Experte informiert Westerkappelner Wenn der Strom fürs E-Auto direkt vom Dach kommt

Ob eine eigene Fotovoltaikanlage in Kombination mit einem E-Auto rechnet, ist vor allem abhängig davon, wann und wie das Fahrzeug genutzt wird. Foto: Gerhard SeybertOb eine eigene Fotovoltaikanlage in Kombination mit einem E-Auto rechnet, ist vor allem abhängig davon, wann und wie das Fahrzeug genutzt wird. Foto: Gerhard Seybert

Westerkappeln. Mit Solarstrom vom eigenen Dach das E-Auto betanken ist die klimafreundlichste Art, ein Elektrofahrzeug zu laden. Doch wie funktioniert das und für wen lohnt es sich?

Welchen Anteil des Stroms für ein E-Auto kann eine eigene Solaranlage liefern? Wie groß muss die Fotovoltaikanlage dazu sein? Wann macht ein Batteriespeicher Sinn? Welche Leistung benötigt die Ladestation? Diese und weitere Fragen beantwortete jetzt Hans-Jürgen Janning von der Verbraucherzentrale NRW in Westerkappeln. 

Tipp: Jetzt installieren

Da die Einspeisevergütung für Solarstrom kontinuierlich sinkt, lautet Jannings Empfehlung: „Wenn sie mit dem Gedanken spielen, eine Fotovoltaikanlage zu installieren, dann tun Sie es jetzt. Der Strompreis, den sie beim Anschluss bekommen, ist für 20 Jahre garantiert.“

Das sei die Lebensdauer, die PV-Anlagen mindestens haben. Man gehe allerdings von deutlich längeren Laufzeiten aus, bei denen auch Leistungsverluste nur gering ausfallen. Zudem rät der Experte, die gesamte Dachfläche zu nutzen, insbesondere wenn in Zukunft ein E-Auto damit geladen werden soll.

„Größere Flächen rentieren sich nicht nur schneller. Zudem fallen ein paar mehr Module preislich kaum noch ins Gewicht, wenn die Installationsarbeiten erst einmal im Gange sind“, meint der Experte, der auch als Architekt tätig ist.

Hans-Jürgen Janning informierte über die Verknüpfung von Solarstrom und E-Mobilität. Foto: Daniela Lepper

Die Verbraucherzentrale NRW bietet auf ihrer Internetseite einen Beispielrechner an, für wen sich PV-Anlagen in Kombination mit E-Mobilität lohnen. Das ist vor allem abhängig davon, ob man ein Pendlerfahrzeug, das vorwiegend tagsüber für den Weg zur Arbeit genutzt wird, oder einen Zweitwagen, der tagsüber geladen werden kann, nutzen möchte.

Problem beim Pendlerfahrzeug

Bei einem Pendlerfahrzeug mache unter Umständen ein Batteriespeicher Sinn. Rein finanziell betrachtet lohnen sich diese bisher aufgrund ihrer hohen Anschaffungskosten jedoch kaum.

Unerlässlich sei eine eigene Ladestation, für die Fördermittel vom Bund, vom Land NRW und teilweise auch von Kommunen und Energieversorgern beantragt werden können, erläutert Janning. Mit Ladeleistungen zwischen 3,7 und 22 kW könnten Fahrzeuge in zwei bis sechs Stunden aufgetankt werden.

Reicht die Reichweite?

Auf die Frage zu den Reichweiten der E-Autos, empfiehlt Janning, eine Zeit lang ein Fahrtenbuch zu führen, um zu vermerken, wie viele Kilometer man täglich zurücklegt und auch zu welchen Zeiten. „Das sind meist weniger, als man denkt. Denn die Deutschen fahren im Schnitt 45 Kilometer am Tag.“ Um diese Strecke bewältigen zu können, benötige man im Prinzip ein E-Auto mit einer Reichweite von lediglich 100 Kilometern, damit man im Winter bei Nutzung der Heizung beziehungsweise im Sommer bei Nutzung der Klimaanlage, die zusätzlich Strom benötigen, gut „über die Runden“ komme. Zu warten, bis Batterien in Zukunft Reichweiten von 500 Kilometern möglich machen, hält er nicht für sinnvoll.

Zum Vortrag eingeladen hatten die Gemeinde Westerkappeln und der Verein „energieland2050“ des Kreises Steinfurt.


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