Was man über Rollatoren wissen sollte Erntedankfrühstück der Landfrauen Westerkappeln/Wersen

Wie komme ich sicher über Schwellen und Stufen? Rollatorentrainerin Kirsten Fuhr erläuterte das ganz praktisch anhand der Kipphilfe. Foto: Christina HalbachWie komme ich sicher über Schwellen und Stufen? Rollatorentrainerin Kirsten Fuhr erläuterte das ganz praktisch anhand der Kipphilfe. Foto: Christina Halbach

Westerkappeln/Lotte. Wie bin ich mit meiner Gehhilfe sicher unterwegs? Rollatorentrainerin Kirsten Fuhr hat dazu jetzt Tipps beim Erntedankfrühstück des Landfrauenvereins Westerkappeln/Wersen gegeben.

85 Gäste ließen sich zuvor das Brunchbuffet auf der Diele des „Kuckucks-Nests“ schmecken. Das regnerische Wetter tat der guten Stimmung beim traditionellen Erntedankfrühstück keinen Abbruch: Zwischen reichhaltigem Frühstück und herbstlicher Ehrengabe bestimmte reger Austausch über die neuesten Neuigkeiten das Bild. 

Birgit Leyschulte, Vorsitzende der Westerkappelner Landfrauen, sorgte außerdem mit Geschichte und Gedicht rund um den für diese Jahreszeit typischen Apfelkuchen für den passenden Rahmen, bevor die Veranstaltung wie gewohnt in den informativen Teil überging: „Wir versuchen immer einen Aufhänger zu finden, dass die Teilnehmer mit einer vollen Wissenstasche nach Hause gehen“, erläuterte Leyschulte das bewährte Konzept.

Der richtige Umgang mit dem Rollator sei ein wichtiges Thema, würden doch Nutzer der praktischen Gehhilfe und solche, die noch mit dem Gedanken spielen, gleichermaßen angesprochen, findet die Landfrauen-Vorsitzende.

Mit Kirsten Fuhr hatten die Landfrauen eine Referentin ausgewählt, die das Thema Rollator zu ihrem Beruf gemacht hat. Mit einer Fortbildung zur Rollatorentrainerin in der Tasche kommt die Westerkappelnerin auf Anfrage ins Haus und unterstützt bei Modellauswahl, größengerechter Einstellung und richtigem Handling.

Ziel des Trainings ist vor allem, die gerade im Alter gefürchteten Stürze etwa durch Teppichkanten, lose Kabel und nasse Böden zu reduzieren, erläuterte Fuhr, die auch als Übungsleiterin für Seniorensport und Hochaltrige in Westerkappelner Vereinen im Einsatz ist.

Hilfreiches Instrument, um kleinere Hindernisse unfallfrei zu überwinden, ist ein Ausstattungsmerkmal, mit der einige, aber nicht alle Rollatoren ausgestattet sind: die Kipphilfe. Per pedes lässt sich damit die vordere Radachse des Rollators leicht anheben und die Gehhilfe dadurch sicher über Schwellen und Stufen bugsieren.

Ganz wichtig: die Nutzung der Handbremse: „Das ist das A und O bei der richtigen Nutzung eines Rollators“, betonte Fuhr. Eindrucksvoll verdeutlichte sie, wie eine vergessene Handbremse beim Aufstehen zu Stürzen mit schlimmen Folgen führen kann. Oft vernachlässigt werde außerdem die richtige Einstellung – erkennbar an hochgezogenen Schultern oder einer gebückten Haltung. Bei der Einstellung der Handgriffe gilt daher: „Aufrecht vor den Rollator stellen und Griffe auf Handgelenkshöhe einstellen.“

Fuhr stellte außerdem noch einiges an Zubehör vor, mit dem ein Rollator ausgestattet werden kann: So sind die Gehhilfen mit Korb oder Tasche, Klingel oder auch einer Schirmhalterung zu haben. In der dunklen Jahreszeiten sollte vor allem auf Reflektorenbänder nicht verzichtet werden.

Die Kosten für die Gehwagen, die von 70 Euro bis zu mehreren Hundert Euro zu Buche schlagen können, werden von der Krankenkasse nur mit einer Fallpauschale übernommen. Diese variieren nach Kasse und Bundesland etwa von 35 bis 149 Euro. Fuhr warnte dennoch davor, einen Rollator im Discounter zu erwerben: „Anders als im Fachhandel bekommen sie dort keine Ersatzteile oder ein Leihgabe, wenn ihre Gehhilfe repariert werden muss.“

Die Landfrauenvorsitzende Birgit Leyschulte ermutigte Teilnehmer im Anschluss, vorhandene Rollatoren zu nutzen: „Das gibt so viel Freiheit.“ Der Gehschwache sei dadurch viel weniger auf die Unterstützung von Familie und Freunden angewiesen


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN