Bewegender Gottesdienst Brassband reißt Gläubige in Westerkappeln mit


WESTERKAPPELN. Im evangelischen Kirchenkreis Tecklenburger Land sind zurzeit zwei junge Männer aus Namibia zu Gast: Elias Richter und Aimee Hoaeb. In einem außergewöhnlichen Gottesdienst am Sonntagmorgen in der Westerkappelner Stadtkirche haben sich die beiden vorgestellt.

Besonders und bewegend war der Gottesdienst einmal mehr, weil die Brassband des Kirchenkreises die Musik beigesteuert hat. Pastor Reinhold Hemker berichtete zudem von der kürzlich stattgefundenen Reise der Brassband nach Namibia.

„Alle Eure Sorge werft auf ihn. Denn er sorgt für Euch!“ Unter dieses Wort des Apostels Paulus stellte Hemker zu Beginn den Gottesdienst. Die Menschen in Namibia sind oftmals mit anderen Nöten konfrontiert als die Menschen in Westerkappeln und Deutschland. Das Thema Armut griffen denn auch die beiden jungen Frauen auf, die kürzlich mit Hemker und anderen Verantwortlichen des Kirchenkreises in Namibia waren. Bei Linda Kellermeyer aus Westerkappeln und Studentin Eva Heuschen haben die beobachteten und erfahrenen Alltagsherausforderungen in Namibia Spuren hinterlassen. Das war den beiden Frauen anzumerken, als sie zur Gemeinde sprachen.

„Spuren hinterlassen“, war ein weiterer Gedanke, den Hemker in den Gottesdienst einbrachte. Das wurde besonders anschaulich als er einen geschnitzten Spazierstock aus Namibia zeigte. Dieser Stock sei in Namibia wohl nicht einmal besonders wertvoll und wegen etwaiger Mängel wohl kaum zum Verkauf geeignet. Für Hemker birgt der Stock aber einen besonderen Wert. „Das Kunstwerk“ gehört zu der Geschichte der Spuren seines Lebens.

Wichtig ist dem Geistlichen das Miteinander und die Gemeinschaft. „Liebe fällt nicht von Himmel, sondern entsteht durch Begegnung.“

Den beiden jungen Männern aus Namibia war anzumerken, dass sie aufgeregt waren. „My heart ist pumping“, sagte Elias Richter ins Mikrofon. Doch er stellte sich souverän der Herausforderung und erzählte, wie lecker das Essen und wie schön die Landschaft in Deutschland für ihn sind.

Zu den bewegenden Wortmeldungen des Gottesdienstes kamen die besonderen musikalischen Beiträge hinzu. „Nun danket alle Gott“ intonierten die Musiker feierlich. Bei dem Stück „We are marching in the life of god“ kamen einige der Aufforderung Hemkers nach und bewegen sich klatschend und rhythmisch zum Takt durch die Kirche. Ein Hauch der Stimmung namibianischer Gottesdienste wehte durch die Stadtkirche.

Die Brassband spielte unter der Leitung von Niklas Schulte, der Martin Ufermann vertrat, weil ein probenreiches Chorwochenende für den Kreismusikdirektor auf dem Programm stand. Bläser und Dirigent zeigten eindrucksvoll ihr Können bei einem schwungvollen Potpourri deutscher Kinderlieder. Das Medley hatte während der Reise durch Namibia begeisterte Zuhörer gefunden. Den eindrucksvollen Schlussakkord setzte eine Passage aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel.


Aus Freundschaft soll Partnerschaft werden: Verbindungen zwischen dem Tecklenburger Land und Namibia gibt es wohl schon mehrere Jahre. Pfarrer Reinhold Hemker wünscht sich, dass aus den Kontakten der Kirche und des hiesigen Deutschen Roten Kreuzes auch eine Städtepartnerschaft hervorgehen könnte. Die Kommune Khorixas habe Interesse bekundet, mit Westerkappeln eine Partnerschaft einzugehen, schildert Hemker im Anschluss an den Gottesdienst. Entsprechende Briefe seien von der Reise mitgebracht worden. Die Kommune hat rund 6900 Einwohner und liegt in der Region Kunene. Das ist die nordwestlichste der 14 Regionen Namibias mit einem großen Anteil an der Skelettküste und der Namibwüste, und direkt angrenzend an die in Angola liegende Provinz Cunene. Beide Regionen erhalten ihren Namen durch den Grenzfluss Kunene.

0 Kommentare