Großes Interesse an Information Sonderfahrten der Tecklenburger Nordbahn rege genutzt

Von Erhard Kurlemann

Am Haltepunkt Kuckucksnest stiegen die Bürgermeister aus Lotte, Westerkappeln, Mettingen und Recke und der Landrat gemeinsam aus der Tecklemnburger Nordbahn aus.Von links:  Rainer Lammers, Christina Rählmann, Dr. Klaus Effing, Annette Große-Heitmeyer und  Eckhard Kellermeier. Foto: Erhard KurlemannAm Haltepunkt Kuckucksnest stiegen die Bürgermeister aus Lotte, Westerkappeln, Mettingen und Recke und der Landrat gemeinsam aus der Tecklemnburger Nordbahn aus.Von links: Rainer Lammers, Christina Rählmann, Dr. Klaus Effing, Annette Große-Heitmeyer und Eckhard Kellermeier. Foto: Erhard Kurlemann

Tecklenburger Land. Voraussichtlich Ende des Jahres 2019 soll es neue Berechnungen geben, was die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn kostet. Darauf hat Landrat Dr. Klaus Effing am Sonntag im Kuckucksnest in Westerkappeln hingewiesen. Dort eröffnete er eine Wanderausstellung zum Projektverlauf und den relevanten Planungsschritten des Projektes.

Effing warb dafür, die „neuen Zahlen abzuwarten.“ Es sei wichtig für das Projekt, in den Dialog mit den Bürgern einzutreten und größtmögliche Transparenz zu erzielen. Effing erinnerte auch daran, dass „die Entscheidung letztendlich in Düsseldorf getroffen wird.“

Keine Absage an den Busverkehr

Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer sagte, eine Entscheidung für die Reaktivierung sei nicht gleichbedeutend mit einer Absage an den Busverkehr. „Die Zukunft der Mobilität ist auch ein Stück Lebensqualität“. Deshalb müsse ein Konzept entwickelt werden, in dem alle Komponenten aufeinander abgestimmt seien. Beide ermunterten die Gäste der Ausstellungseröffnung, auf bereitliegenden Kärtchen Fragen und Anregungen zu formulieren.

Gefühl wie in der Straßenbahn

Zuvor waren sie sowie die Bürgermeister von Lotte, Mettingen und Recke gemeinsam mit dem Wasserstoff getriebenen Zug am Haltepunkt Kuckucksnest ausgestiegen. „Eine Fahrt wie in einer Straßenbahn“, beschrieb Annette Groß-Heitmeyer ihr Gefühl. Eine Straßenbahn habe schnell etwas „Heimisches“. Sie gehe davon aus, dass für die Umsetzung auf die neueste Technologie, also Wasserstoff als Antriebsenergie – gesetzt werde.

Zuzugseffekt durch Reaktivierung?

Für Klaus Effing ist klar, „dass die Reaktivierung einen großen Zuzugseffekt für die Region“ auslösen werde. Zu den Zukunftsperspektiven gehöre eine vernünftige Anbindung an das Oberzentrum Osnabrück. Zur Gesamtbetrachtung gehöre auch, dass der volkswirtschaftliche Nutzen der Bahn nicht im Vorhinein messbar sei. „Das Geld ist verfügbar“, betonte der Landrat und versicherte, der Anteil der Kommunen an der Finanzierung sei „eher gering“.

Gegner thematisieren Kreuzungen

Auch die Gegner des Projektes hatten ihre Informationstafeln aufgebaut. Kreuzungen der Nordbahn etwa in Mettingen waren Thema. und der gestoppte Verkehrsfluss bei tastsächlichen 64 Fahrten pro Tag. Oder die Zahl der Fahrgäste, die mit „6000 pro Tag“ von den Befürwortern berechnet worden ist. Friedhelm Pösse, FDP-Ratsherr aus Lotte, machte auf die besondere Situation in Büren – Stichwort Strotheweg – aufmerksam. Er bezweifelte, dass die Nordbahn einen Vorteil habe gegenüber der jetzigen Direktverbindung der Buslinie R 11.

Benno Overmeyer, Gegner der Reaktivierung aus Mettingen, wies daraufhin, dass Straßen-NRW die vorgesehene Lösung für die Lkw-An- und Abfahrt von Coppenrath & Wiese als nicht zulässig eingestuft habe. Und FDP-Kreistagsmitglied Hans-Jürgen Streich forderte, das Geld besser in umweltfreundliche RVM-Busse zu investieren. „Da ist uns in der Fläche mehr geholfen“.

Ausstellung wandert durch die Rathäuser

Die Informationstafeln sollen jetzt in den Rathäusern der fünf Gemeinden gezeigt werden. Eine Zeitplan werde dazu in Kürze vorgestellt.

Am Sonntag jedenfalls nutzten viele Fahrgäste die kostenlose Möglichkeit, mit der Tecklenburger Nordbahn von Recke nach Büren und zurück zu fahren – mit einem wasserstoffgetriebenen Zug.

Ob das Interesse an der Tecklenburger Nordbahn immer so groß ist?


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