Spurensuche in Westerkappeln Amerikanerin besucht Geburtsort ihrer Großmutter

Von Karin C. Punghorst

Verwandtschaftliche Spurensuche: lola Wendland Mullins mit Ehemann Loren (vorn) und ihren Söhnen Doug mit Ehefrau Shiloh und Greg wollen mehr über ihre Ahnin Maria Sophia Helmich erfahren. Spontan und gerne geholfen haben Hermann Rehmeyer (links) und Ehefrau Christine sowie Gästeführer Horst Meyer (rechts). Foto: Karin C. PunghorstVerwandtschaftliche Spurensuche: lola Wendland Mullins mit Ehemann Loren (vorn) und ihren Söhnen Doug mit Ehefrau Shiloh und Greg wollen mehr über ihre Ahnin Maria Sophia Helmich erfahren. Spontan und gerne geholfen haben Hermann Rehmeyer (links) und Ehefrau Christine sowie Gästeführer Horst Meyer (rechts). Foto: Karin C. Punghorst

Westerkappeln. Das Leben schreibt mitunter ganz besondere Geschichten. Das wird sich auch Iola Wendland Mullins gedacht haben, immer wieder – aber in ihren Worten: „This is a very special birthday treat“. Auf den Tag genau an ihrem 80. Geburtstag besuchte die charmante Lady aus den USA Westerkappeln – den Geburtsort ihrer Großmutter Maria Sophia Helmich. „Wonderful memories“, wunderbare Erinnerungen, hege sie für ihre Großmutter väterlicherseits, die sie als Kind kennengelernt hat, erzählt sie.

Um das Jahr 1880 muss Maria Sophia Helmich Westerkappeln verlassen haben und nach den Recherchen von Iola Wendland Mullins in die USA ausgewandert sein. In Kansas hat sie ihre Liebe gefunden und Fred Wendland geheiratet: Einen Mann, der ebenfalls Deutsch sprach und aus dem heutigen Polen ausgewandert ist.

All das erzählt Iola Wendland Mullins auf dem Weg in die Westerkappelner Stadtkirche . Begleitet wird die rüstige Amerikanerin bei ihrer Spurensuche in der alten Welt von Ehemann Loren. Und auch ihre Söhne sind dabei: Greg aus Seattle und Doug mit Ehefrau Shiloh. Die beiden wohnen in der Nähe von Chicago.

Bei den Entfernungen, zumal die Eltern in der Stadt Omaha im Bundesstaat Nebraska leben, sind Familientreffen in dieser Größe eher eine Seltenheit. Um so mehr freut sich Iola Wendland Mulllins, dass sie ihre Lieben um sich hat, an diesem „very special day“ – auf Deutsch: ganz besonderen Tag.

Aufgeregt und gespannt betreten sie die Westerkappelner Stadtkirche. „Wir wissen, dass Maria oft hier gewesen ist“, erzählt Iola Mullins auf Englisch, was sie über ihre Großmutter weiß. Etwas wie Zuneigung schwingt in ihrer Stimme mit. Sie ist gerührt. Ebenso ist den Besuchern Bewunderung für das historische Gebäude ins Gesicht geschrieben. Staunend und aufmerksam verfolgen sie die Ausführungen von Horst Meyer. Der Gästeführer hat spontan Zeit gefunden, für die Familie eine kleine Führung zu geben.

Es ist eben ein besonderer Tag. Denn kaum zu glauben, aber wahr: morgens beim Hotelfrühstück im „Alten Gasthaus Schröer“ treffen die Amerikaner zufällig Hermann Rehmeyer, der mit Ehefrau Christine am Nachbartisch sitzt. Schnell entwickelt sich ein Gespräch unter den Landsleuten, die sich vorher noch nicht kannten. Denn der ehemalige Westerkappelner Rehmeyer ist vor vielen Jahren ebenfalls in die USA ausgewandert und kommt regelmäßig zurück ins Tecklenburger Land, um Freunde und Heimat zu besuchen.

Kurzerhand organisiert er die Ortsführung und nimmt Kontakt mit Horst Meyer auf. Der stimmt gerne zu und erweist sich als guter und sprachversierter Gastgeber und Botschafter Westerkappelns.