Besuch in Westerkappeln NRW-Bundesbank-Präsidentin Margarete Müller zu Gast

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Die Geile Warenautomaten GmbH war das erste Ziel von Margarete Müller, Präsidentin der Hauptverwaltung der Bundesbank in NRW (2. von links), wo sie mit Geschäftsführer Wolfgang Geile (links) und dessen Sohn Michael sowie Tochter Christine über Bargeld-Probleme sprach. Foto: IHKDie Geile Warenautomaten GmbH war das erste Ziel von Margarete Müller, Präsidentin der Hauptverwaltung der Bundesbank in NRW (2. von links), wo sie mit Geschäftsführer Wolfgang Geile (links) und dessen Sohn Michael sowie Tochter Christine über Bargeld-Probleme sprach. Foto: IHK

Steinfurt/Westerkappeln. Kleingeld kann eine Menge Ärger machen. Das hat jetzt Margarete Müller, Präsidentin der Hauptverwaltung der Bundesbank in Nordrhein-Westfalen, bei einem Besuch der Geile Warenautomaten GmbH in Westerkappeln zu hören bekommen.

Aber auch florierende Unternehmen, die für hohe Kaufkraft sorgen, und die Währungspolitik in der Euro-Zone bildeten den Erfahrungshorizont, den die Spitzenbankerin laut Mitteilung bei einer knapp 40 Kilometer langen Reise durch den Kreis Steinfurt erlebte.

Müller war am Dienstag auf Einladung und in Begleitung von Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord-Westfalen, in der Region unterwegs. Die Tour, auf der sich alles ums Geld drehte, habe sich mit seinen vier Stationen als abwechslungsreicher Praxisausflug in das Aufgabenspektrum der Bundesbankpräsidentin entwickelt.

Erste Station war die Geile Warenautomaten GmbH in Westerkappeln, laut Mitteilung Marktführer bei Warenautomaten, wie man sie von Bahnhöfen kennt. Für Geschäftsführer Wolfgang Geile ist das Bargeld, das seine bundesweit fast 7000 Automaten liefern, zu „einem spürbaren Kostenfaktor“ geworden.

Früher habe die Bundesbank einen kostenlosen Rundum-Service für das Bargeld-Handling geboten. „Das Geld kam einfach abgezählt in einen Sack mit einer entsprechenden Banderole“, erinnerte sich Geile. „Das Papier für die Rollen war umsonst.“ Aus Kostengründen sei dieser Service jedoch immer weiter abgebaut worden.

„Seit einigen Jahren versteht sich die Bundesbank im Bargeldverkehr als Großhändler“, erläuterte Müller die Auswirkungen der strategischen Neuausrichtung der Bundesbank im Kerngeschäftsfeld Bargeld. Dabei sorge die Bundesbank nach wie vor für eine hohe Qualität des umlaufenden Bargeldes und gewährleiste eine effiziente Bargeldversorgung über ein bundesweites Filialnetz, betonte die NRW-Präsidentin.

Sie zeigte nach IHK-Angaben Verständnis für die Situation des Unternehmers, erläuterte jedoch, dass „private Akteure wie Wertdienstleistungsunternehmen hier eine zunehmend wichtige Rolle spielen“.

Geile habe dagegen auf die hieraus resultierenden „hohen Kosten“ für die Weitergabe und den Transport des Bargelds hingewiesen. So koste es Gebühren, wenn die vorgeschriebenen Füllmengen der Normcontainer für Münzgeld nicht eingehalten werden.

„Ich mache inzwischen alles selbst“, sagte Geile; vom Zählen über das Einrollen und Einsacken bis zum Einschweißen in Plastiktüten: „Und trotzdem muss ich an jeder Ecke zahlen, sogar, wenn ich das Bargeld bei einer Bank vorschriftsmäßig abgebe.“ Geile weiß, dass er die Zeit nicht zurückdrehen kann, hat aber laut Mitteilung „das Gefühl, dass die ganzen Kosten bei uns abgeladen werden“.

Von Geile ging es ins Ringhotel Teutoburger Wald in Tecklenburg-Brochterbeck, wo Müller und Schulte-Uebbing zusammen mit IHK-Vizepräsident Gustav Deiters (Ibbenbüren) auf die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek (CDU) trafen. Insbesondere habe sich das Gespräch um die Sorge gedreht, dass dauerhaft niedrige Zinsen die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge entwerten.

Die speziellen Finanzierungsbedingungen, die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau aufgrund der langen Vorlauf- und Lieferzeiten benötigen, standen im Mittelpunkt der Gespräche bei Windmöller & Hölscher in Lengerich. Den Schlusspunkt der Tour im nördlichen Münsterland bildete laut Mitteilung ein Zusammentreffen mit dem Obmann der Sparkassen im Münsterland, Achim Glörfeld.

Die Informationen, die Müller nach eigenen Worten in „einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen des Landes“ gesammelt hat, seien sehr wertvoll für ihre Arbeit“. Für IHK-Hauptgeschäftsführer Schulte-Uebbing war es laut Mitteilung wichtig, dem Gast aus Düsseldorf zu zeigen, „dass das Münsterland ganz und gar nicht dem Klischee vom ländlichen Raum mit Pferd und Fahrrad entspricht, sondern dank einer starken mittelständischen Industrie einer der wichtigsten Wachstumsbringer für ganz Nordrhein-Westfalen ist.“


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