Kamerateam filmt den Alltag Westerkappeln: Dreharbeiten für Doku-Soap

Von Karin C. Punghorst

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Im Rollstuhl leben die Protagonistinnen der Doku-Soap. Ina Schallenberg (links) lernte die anderen Frauen auf der „Reha-Care“ in Düsseldorf kennen. Foto: ZDF/Frank W. HempelIm Rollstuhl leben die Protagonistinnen der Doku-Soap. Ina Schallenberg (links) lernte die anderen Frauen auf der „Reha-Care“ in Düsseldorf kennen. Foto: ZDF/Frank W. Hempel

Westerkappeln.Unter dem Titel „Ziemlich starke Frauen“ begleitet die Doku-Soap auf ZDF-Neo sechs Rollstuhlfahrerinnen im Alter von 20 bis 34 Jahren und zeigt, welchen Herausforderungen sie sich Tag für Tag stellen. Eine von ihnen ist Ina Schallenberg aus Westerkappeln.

Ein Freund hat sie auf das Projekt aufmerksam gemacht. Der Einstieg in das Bewerbungsverfahren lief über das Internet. „Keine 30 Minuten später, nachdem ich den ersten Bogen ausgefüllt und online verschickt hatte, riefen die mich auch schon an“, erinnert sich Ina Schallenberg.

Die Serie erzählt von ihren Träumen und Sehnsüchten, die sich kaum von denen der Fußgängerinnen unterscheiden, nur manchmal mit mehr Fantasie gemeistert werden müssen, schreibt der Fernsehsender in einer Pressemitteilung.

Für Ina Schallenberg folgten mehrere Telefoncastings und ein Videocasting. „Ich fand das alles mega-interessant, deshalb hab ich mich beworben.“ Das Interesse beruhte auf Gegenseitigkeit, die Westerkappelnerin bekam die Rolle.

Gedreht wurden unter anderem ein Friseurbesuch, ein Stadtbummel und im Büro auf der Arbeit. Filmisch festgehalten wurde auch ein Besuch in Düsseldorf mit den anderen Frauen auf der Messe „Reha-Care“. Ina Schallenberg erzählt vor laufender Kamera über ihr Leben im Rollstuhl. „Meine engsten Freunde und meine Familie haben mich dabei begleitet.“ Gefilmt wurde auch ein Tanzauftritt mit Michael Hull: „Das hat Spaß gemacht.“

Dem Fernseh-Projekt liegt zugrunde, dass in Deutschland rund jeder Vierte mit einer chronischen Erkrankung oder körperlichen Einschränkung lebt; über sieben Millionen gelten als schwerbehindert. In einer immer älter werdenden Gesellschaft werde die Zahl der Menschen mit Behinderung steigen, denn die meisten Behinderungen – über 95 Prozent – würden erst im Laufe des Lebens erworben. Dies gehe aus dem aktuellen Teilhabebericht der Bundesregierung hervor, so das ZDF weiter.

Gleichzeitig ist die Diskriminierung Behinderter in Deutschland nach wie vor groß. Laut aktuellem Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist der Diskriminierungsgrund „Behinderung“ mit 25 Prozent der meistgenannte. Besonders betroffen sind behinderte Frauen.

In „Ziemlich starke Frauen“ werden sie fünf Monate lang in ihrem Alltag begleitet: bei der Jobsuche, der Wohnungssuche und der Familienplanung. Mit ihnen gemeinsam kann der Zuschauer erleben, welche Träume sie haben, wie sie ihren Alltag gestalten, welche Entscheidungen sie für ihr weiteres Leben treffen und wie sie diese umsetzen. So gebe „Ziemlich starke Frauen“ eine unmittelbare und vorurteilsfreie Perspektive auf das Leben Behinderter in Deutschland und zeige, welche Barrieren bereits genommen wurden und welche es noch zu nehmen gilt auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft.

„Ziemlich Starke Frauen“ wird gesendet in Doppelfolgen am Donnerstag, 30. Januar, und am 6. und 13. Februar jeweils um 20.15 Uhr und 21 Uhr.


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