich

In eine fremde Welt entführten Jan Klare (Saxofon und Querflöte), Tim Isfort am Kontrabass und Thaung Htike aus Myanmar inmitten seines Burmesischen Trommelkreises mit seinen 21 fein gestimmten Trommeln das Publikum im voll besetzten Galerie-Café des Kulturhofes Westerbeck. Foto: Dietlind EllerichIn eine fremde Welt entführten Jan Klare (Saxofon und Querflöte), Tim Isfort am Kontrabass und Thaung Htike aus Myanmar inmitten seines Burmesischen Trommelkreises mit seinen 21 fein gestimmten Trommeln das Publikum im voll besetzten Galerie-Café des Kulturhofes Westerbeck. Foto: Dietlind Ellerich

Westerkappeln. Wer geglaubt hatte, er hätte in Westerbeck schon alle Variationen von Klängen und Tönen erlebt, wurde eines Besseren belehrt. Mit dem Trio Jan Klare (Saxofon und Querflöte), Tim Isfort am Kontrabass und vor allem mit Thaung Htike aus Myanmar inmitten seines Burmesischen Trommelkreises stellten die Gastgeber Barbara und Raimund Beckmann eindrucksvoll unter Beweis, dass sie immer noch einen draufsetzen können.

Es war das erste von drei Winterkonzerten, die sie sich und den vielen Kulturhoffreunden aus Freude über die so erfolgreiche Saison 2014 gönnen möchten. Das Publikum blieb ihnen auch im vorweihnachtlichen Lichterglanz treu und drängelte sich um die kleine Bühne. Schon optisch machte das ungewöhnliche Ensemble unter dem Sternenhimmel etwas her.

Der Hingucker war natürlich der junge Trommler in seinem „Pat Waing“, ein golden glänzender Kreis, der nicht nur als Halterung für die Trommeln in allen Größen dient, sondern nach burmesischer Tradition auch verhindern soll, dass die Zuschauer dem Meister bei der Arbeit zuschauen, wie Tim Isfort den völlig faszinierten Frauen und Männern während der zeitaufwendigen Stimmpausen erklärte.

Thaung Htike müsse den Großteil des Abends umstimmen, „weil die 21 Trommeln nicht ganz analog zu unserer Klaviatur sind“, fügte Isfort schmunzelnd hinzu.

Wer nun ausschließlich burmesische Folklore erwartete, lag nicht ganz richtig. Die drei Musiker mit ihrer ungewöhnlichen Instrumentenkonstellation verstanden sich auch auf „Jazz vom Feinsten“ und entführten ihr Publikum auf einer langen Flussfahrt über den Ayeyarwady, ins Zwischenreich voller guter und böser Geister, eben in eine ganz andere Welt.

Freunde der bildenden Kunst kamen ebenfalls auf ihre Kosten. Beatrice Gunschera und Heidrun Bailly zeigen in diesen Wochen „Engel aus dem Tonnenbrand“, der Glasbläser Franz Winkelkotte stellt „Vasen mit eingefangenen Farben“ und Michael Gaide „Marqueterien“, Intarsienarbeiten aus Holz, aus.

Das erste Winterkonzert 2014 war zugleich das 99. Konzert, das die Eheleute Beckmann seit 2007 auf dem Kulturhof Westerbeck veranstaltet haben.

Überraschung zum 100.

Und auch zum 100. am kommenden Sonntag haben sie wieder ein Highlight in petto: Die Besucher dürfen sich auf die preisgekrönten Violinisten Marie-Luise und Christoph Dingler freuen. Und das ist noch nicht alles. „Mal sehen, was noch passiert“, orakelte Raimund Beckmann am Sonntag. Reservierungen für den Abend am ersten Advent bei Wein und Kerzenschein sind wie immer dringend erforderlich.


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