Kaiser Wilhelm trifft Gräfin von Paris Apfelfest in Westerkappelner Baumschule Fels

Von Astrid Springer

Mehr als 40 größtenteils historische Apfelsorten waren zum Probieren auf einem langen Tisch verteilt. Foto: Astrid SpringerMehr als 40 größtenteils historische Apfelsorten waren zum Probieren auf einem langen Tisch verteilt. Foto: Astrid Springer

Westerkappeln. Hasenkopf, Melrose, Ontario, Pinova oder Topaz haben am Sonntag zahlreiche Besucher angelockt. Dahinter verbergen sich aber keine Ausflugsziele in den Mittelgebirgen oder irgendwo in der Südsee, sondern es handelt sich um Apfelsorten. Georg und Christiane Fels hatten zum achten Mal zum Apfelfest in die Baumschule Am Kapellenweg in Westerkappeln eingeladen – Verkostung ausdrücklich erlaubt.

Nicht nur Westerkappelner nutzten die Gelegenheit, um bei Fleischspießen und leckerer Torte die ungezwungene Atmosphäre zu genießen. Auch aus den Nachbargemeinden und dem weiteren Umkreis hatte das Apfelfest wieder viele Gartenbesitzer angelockt, die sich beim Team der Baumschule über die Obstgehölze informierten.

Zeigte sich der Himmel am Morgen noch bedeckt, rissen die Wolken gegen Mittag pünktlich zum Start der Veranstaltung auf. Die Baumschule Fels hatte mehr als 40 größtenteils historische Apfelsorten zum Probieren auf dem langen Tisch verteilt, darüber hinaus Birnen und Nashis, eine Pflanzenart aus der Gattung der Birnen . Und so traf Kaiser Wilhelm auf die Gräfin von Paris.

Beinahe schon ein alter Hase des Metiers ist Streuobstwiesenbesitzer Heinz Möhrke. Er entschied sich bereits im Frühjahr, seine alte Obstbaumwiese in Lengerich zu verjüngen. Dafür ließ sich Möhrke ausführlich von Georg Fels beraten und hat inzwischen fünfzehn der mehr als einhundert Jahre alten Bäume durch jüngere ersetzt.

„Die Obstbaumwiese habe ich von meinem Großvater übernommen“, berichtet Möhrke begeistert. Der habe an der Kronenburg bereits 1890 als Lehrer mit seinen Schülern die ersten Obstbäume veredelt. Möhrkes Lieblingssorte ist der Gravensteiner, weitere fünf Hochstämmchen fehlen ihm noch zu seinem Glück.

Dass der Lengericher seine Bäumchen in Westerkappeln kauft, findet er nicht ungewöhnlich. „Die Baumschule Fels nimmt in der Region eine herausragende Stellung ein, was Obstbäume und Sortenreichtum betrifft“, ist er überzeugt, „Georg Fels versteht etwas von seinem Fach“, lobt er die Qualität der Bäumchen und die umfassende Beratung, man merke, dass er selbst veredle.

Das hat sich offenbar herumgesprochen: So viele Gäste strömten nach und nach in die Baumschule, dass man bisweilen den Eindruck hatte, man sei auf dem Rummelplatz. Und nicht wenige Besucher nahmen dabei ein oder gleich mehrere Bäumchen dauerhaft in Obhut. Noch bis zum Abend blieb die Sonne den Obstbaumliebhabern treu und das Fest wurde einmal mehr ein voller Erfolg.