Orientierung und Hilfe für Kleine Kinderortsplan für Westerkappeln zeigt „Notnester“

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Brandaktuell ist der neue Kinderortsplan, vorgestellt von: (von links) Thomas Jablonski (RWE-Kommunalbetreuer), Schulleiterin Anne Frickenstein, Ivonne Schmidt (Schulpflegschaft und Wespe), Petra Kleen (Wespe), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und Simone Quittek (Schulpflegschaft) Foto: Araann ChristophBrandaktuell ist der neue Kinderortsplan, vorgestellt von: (von links) Thomas Jablonski (RWE-Kommunalbetreuer), Schulleiterin Anne Frickenstein, Ivonne Schmidt (Schulpflegschaft und Wespe), Petra Kleen (Wespe), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und Simone Quittek (Schulpflegschaft) Foto: Araann Christoph

Westerkappeln. Wie Pilze aus dem Boden schießen neue Straßen – so kommt es einem vor, wenn man sich die neuen Wohnsiedlungen in Westerkappeln ansieht. Da fällt es doch manchmal schwer, den Überblick zu behalten; vor allem, wenn man noch nicht so groß ist. Vor sieben Jahren ist deshalb für die Westerkappelner Kinder ein Ortsplan veröffentlicht worden. Nun ist der neue, brandaktuelle Plan in der Grundschule am Bullerdiek vorgestellt worden.

„Die wichtigsten Orte für Kinder, wie etwa Schule, Turnhallen und Freibad, sind eingezeichnet. Auch die sicheren Schulwege – die gefährlichen Stellen sind mit roter Signalfarbe markiert“, betont Schulleiterin Anne Frickenstein. Auf der Rückseite ist das große Schulgelände abgebildet.

Im neuen Kinderstadtplan steckt jede Menge Arbeit. Nicht nur die Verantwortlichen beim Förderverein Wespe arbeiteten ein halbes Jahr lang daran, auch die Grundschulkinder haben das Projekt tatkräftig unterstützt, erzählen Ivonne Schmidt und Petra Kleen von der Westerkappelner Elterninitiative.

„Wir sind etwa mit den Kindern und einer Polizistin losgegangen, um die Schulwege zu prüfen, und haben so zum Beispiel schon ausgemacht, wo die gefährlichen Stellen sind“, sagt Frickenstein. Außerdem seien die Kinder vom Ganztagsprogramm zusammen mit ihren Eltern in verschiedenen Geschäfte im Ortskern gegangen.

Diese Geschäfte beteiligen sich an den „Notnestern“. Das ist ein Novum in Westerkappeln. Dahinter verbergen sich sozusagen Anlaufstellen, wo Kinder ausdrücklich willkommen sind, wenn sie Hilfe brauchen. Die Geschäftsleute sind Ansprechpartner etwa bei kleinen Verletzungen. Sie können die Eltern informieren, reichen Pflaster oder Kühlpacks.

Beim Ablaufen der Schulwege sei bei den Kindern bereits der Wunsch deutlich geworden, solche „Rettungsinseln“ zu haben, wo sie beispielsweise auch zur Toilette gehen oder von wo aus sie ihre Eltern anrufen können, berichten die Verantworlichen. Diese „Notnester“, wie die Kinder der dritten und vierten Jahrgänge der Grundschule sie getauft haben, sind nun überall im Ort vertreten. Mit bestimmten Aufklebern an der Tür sind sie gekennzeichnet. Dort gibt es in jedem Fall ein Erste-Hilfe-Paket. „Die Kinder haben auch die Idee für das Emblem geliefert – und es musste auf jeden Fall ein Pflaster darauf zu sehen sein“, betont Frickenstein.

Allerdings ist das Projekt Kinderortsplan noch nicht zu Ende. „Wir planen eine Spielplatzanalyse. Das heißt, wir werden mit den Kindern zu den verschiedenen Spielplätzen, die im Plan ja auch verzeichnet sind, hingehen und mal sehen, was gut ist und wo etwas verbessert werden sollte“, erzählt Petra Kleen, Vorsitzende der Wespe.

Der Ortsplan ist in einer Auflage von 2000 Stück gedruckt worden. Er liegt aus beim Kinderarzt, in den Grundschulen und in Vereinen. „Man kann die praktisch überall bekommen“, sagt Frickenstein. Als Poster sollen die Ortspläne auch in den Klassenzimmern aufgehängt.

Rund 3800 Euro hat die Anfertigung des Kinderortsplanes gekostet. Viele hiesige Sponsoren haben sich daran beteiligt, wie etwa örtliche Geschäftsleute, Geldinstitute und ein großer Energieversorger.


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