zuletzt aktualisiert vor

Neuer PEKiP-Kurs im September Nackte Babys bewegen sich lieber

Von Anke Beimdiek

Meine Nachrichten

Um das Thema Westerkappeln Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Westerkappeln. Für junge Eltern gehört das Wort „PEKiP“ zum Alltagsvokabular. Für die meisten anderen ist der Begriff jedoch ein echtes Fremdwort, das selbst in der ausgeschriebenen Variante „Prager Eltern-Kind-Programm“ rätselhaft bleibt. Andere wissen nur vage, dass es dabei um nackige Babys geht.

Am 13. September soll nun auch in Westerkappeln der erste PEKiP-Kursus starten. Katrin Brand, Erzieherin und seit zweieinhalb Jahren PEKiP-Referentin, leitet die wöchentlichen Treffen in der Praxis Dialog an der Alten Poststraße. Sie bietet den Kursus für die Familienbildungsstätte in Ibbenbüren (Fabi) an. Dort boomen PEKiP-Kurse schon seit einigen Jahren.

Doch was steckt denn nun hinter PEKiP? Kurz gesagt: Ein gutes halbes Dutzend nackter Babys krabbelt mit anderen nackten Babys einmal wöchentlich quietschvergnügt durch einen angenehm warmen Raum. Dass die Kinder komplett ausgezogen werden, ist wesentlicher Bestandteil von PEKiP. „Kinder, die nackig spielen, zeigen viel mehr spontane Bewegungen“, sagt Katrin Brand. Und das sei schließlich wichtig für die kindliche Entwicklung. Denn durch Bewegungen entdecke ein Kind seine Umwelt und lerne ständig hinzu.

Ab der vierten bis sechsten Lebenswoche können sich Eltern mit ihren Säuglingen in der PEKiP-Gruppe treffen. Die Babys sollten ungefähr gleich alt und die Gruppe nicht größer als acht Kinder sein. In den 90-minütigen Gruppenstunden erfahren Eltern, wie sie ihre Kleinen bereits in den ersten Wochen anregen können. Dabei gibt Katrin Brand Eltern die grundsätzliche Empfehlung: „Das, was wir spielend leicht können, und das, was uns viel zu schwer ist, reizt uns nicht – so ist es auch bei Kindern“.

Eltern lernen Hinschauen und Hinhören: Was macht dem Baby Spaß? Womit spielt es besonders gerne? Das muss im ersten Jahr nicht unbedingt ein teures Spielzeug sein. In ihre PEKiP-Gruppen nimmt Katrin Brand gerne eine Handvoll Schraubverschlüsse mit.

Die Gruppenstunden sollten keineswegs als „frühe Trainingseinheiten“ missverstanden werden: „Wir trainieren hier keine Muskeln.“ Es gehe darum, den individuellen Entwicklungsprozess eines Kindes intensiv zu begleiten. „Jedes Kind hat seinen ganz eigenen Rhythmus und besondere Verhaltensweisen.“ Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erleben von Bewegung, Spiel und Spaß, sagt die PEKiP-Referentin, die selbst Mutter von zwei Kindern ist.

Während der wöchentlichen Treffen können alle wichtigen Fragen, die Freude, Anstrengung und die Last mit dem Baby in der Gruppe besprochen werden. „Die Mütter knüpfen untereinander Kontakte, die zum Teil auch nach dem PEKiP-Kurs bestehen bleiben“, weiß die Erzieherin.

Selbst einige Krankenkassen halten PEKiP mittlerweile für so wertvoll, dass sie das Programm in ihren Leistungskatalog aufgenommen haben. „Die Kosten werden zum Teil bis zu 80 Prozent übernommen“, sagt Brand. Auch Karl-Heinz Homburg, Inhaber der Praxis Dialog, ist von PEKiP überzeugt: „Das passt in unser Angebot zur Frühförderung.“

Eine Frage bleibt noch: Wie ist es mit dem „kleinen“ und dem „großen Geschäft“, wenn acht Babys 90 Minuten lang mit blankem Popo durch einen Raum krabbeln? „Es wird alles sofort weggewischt“, sagt Katrin Brand schmunzelnd. „Meistens sind es ja nur kleine Pfützchen.“ Erfahrungsgemäß mache jedoch in der Regel in jeder Stunde immer auch ein Baby sein großes Geschäft.

In der PEKiP-Gruppe, die am 13. September startet, sind noch Plätze frei. Die Kinder sollten im Mai, Juni oder Juli geboren sein. Anmeldungen: Fabi, Telefon 05451/96440) oder Praxis Dialog, Tel. 05404/950673.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN