Einmal stechen, zweimal Gutes tun Blutspender in Westerkappeln und Lotte helfen Leukämiepatienten

Gemeinsam Lebensretter suchen das DRK und die Stefan-Morsch-Stiftung bei den Blutspendeterminen in Westerkappeln, Velpe und Wersen. Foto: PRGemeinsam Lebensretter suchen das DRK und die Stefan-Morsch-Stiftung bei den Blutspendeterminen in Westerkappeln, Velpe und Wersen. Foto: PR

Lotte/Westerkappeln. Blutspender helfen Leukämiepatienten“ – unter dieser Überschrift rufen der DRK-Blutspendedienst West sowie die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei, im November zur Blutspende und Typisierung in Westerkappeln und Wersen auf. Ziel ist es, junge Menschen in beiden Orten zur Blutspende zu motivieren und sich als Stammzellspender für Leukämie- und Tumorkranke bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren zu lassen.

„Einmal stechen, zweimal helfen“, lautet das Motto dieser gemeinsamen Aufrufe , die nicht nur in Westerkappeln und Wersen, sondern im gesamten Gebiet des Blutspendedienstes West in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland angelaufen sind. Das heißt: Wer zum Blutspenden geht, kann sich direkt auch als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen. „Nach der Blutspende, wenn die Spender ohnehin noch eine Kanüle im Arm haben, wird einfach ein Röhrchen Blut abgenommen – ein Fingerhut voll“, erläutert eine Sprecherin der Stiftung. Dieses Röhrchen komme dann ins hauseigene Labor der Stiftung, um die Gewebemerkmale zu bestimmen. Diese HLA-Merkmale, die Teil des genetischen Codes eines Menschen sind, würden zusammen mit den persönlichen Daten im Register der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Die Gewebemerkmale seien dann mit der Spendernummer unter der Beachtung des Datenschutzgesetzes anonymisiert im deutschen Zentralregister (ZKRD) und in der internationalen Spenderdatei (BMDW) für weltweite Suchanfragen verfügbar.

Der DRK-Blutspendedienst West unterstreicht: „Die steigende Lebenserwartung älterer Menschen und das Ausscheiden von Spendern aus Alters- und Gesundheitsgründen wirken sich in großem Umfang auf den Bedarf an Blutkonserven aus.“

Die gleiche Herausforderung sieht Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung, durch den demografischen Wandel auf die Stammzellendateien zukommen: „Es ist wichtig, junge Menschen über das Thema Blutspende und Stammzellspende zu informieren. Denn die Zahl der Krebspatienten, die in den kommenden Jahren Blutkonserven und Stammzellspenden benötigen, wird mit einer wachsenden älteren Bevölkerung stark zunehmen.“

Die im Herbst vergangenen Jahres gestartete Zusammenarbeit hat nach Angaben der Stefan-Morsch-Stiftung schon Früchte getragen: Insgesamt seien bei fast 500 gemeinsamen Blutspende- und Typisierungsaktionen knapp 7000 neue Stammzellspender in der Stammzellspenderdatei der Stiftung registriert worden.

Als Stammzellspender kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren bis 40 Jahre kostenlos registrieren lassen. Über die Ausschlusskriterien können Interessierte sich im Vorfeld unter www.stefan-morsch-stiftung.de oder über die gebührenfreie Hotline der Stiftung (0800/7667724) informieren. Bei der Blutspende muss man ebenfalls mindestens 18 Jahre alt sein. Neuspender dürfen nicht älter als 68 Jahre sein.

Für alle, die mehr über die Blutspende wissen wollen, hat der DRK-Blutspendedienst West montags bis freitags (8 bis 18 Uhr) unter 0800/1194911 eine kostenlose Hotline geschaltet. Weitere Informationen gibt es auch online unter www.blutspendedienst-west.de .

Die Termine: Freitag, 7. November, 16.30–20.30 Uhr, Aula des Schulzentrums Westerkappeln, Osnabrücker Straße 25; Freitag, 14. November, 16.30–20.30 Uhr, Westerkappeln-Velpe, Martin-Niemöller-Haus, Hambürener Straße 5; Freitag, 28. November, 16.30–20 Uhr, Lotte-Wersen, Gemeinschaftshauptschule, Am Herrengarten 20.


Stefan-Morsch-Stiftung:

Stefan Morsch aus Birkenfeld (Rheinland-Pfalz), erkrankte Anfang der 1980er Jahre an Leukämie. Am 31. Juli 1984 wurde dem damals 16-Jährigen im Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle Knochenmark transplantiert. Er war der erste Europäer, dem fremdes Knochenmark übertragen wurde. Obwohl die Transplantation erfolgreich war, starb Stefan knapp fünf Monate später an den Folgen einer Lungenentzündung.

Doch Stefan sollte nicht umsonst gestorben sein. Es war sein Wunsch, eine Stiftung zu gründen, was seine Eltern zewi Jahre später taten. Die Stefan-Morsch-Stiftung betreibt seitdem die erste deutsche Datei für Knochenmark- und Stammzellspender.

Ziel der Arbeit ist es, Menschen zu gewinnen, die sich registrieren und typisieren lassen und somit zu potentiellen Knochenmark- und Stammzellspendern werden. (Quelle: Stefan-Morsch-Stiftung).