Abgerechnet wird am Schluss Erweiterung Industriegebiet Velpe: Bürgermeister zieht Bilanz

Von Frank Klausmeyer

Sozialversicherungpflichtig Beschäftigte in Westerkappeln. Grafik: Jürgen ChristSozialversicherungpflichtig Beschäftigte in Westerkappeln. Grafik: Jürgen Christ

Westerkappeln. Abgerechnet wird zum Schluss. Und das macht Bürgermeister Ullrich Hockenbrink (SPD) in diesem Kommunalwahljahr sicher besonders gerne, wenn es um das Industriegebiet Velpe geht. Mit der Ansiedlung des Logistikkonzerns DSV ist die vor 13 Jahren politisch höchst umstrittene Erweiterung quasi abgeschlossen. 750 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze seien dadurch in Velpe entstanden, sagt der Verwaltungschef, der im Zusammenhang mit dem Haushalt 2014 Bilanz gezogen hat.

„Mit allem Drum und Dran haben wir rund 4,065 Millionen Euro für das Industriegebiet Velpe ausgegeben“, rechnet der Westerkappelner Bürgermeister die Kosten für Grunderwerb, Erschließung und andere Posten zusammen. Darin inbegriffen seien auch die Zahlungen an die WestGkA, eine Management-Gesellschaft für kommunale Anlagen, die das rund 20 Hektar große Gebiet jahrelang treuhändisch für die Gemeinde verwaltete.

Den Ausgaben stehen aber auch Einnahmen gegenüber, wie Hockenbrink betont. Aus den Grundstücksverkäufen habe die Gemeinde rund 1,9 Millionen Euro erlöst. Knapp drei Millionen habe die Kommune bis Ende 2013 an Gewerbe- und Grundsteuern eingenommen. Hinzu kämen noch Gebühren für die Regenwasserkanalisation in einer Größenordnung von 200000 Euro. Unter dem Strich hat die Gemeinde nach Hockenbrinks Rechnung auf diese Weise bis jetzt ein Plus von gut einer Million Euro erzielt.

Und damit ist nach seinen Angaben das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Denn mit der Ansiedlung von DSV würden die Einnahmen aus Grund- und Gewerbesteuern weiter steigen. Und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe positive Auswirkungen auf den kommunalen Finanzausgleich. Für 450 Arbeitsplätze werde beispielsweise ein Bedarf von 150000 Euro angerechnet, betont der Bürgermeister. „Die Erweiterung des Industriegebietes Velpe war letztlich ein voller Erfolg. Die Gemeinde wird noch Jahrzehnte von den dort erfolgten Ansiedlungen profitieren“, zeigt sich der Verwaltungschef überzeugt.

Höchster Beschäftigungsstand seit 1997

2605 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gab es vergangenes Jahr in der Gemeinde Westerkappeln. Gegenüber 2012 bedeutet das ein Plus von 3,2 Prozent. Und es ist der höchste Stand seit 1997, als die Statistik der Agentur für Arbeit noch über 2900 solcher Jobs auswies. Danach sank die Zahl binnen eines Jahres auf rund 1800 Stellen. Dieser Einbruch ist aber rein statistischer Natur, weil plötzlich alle Arbeitsplätze von Coppenrath & Wiese, auch die in Westerkappeln, auf Mettingen gebucht wurden. „Vorher war es umgekehrt“, betont Bürgermeister Ullrich Hockenbrink. Mit der jetzt geglückten Ansiedlung des Logistikers DSV in Velpe werde die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in der Gemeinde um weitere 200 Stellen steigen, stellt der Verwaltungschef in Aussicht. Bezogen auf die Daten aus 2013, war der Großteil der Beschäftigten (1060) im Handel, Gastgewerbe und bei Speditionen oder anderen Unternehmen der Verkehrsbranche tätig. Auf Platz 2 in einer Statistik der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt folgt das produzierende Gewerbe mit 855 Stellen. fk