„Menschen brauchen Menschen“ „Caring Communities” Thema beim Frauenfrühstück

Von Dietlind Ellerich

Cornelia Coenen-Marx, Pfarrerin, Publizistin und Oberkirchenrätin i.R. der  EKD, sprach beim Frauenfrühstück im “Kuckucks-Nest” zum Thema “Caring Communities”. Foto: Dietlind EllerichCornelia Coenen-Marx, Pfarrerin, Publizistin und Oberkirchenrätin i.R. der EKD, sprach beim Frauenfrühstück im “Kuckucks-Nest” zum Thema “Caring Communities”. Foto: Dietlind Ellerich

Wallenhorst. „Wo ich dazu gehöre: Gemeinschaft leben – Nachbarschaft gestalten”, um die sogenannten „Caring Communities” als Leitbild für Gemeinden und Frauenarbeit. Über dieses Themengebiet sprach Cornelia Coenen-Marx vor mehr als 40 Frauen aus dem Kirchenkreis Tecklenburg in der Gaststätte „Kuckucks-Nest“ in Westerkappeln.

Der Ausschuss für Frauenfragen und die Evangelische Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Tecklenburg hatten die Referentin  eingeladen. Viele, nicht nur ältere Menschen, seien einsam, weiß die Pfarrerin, Publizistin und Oberkirchenrätin i.R. der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) aus ihrer langen Berufserfahrung. „Menschen brauchen Menschen, um zu gesunden”, macht sie deutlich. Viele sehnen sich nach Familie, die heute in vielen verschiedenen Modellen gelebt werde. Obwohl die Sorge – respektive Care-Arbeit, die oft in Familien stattfinde, sehr anspruchsvoll sei, sei sie unterbewertet, weil es nicht um die Herstellung eines Produktes oder eine Dienstleistung gehe, beklagt sie. 

Zerreißproben

Zudem seien Familien angesichts beruflicher Erwartungen und wachsender Mobilität erheblichen Zerreißproben ausgesetzt, beschreibt Coenen-Marx das Dilemma. „Wahlverwandtschaften”, aber auch Freundschaften und Nachbarschaften würden an Bedeutung gewinnen und zu „Caring Communities” für diejenigen werden, die keine Familie vor Ort haben und deren Familie die Sorge nicht leisten könne.

Sie seien zu einem internationalen Leitbegriff geworden, wenn es darum gehe, auf regionaler und lokaler Ebene Verantwortungsstrukturen neu zu beleben, führte die Referentin aus. Im Fokus stehe dabei „wechselseitige Unterstützung” und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – „für sich selber, für andere und auch für die gesellschaftliche Entwicklung”. Wichtig sei vor allem, rechtzeitig Netzwerke zu knüpfen und anderen Gutes zu tun, und nicht abzuwarten, bis man Hilfe benötige.

Wo der Schuh drückt

Coenen-Marx lud die Frauen dazu ein, sich an den Tischen über die Situation in ihren jeweiligen Lebensumfeldern auszutauschen und ihre Sorgen sowie Wünsche und Hoffnungen zu formulieren. In den ortsgemischten Runden trugen die Frauen zusammen, wo der Schuh drückt. Fehlende Begegnungsstätten und schlechte Busverbindungen scheinen in beinahe allen Kommunen ein Problem zu sein. Sie stellten aber auch fest, dass es in den meisten Orten viele Angebote in Sachen Kita und Schule, Sport und Musik, ein lebendiges Vereinsleben sowie Potenzial für „Caring Communities” gebe.


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