Natur – Bewegung – Ankommen 100 Jahre Kultur- und Heimatverein Westerkappeln

Von Dietlind Ellerich

Man nennt ihn den Wanderwart: Das Amt gibt es beim Kultur- und Heimatverein Westerkappeln zwar gar nicht, Horst Dormann übernimmt gleichwohl die dafür typischen Aufgaben. An den Wanderungen schätzt er auch die oft herrlichen Aussichten.Foto: Kultur- und Heimatverein WesterkappelnMan nennt ihn den Wanderwart: Das Amt gibt es beim Kultur- und Heimatverein Westerkappeln zwar gar nicht, Horst Dormann übernimmt gleichwohl die dafür typischen Aufgaben. An den Wanderungen schätzt er auch die oft herrlichen Aussichten.Foto: Kultur- und Heimatverein Westerkappeln
Kultur- und Heimatverein Westerkappeln

Westerkappeln. Wanderungen und Fahrradtouren sind bei den Westerkappelner Heimatfreunden Programm. Nicht nur in Westerkappeln und der Region sind sie per pedes und per Rad unterwegs, auch weitere und längere Fahrten nutzen sie gerne, um wandernd und radelnd die Gegend zu erkunden.

Während Wanderungen schon fast seit der Vereinsgründung vor 100 Jahren bei den Mitgliedern groß geschrieben werden, stehen Radtouren erst seit drei Jahrzehnten auf der Tagesordnung.

Warum die Frauen und Männer des Kultur- und Heimatvereins seit fast einem Jahrhundert immer wieder gerne und auch ausdauernd wandern, bringt ein Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1956 auf den Punkt. „Diese Wanderung zeigte den Heimatfreunden ein schönes Fleckchen Erde unserer Westerkappelner Heimat. Alle kehrten begeistert mit dem Wunsch, recht bald eine weitere Wanderung zu machen, nach Hause zurück“, heißt es dort in dem Artikel, der auch in der Jubiläumsfestschrift veröffentlicht ist.

Nach der Anschaffung eines Wanderwimpels, der stets mitgeführt und von Kindern getragen wurde, entwickelte sich das Wandern beim Kultur- und Heimatverein Westerkappeln immer weiter. Foto: Archiv Kultur- und Heimatverein Westerkappeln

Vor mehr als 60 Jahren hatte der Verein dazu eingeladen, die „Westerkappelner Schweiz“ zu erobern. Vieles hat sich seitdem geändert, Menschen, die der Wegführung kundig sind, sind jedoch damals wie heute am Start, auf der Wanderung, vor allem aber im Vorfeld. Schließlich will eine solche Tour – zuweilen über Stock und Stein und beinahe immer mit einer wohlverdienten Rast – vernünftig geplant sein.

Vorstandsmitglied Horst Dormann ist so ein Mensch, der nicht nur gerne wandert, sondern auch in der Planungsphase die Strippen zieht. „Man nennt ihn den Wanderwart“, titelten die Westfälischen Nachrichten vor genau fünf Jahren und gaben in dem folgenden Text Einblick in die Vereinssatzung.

Dort ist von dem Amt des Wanderwarts nicht die Rede. Dass man Dormann dennoch so nennt, liegt wohl daran, dass er die wanderwarttypischen Aufgaben übernimmt. So zeigte er Flagge, als es galt, die Jubiläumswanderung gemeinsam mit dem Turn- und Handclub THC nicht nur mit vorzubereiten, sondern Mitte Juli die einzelnen Gruppen auf die verschiedenen Strecken zu schicken.

„Natur, Bewegung, Ankommen und Menschen, die mitkommen“ sind die vier Gründe für Dormanns Wander-Passion. Den Grundstein dafür legte er vor Jahrzehnten, als er mit Frau und Kindern sowie befreundeten Familien zu Wanderungen startete.

Auch heute ist für Dormann die Geselligkeit unterwegs wichtig. Gespräche über Politik und Krankheiten, über Gott und die Welt stehen bei den Westerkappelner Kultur- und Heimatfreunden hoch im Kurs.

Dass anlässlich des Jubiläums-Events der beiden Vereine vor wenigen Wochen auch Radfahrer an den Start gingen, versteht sich von selbst. Eine Radler-Gruppe hatte sich unter dem Dach des Kultur- und Heimatvereins erstmals vor 30 Jahren auf den Weg gemacht, die Region jenseits des fußläufig Machbaren zu entdecken, und schon bald ihren Horizont erweitert. Fahrten, bei denen die Räder auf dem Hänger zu weiter entfernten Startpunkten gebracht wurden, sowie mehrtägige Radtouren folgten. Der von Dieter Schubert selbst gebaute Hänger mache eine komfortable Reise der Räder möglich, so ist es in der Jubiläumsfestschrift zu lesen.

Nicht nur die Planung der Strecken ist für Radfahrer von Bedeutung, auch Kenntnisse, wie ein platter Reifen zu flicken ist, sind unterwegs von Vorteil.

Was gepflegte und gut ausgeschilderte Rad- und Wanderwege angeht, ist Westerkappeln bestens aufgestellt. Zu verdanken hat die Gemeinde das den Ehrenamtlichen des Kultur- und Heimatvereins, die sich unermüdlich für die Wanderwege des Cappelner Ringwegs, für mehrere Rundwege und den Radweg „RadelEi“ stark machen. Wegewarte sieht die Vereinssatzung übrigens ausdrücklich vor, und so machen sich aktuell sechs Männer dafür stark, dass Wandern und Radeln in Westerkappeln ein Vergnügen ist.

„Einfach dazu kommen und mitwandern“, rührt Dormann unermüdlich die Werbetrommel für die Wanderungen des Vereins. „Bei uns wird jeder gut aufgenommen“, lädt er Jung und Alt ein, sich den stets gut vorbereiteten Wanderungen und Radtouren anzuschließen. Das Versprechen gilt nicht nur im Jubiläumsjahr.


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