Einbruchsprävention Polizeiexperte gibt Tipps in Westerkappeln

Von Frank Klausmeyer

Perfides Verbrechen: Mit dem sogenannten Enkeltrick versuchen Kriminelle immer wieder, arglose Rentner um ihr Gespartes zu bringen. Symbolfoto: Gert WestdörpPerfides Verbrechen: Mit dem sogenannten Enkeltrick versuchen Kriminelle immer wieder, arglose Rentner um ihr Gespartes zu bringen. Symbolfoto: Gert Westdörp

Westerkappeln. Der gemeine Verbrecher kommt nicht immer maskiert und brutal daher. Ganz im Gegenteil: „Die Straftäter sind heute oft eher charmant“, sagt Kriminalhauptkommissar Andreas Ewering. Der Polizist aus Rheine kennt sich aus. Der Beamte ist im Bereich Kriminalprävention und Opferschutz unterwegs und berät insbesondere Senioren, wie sie sich vor Gaunern aller Art schützen können. Jetzt war Ewering in der Handarper Kirche beim „Frühstückstreff 55+“ zu Gast.

Wenn es zu Brötchen, Kaffee Klatsch und Tratsch auch noch einen informativen Vortrag mit wertvollen Tipps und Tricks für den Alltag gibt, genießt man so ein Frühstück gerne noch ausgiebiger. Mit Kriminalhauptkommissar Ewering hatten die Organisatoren um Horst Meyer einen Experten ins Boot geholt, der viel über Verbrechensvorbeugung zu berichten wusste. Und dabei räumte er auch mit dem ein oder anderen Klischee auf.

Auch wenn für manchen Zuhörer die Kriminalität gefühlt zunimmt, spricht die Statistik eine andere Sprache. Die Zahl der Straftaten hält sich seit Jahren in etwa auf dem gleichen Niveau. Es gibt aber Veränderungen: weniger Gewalttaten, dafür mehr Einbrüche.

Und die Täter schlagen meist am helllichten Tage zu, wie Ewering erläuterte. 88 Prozent der Einbrüche passieren zwischen 8 und 22 Uhr, also dann, wenn niemand im Haus oder in der Wohnung ist. „Der durchschnittliche Einbruch dauert auch nur drei bis acht Minuten“, betont Ewering.

Deshalb sei es wichtig, Fenster und Türen beim Verlassen des Heimes abzuschließen. Das raube dem Dieb wertvolle Zeit. „Und oftmals geben die dann schnell wieder auf“, berichtet Ewering.

Prävention im Urlaub

Darüber hinaus sei es wichtig, vor allem in der Urlaubszeit das Haus bewohnt aussehen zu lassen. „Es sollte jemand regelmäßig den Briefkasten leeren und ab und zu den Stand der Rollläden verändern“, rät der Experte, der auch dem Netzwerk „Zuhause sicher“ angehört. Mit Hilfe von Zeitschaltuhren sei darüber hinaus ganz bequem die Beleuchtung im Haus zu steuern.

Die erfolgreiche Durchführung einer besonders fiesen Straftat ist für viele Leute fast unvorstellbar, kommt aber so nicht selten vor. Der sogenannte „Enkeltrick“ wurde auch in der Region schon etliche Male angewendet. So ist im Frühjahr dieses Jahres eine Westerkappelner Rentnerin um 20000 Euro betrogen worden.

„Die Täter machen das immer häufiger mit Schockanrufen“, betonte Ewering. Am Telefon werde dem Opfer dann etwas von einem Verkehrsunfall oder einer plötzlichen Operation erzählt. Dann werde Geld verlangt. Gerade Senioren fallen häufig auf solche Anrufe rein. „Das ist in der Aufregung nicht leicht, aber stellen sie persönliche Fragen und vergewissern Sie sich über die Echtheit des Anrufes. Rufen sie im Zweifel weitere Verwandte an und geben sie bloß kein Geld an Fremde an der Haustür ab“, riet Ewering.

Gesundes Misstrauen

Bargeld sei in der Regel das Hauptziel der Verbrecher. Und deren Maschen sind oftmals kaum von alltäglichen Handlungen zu unterscheiden. Eine unverfängliche Frage nach dem Weg, ein kleiner Rempler am Bahnhof, das Platznehmen auf dem Nachbarstuhl im Café: Gauner müssen nah an ihre Opfer heran, um eine Geldbörse oder andere Wertsachen zu stehlen.

„Man will zwar immer hilfsbereit sein, aber ein gesundes Maß an Misstrauen kann einen Diebstahl schon verhindern“, appellierte der Polizeibeamte, selbst bei einem charmanten Auftreten eines Unbekannten Skepsis an den Tag zu legen.