Mehrfach Glück im Unglück Westerkappeln: Unfallopfer nur durch Zufall entdeckt

Von Frank Klausmeyer


Westerkappeln. Was genau in der Nacht zum Montag auf der Ibbenbürener Straße in Düte passierte, ist noch unklar. Fest steht: Das Unfallopfer hat mehrfach Glück im Unglück gehabt. Denn obwohl es zunächst ganz anders aussah am Ort des Geschehens, kam der 21-jährige Westerkappelner wohl mit leichteren Verletzungen davon. Und der junge Mann kann sich bei zwei Ibbenbürenern bedanken, die das Autowrack zufällig in einem Rapsfeld entdeckten.

Kurz vor 2 Uhr waren die beiden (23 und 25) auf dem Weg von Lotte nach Ibbenbüren unterwegs. „Wir waren schon fast vorbei, als ich den Wagen noch im letzten Augenblick gesehen habe“, erzählt der 23-Jährige. In einem Rapsfeld nahe der Landstraße stand ein demolierter Renault Megane.

Die beiden jungen Männer schauten nach und erkannten eine Person hinter dem Lenkrad. Der Airbag hatte ausgelöst. Der 21-Jährige war offenbar bewusstlos, wie die beiden Zeugen berichten. Während der eine sich um das Unfallopfer kümmerte, es weckte und ihm etwas zu trinken gab, setzte der andere einen Notruf ab. Möglicherweise hatte sich der Unfall schon Stunden zuvor ereignet, denn der Motor des Renault war beim Eintreffen der Zeugen bereits völlig abgekühlt.

Wenig später waren Polizei und Rettungskräfte vor Ort. Die Freiwillige Feuerwehr, mit rund 20 Mann im Einsatz, befreite den Westerkappelner aus dem Fahrzeugwrack. Der 21-Jährige stand nach Polizeiangaben deutlich unter Schock, hatte aber – zumindest äußerlich – keine schlimmen Verletzungen davongetragen. Er wurde vor Ort stabilisiert und in ein Osnabrücker Krankenhaus gebracht.

Der Unfall ereignete sich nach ersten Ermittlungen der Polizei so: Der Westerkappelner war in Richtung Ibbenbüren unterwegs. In Höhe des Umspannwerkes verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug, schoss über die Fahrbahn und raste in eine Bushaltestelle, die durch die Wucht des Aufpralls fast völlig zerstört wurde. Im Rapsfeld daneben kam das Auto zum Stehen.

Die genaue Ursache wird noch ermittelt. Möglicherweise war der 21-Jährige zu schnell, vielleicht war auch Alkohol im Spiel, wie es in der Nacht an der Unfallstelle hieß. Der Westerkappelner hat am Dienstagmorgen angeblich erzählt, er habe einem entgegenkommenden Auto ausweichen müssen, weil es auf seiner Spur unterwegs war. In dem Fall gäbe es eine Unfallflucht. Die Polizei ermittelt noch.

Zum genauen Sachschaden lässt sich derzeit noch nicht viel sagen. Die Bushaltestelle macht jedenfalls einen irreparablen Eindruck, das Auto dürfte auch ein Totalschaden sein. Wenn das Buswartehäuschen komplett ersetzt werden muss, geht Mansour Rahmian vom Bauamt der Gemeinde von Kosten in Höhe von 7000 bis 8000 Euro aus. Das dürfte aber ein Fall für die Versicherung sein.

Die Ibbenbürener Straße war für die Bergungs- und Aufräumarbeiten rund eine Stunde gesperrt.