Öffentlichkeit meist ausgeschlossen Missbrauchsprozess: Opfer aus Westerkappeln sagen aus

Von Frank Klausmeyer

Der Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern findet meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (Symbolbild)Der Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern findet meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (Symbolbild)
Silvia Marks/dpa

Westerkappeln/Münster. Ein 56-jähriger Mann soll zwei Kinder aus Westerkappeln und die eigene Enkeltochter sexuell missbraucht haben. Weil der Angeklagte schweigt, bleibt den mutmaßlichen Opfern eine Aussage vor Gericht nicht erspart.

Der Prozess gegen einen 56-jährigen Mann aus dem südlichen Westfalen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern ist in den vergangenen Tagen am Landgericht Münster in weiten Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt worden. Am zweiten Verhandlungstag machten dabei auch die mutmaßlichen Opfer aus Westerkappeln ihre Aussagen.

Kinder aus Westerkappeln

Der Angeklagte war mit den Eltern aus Westerkappeln bis zum Bekanntwerden der Vorfälle, die sich im Jahr 2015 ereignet haben sollen, eng befreundet. Er soll den damals 13 Jahre alten Sohn zunächst auf einem Campingplatz in Lienen und später bei einem Besuch der Familie in seinem Haus missbraucht haben. Danach soll er noch einmal bei einem Gegenbesuch in Westerkappeln an der zu der Zeit zehnjährigen Tochter sexuelle Handlungen vorgenommen haben. Obwohl der Mann wusste, dass ein Strafverfahren anhängig ist, soll er sich im Sommer 2019 an seiner Enkeltochter vergangen haben.

Auf Antrag der Nebenkläger, die die Opfer vertreten, wurde zu deren Schutz die Öffentlichkeit bei den Zeugenaussagen ausgeschlossen. Auch zwei Sachverständige, die Gutachten zur Glaubhaftigkeit der Kinder erstellt haben, wurden hinter verschlossenen Türen vernommen. Gehört wurden am dritten Prozesstag auch Familienmitglieder des 56-Jährigen.

In der kommenden Woche wird das Verfahren mit der Aussage einer Vernehmungsbeamtin fortgesetzt. „Dann soll es um den neuen Anklagevorwurf gehen“, erläutert Henning Barton, Pressesprecher am Landgericht Münster. Gehört werden solle auch die Enkelin des Angeklagten, die zum Tatzeitpunkt erst sechs Jahre alt war. Auch dann werde die Öffentlichkeit sicher ausgeschlossen, betont Barton.

Insgesamt sieben Verhandlungstage sind für das Verfahren vor der 1. Großen Strafkammer angesetzt. Nach jetzigem Stand soll das Urteil am 21. Dezember verkündet werden.


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