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Bunter Abend mit der CDU Westerkappelner Farbenlehre: Beim Grünkohlessen der Schwarzen war die Lieblingsfarbe Rot

Von Johannes Stein

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Westerkappeln. Allgemein gilt die Zahl 13 als Symbol für Unglück und Misserfolg. Anders am Freitagabend beim traditionellem Grünkohlessen der CDU Westerkappeln im Langenbrücker Hof. Zum 13. Mal in Folge hatten die Christdemokraten dazu eingeladen. Und mit rund 150 Gästen aus Westerkappeln und den Nachbargemeinden gab es fast einen Rekordandrang.

Durch kurze Ansprachen des Ortsvorsitzenden Hermann Tüpker und des hiesigen Landtagsabgeordneten Winfried Grunendahl wurde die Veranstaltung offiziell eröffnet. Hauptrednerin war an diesem Abend die Bundestagskandidatin der CDU Steinfurt, Anja Karliczek, die für den scheidenden Abgeordneten Dieter Jasper antritt. Die 41-jährige Politikerin aus Tecklenburg nutzte die Gelegenheit, um sich den Westerkappelnern erstmals persönlich vorzustellen und auch inhaltlich ihre politischen Themen darzulegen.

„Solide Finanzen und auskömmliche Haushalte sind mir ein großes Anliegen“, sagte Karliczek, die in ihrer Rede einen großen Bogen von der Familienpolitik über Nachhaltigkeit bis zur Finanzkrise und Europa spannte. „Zockerei, wie sie zulasten der Steuerzahler stattgefunden hat, brauchen wir definitiv nicht“, stellte die Diplom-Kauffrau fest. Weiterhin tue es ihr „persönlich weh“, wenn sie die Einstellung vieler Menschen betrachte, die Kinder als Einschränkung und wirtschaftliches Risiko sähen, denn das „Heranwachsen von Kindern“ sei das Schönste, was einen im Leben begleite.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dürfe jedoch nicht „auf die leichte Schulter genommen werden“, mahnte die dreifache Mutter. Sie plädiere aus diesem Grund für „flexible Angebote zur Kinderbetreuung“, aber auch für Akzeptanz für Eltern, die ihre Kinder zu Hause großziehen wollen.

Nach dem politischen Exkurs wurde die Hauptattraktion aufgetischt: Grünkohl, Brat- und Salzkartoffeln sowie große Wurstplatten mit Kassler, Mett- und Bratwurst.

Auch ein Grünkohlkönig wurde wieder gekürt – oder besser eine Königin: Die Verleihung übernahm der amtierende Grünkohlkönig Wilfried Hindersmann, der voll des Lobes für die neue Regentin Susanne Hehemann war. Hehemann, seit 2004 Fraktionsvorsitzende der CDU Westerkappeln, habe sich gerade im Bereich Haushalt und Finanzen in der Gemeinde hervorgetan. Die Königin dankte in ihrer kurzen Ansprache ihren Mitstreitern, die eine „tolle Truppe“ bildeten. Sie sei zwar nicht gerne am Steuer, lieber am Ruder, aber sie werde die Aufgabe mit Demut erfüllen und wahrnehmen. Tüpker bescheinigte ihr im Anschluss einen fairen Meinungsfindungsprozess und eine gute Gesprächsführung.

Für gute Unterhaltung sorgte am Freitag das Improvisorium, ein Improtheater aus Osnabrück. Die vier Darsteller heizten dem Publikum ordentlich ein und begeisterten mit flotten Sprüchen und abgedrehten Tanzeinlagen.

Auf die Frage nach der Lieblingsfarbe des Publikums kam die spontane Antwort: „Rot“, was den einen oder anderen rückblickend nachdenklich auf das eigentlich „schwarze“ Event blicken lässt. Das CDU-Grünkohlessen, so scheint es, ist schon längst ein Westerkappelner Event geworden, an dem nicht nur Anhänger der Christdemokraten Geschmack finden.


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