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Rat aktualisiert die Vergabekriterien Bauplätze in Westerkappeln sind heiß begehrt

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              <em>Es wird gebaut</em> in der Siedlung am Burgweg in Westerkappeln.Foto: Frank Klausmeyer</p>

Es wird gebaut in der Siedlung am Burgweg in Westerkappeln.Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln. Der Gemeinde Westerkappeln gehen die Bauplätze aus. Und just hat der Rat beschlossen, die Vergabekriterien für die kommunalen Grundstücke zu lockern. Wie geht das zusammen?

Die Vergabekriterien wurden zu einer Zeit eingeführt, als Bauplätze knapp waren. So wurde beim Verkauf darauf geachtet, ob die potenziellen Bauherren in Westerkappeln wohnen oder hier arbeiten. Auch Familien mit Kindern haben eine „Vorzugsbehandlung“ genossen. Am Burgweg gibt es sogar neben dem „Solar-Euro“ (2,50 Euro pro Quadratmeter) für jedes Kind zwei Euro Ermäßigung pro Quadratmeter. Wer bereits ein Haus in der Gemeinde besaß, musste sich jedoch bislang hinten anstellen.

Der Mangel an Bauplätzen ist nun neu definiert worden. „Wir haben in der Vergangenheit häufiger darüber diskutiert, ob unsere Vergabekriterien noch zeitgemäß sind“, erläutert Bürgermeister Ullrich Hockenbrink. Ergebnis der Überlegungen: Wer keinen Mangel hat, braucht auch keine Beschränkungen.

Allerdings gibt es derzeit nur noch wenige freie Grundstücke: Im kleinen Neubaugebiet am Burgweg stehen noch zwei zur Verfügung (voll erschlossen für 104 Euro pro Quadratmeter). Im jüngeren Baugebiet Brennesch 2 gibt es reges Interesse: Von den ursprünglich gut ein Dutzend Bauplätzen sind nur noch vier nicht vergeben. Dabei kosten die Grundstücke dort 21 Euro mehr pro Quadratmeter.

Zwei plus vier macht sechs Bauplätze. Bei diesem schmalen Angebot herrscht weiter Mangelverwaltung. Denn der Rat hat beschlossen, dass bei weniger als sieben freien Grundstücken die alten Vergabekriterien in Kraft bleiben. Mit einer Ausnahme: Wer bereits Baugrund oder ein Haus in Westerkappeln besitzt, kann sich künftig trotzdem Hoffnung auf einen Zuschlag machen. „Manche Bürger, vor allem ältere, haben jetzt vielleicht ein sehr großes Grundstück mit 250 Quadratmeter Wohnfläche und wollen sich kleiner setzen“, erläutert Hockenbrink die Hintergedanken bei der Neuregelung. Vorgeschrieben bei der Vergabe bleibe aber weiter die Selbstnutzung des Grundstücks. Ansonsten gelte das Windhundprinzip.

In der jüngeren Vergangenheit hat die Gemeinde nach Angaben des Bürgermeisters durchschnittlich fünf bis sechs Grundstücke im Jahr verkauft. Da kann sich jeder ausrechnen, dass die Kommune unter Zugzwang steht. Zumal: Im gültigen Flächennutzungsplan (FNP) wird mit einem – wenn auch moderaten – Bevölkerungswachstum gerechnet. Die Einwohnerzahl soll nach den Prognosen bis zum Jahr 2020 auf 12000 steigen (Stand 30. Juni 2010 = 11222). Nicht zuletzt wird Zuwanderung aus dem Osnabrücker Raum erwartet.

Dazu kommt: Die Gemeinde geht davon aus, dass der Trend zu kleineren Haushalten anhält. Vor etwa zehn Jahren teilten sich rechnerisch 2,7 Personen einen Haushalt, in acht Jahren soll die sogenannte Belegungsdichte auf 2,4 sinken. Das heißt: Es werden mehr Wohnungen gebraucht.

Im FNP hat die Gemeinde deshalb 60 Hektar zusätzliches Wohnbauland dargestellt, wobei die Flächen am Burgweg und am Brennesch schon berücksichtigt sind. Die Entwicklung werde sich künftig auf die Ortslage konzentrieren, betont der Bürgermeister.

Die Verwaltung steht nach seinen Angaben bereits in Verhandlungen über den Kauf von Flächen. Wo genau, will Hockenbrink nicht sagen, weil auch die Bebaubarkeit des Areals noch überprüft werden muss. Im FNP liegen die Schwerpunkte der neuen Bauflächen im Osten beidseits des Gartenmoorweges sowie im Süden im Bereich des Altenpflegeheimes.


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