Gefahr weiterer Klassenfusionen Konzept für Realschule Westerkappeln notwendig

Von Frank Klausmeyer

Wie geht es weiter mit der Realschule in Westerkappeln? Symbolfoto: Dieter Schütz/PixelioWie geht es weiter mit der Realschule in Westerkappeln? Symbolfoto: Dieter Schütz/Pixelio

Westerkappeln. Die Klassenzusammenlegung an der Realschule sorgt weiter für Diskussionen. Dieses Mal in der jüngsten Ratssitzung. Die CDU-Fraktion hatte im Vorfeld beantragt, die zuständige Dezernentin bei der Bezirksregierung zur Berichterstattung in die Gemeindevertretung einzuladen. Die sagte aber ab.

Damit habe die CDU gerechnet, meinte Fraktionsvorsitzender Wolfgang Jonas. Die Beamtin sei dem Rat keine Rechenschaft schuldig. „Es wäre aber ein gutes Signal gewesen“, meinte Jonas.

Die Eltern setzten Hoffnungen in die Politik, glaubt Jonas. Die Bezirksregierung als Schulaufsicht reagiere eher auf Bitten der Eltern als auf die der Schulleitung. Und wenn die Politik einschreite , tue sich vielleicht noch mehr. „Erst auf unseren Antrag hin wurden der Realschule ein paar zusätzliche Stunden bewilligt“, sagte Jonas.

Gefordert für die auslaufende Realschule sei ein Konzept für die kommenden fünf Jahre. Bis hinunter zur Jahrgangsstufe 6 gebe es nicht genügend Schüler für eine Dreizügigkeit, sieht Jonas offenbar die Gefahr weiterer Klassenfusionen. Probleme wie in Westerkappeln gebe es in ganz NRW. Daher sei vielleicht eine „Kleine Anfrage“ an die Landesregierung ratsam, sagte Jonas wohl in Richtung des SPD-Fraktionsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Frank Sundermann. „Es reicht nicht, mal mit der Schulministerin in der Kantine einen Kaffee zu trinken.“

Reinhard Fiedler (FDP) sieht die Gefahr, dass Realschüler an andere Schulen abwandern. „Wir werden die nur halten können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“ Dazu gehöre auch die Lehrerversorgung, ergänzte Dietmar Strecke (CDU). Es sei nicht auszuschließen, dass Lehrkräfte sich an anderen Schulen bewerben und beispielsweise plötzlich Biologie nicht mehr unterrichtet werden könne. „Wir müssen heute Antworten einfordern und nicht erst, wenn es soweit ist“, forderte Strecke.

Ellen Stalljohann (SPD) warnte indes davor, das Thema zu breit zu treten. „Die Probleme sollten schulintern besprochen werden.“ Diese Praxis habe sich in der Vergangenheit auch schon in anderen Fällen bewährt. Überdies gebe es einen gut funktionierenden Lenkungskreis für die Gesamtschule.

Antrag der SPD: Das Aufgabengebiet des Lenkungskreises soll um die auslaufende Realschule und die Gemeinschaftshauptschule in Lotte erweitert werden. Überdies sollen die Elternvertreter aller drei Schulen in den Lenkungskreis einbezogen werden.

Grit Winkler, CDU-Ratsfrau und Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule, begrüßte die Idee. Zwischen den Zeilen geäußerte Kritik, die Eltern hätten das Thema unnötig in die Öffentlichkeit getragen , ließ sie aber nicht gelten. „Wir haben die Wege eingehalten, die einzuhalten sind.“ Wenn der Lenkungskreis sich um die Realschule kümmere, solle dieser auch einmal Zahlen hinterfragen: Wie könne es sein, dass von einem Schuljahr aufs andere ein Jahrgang 22 Schüler verliere, so Winkler.

Abgestimmt wurde über den SPD-Antrag nicht. Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer soll zunächst einen Beschlussvorschlag vorbereiten. Dazu gehören auch wohl Gespräche mit der Gemeinde Lotte. Denn zuständig sei schließlich nicht der Westerkappelner Rat, sondern der Schulzweckverband Lotte-Westerkappeln , hatte Ellen Stalljohann zuvor betont.