Alle Seiten zeigen guten Willen Mögliche Reaktivierung des Bahnhofs Velpe

Sie wollen sich für eine Reaktivierung des Bahnhofs in Velpe einsetzen und in den nächsten Wochen notwendige Maßnahmen dafür prüfen (von linls): Dennis Schmitz, Frank Sundermann (MdL), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Werner Lübberink, Michael Geuckler, Michael Jansen und Nils Winter. Foto: Wahlkreisbüro SundermannSie wollen sich für eine Reaktivierung des Bahnhofs in Velpe einsetzen und in den nächsten Wochen notwendige Maßnahmen dafür prüfen (von linls): Dennis Schmitz, Frank Sundermann (MdL), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Werner Lübberink, Michael Geuckler, Michael Jansen und Nils Winter. Foto: Wahlkreisbüro Sundermann

Westerkappeln/Münster. Der Bahnhof in Velpe hat das Zeug zu einem echten Mobilitätsknotenpunkt. Nur blöd, dass er stillgelegt ist. Das soll sich - geht es nach dem Willen des Westerkappelner SPD-Landtagsabgeordneten Frank Sundermann - ändern.

Der ehemalige Bahnhof Velpe liegt an einer Hauptverkehrsstrecke, die Amsterdam und Warschau miteinander verbindet. Wer nicht ganz so weit reisen möchte, wäre innerhalb kurzer Zeit in Osnabrück, Ibbenbüren, Rheine oder Hengelo. Jetzt haben sich laut einer Pressemitteilung des der SPD-Landtagsabgeordneten Frank Sundermann Vertreter aus der Landes- und Kommunalpolitik, der Deutschen Bahn sowie des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) in Münster an einen Tisch gesetzt, um eine mögliche Reaktivierung des Haltepunktes in Velpe zu prüfen.

„Letztlich geht es um zwei Minuten, die entweder durch eine Fahrplanänderung oder technische Umbauten erreicht werden müssen, um einen Halt der RB 61 in Velpe zu ermöglichen“, sagt Sundermann, der Landtagsabgeordneter für das Tecklenburger Land wie auch Fraktionsvorsitzender im Westerkappelner Gemeinderat ist.Das Treffen beim ZVM in Münster kam laut Mitteilung auf seine Initiative zustande. 

Das Thema ist nicht neu. „Seit über 15 Jahren ist immer wieder darüber diskutiert und geprüft worden, ob eine Reaktivierung des Bahnhofs in Velpe möglich ist. Bislang ohne Ergebnis“, bedauert Sundermann. Jetzt sei es erstmals gelungen, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, die außerdem der Meinung seien, dass sich ein erneuter Anlauf lohne.

Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG, Werner Lübberink, habe angeregt an, sich im Dezember dieses Jahres hierzu nochmals mit allen Beteiligten zu treffen, teilt Sundermann mit. Bis dahin wollten ZVM und DB prüfen, ob eine Fahrplanoptimierung zur Reaktivierung des Haltepunktes Velpe möglich ist.

Geschwindigkeit als Problem

Das größte Problem sei die Geschwindigkeit der Züge. „Bislang fahren die Züge auf der Strecke 140 Kilometer pro Stunde, eine Erhöhung der Streckengeschwindigkeit hätte aber hohe Investitionen in Bahnübergänge, Brücken sowie Lärmschutz zur Folge“, wird Dennis Schmitz von der DB Netz zitiert.

Michael Geuckler, Geschäftsführer des ZVM und Aufgabenträger einer möglichen Reaktivierung, habe jedoch großes Interesse daran, den Haltepunkt in Velpe, der Anfang der 1990er Jahre aufgegeben worden war, wieder aufzunehmen. Deshalb stimme er einer Überprüfung der technischen und fahrplanmäßigen Rahmenbedingungen durch das Kompetenzzentrum in Bielefeld mit Nachdruck zu: „Es gibt mehrere Möglichkeiten, die verbessert oder verändert werden können, wie zum Beispiel die Signaltechnik, die Anschlüsse, Bahnhofsveränderungen oder eine Änderung der Weichen. Hier müssen wir uns jede Kleinigkeit anschauen.“

Einig waren sich auch alle Teilnehmer des Gesprächs laut Mitteilung darin, im Zuge der geplanten Schließungen mehrerer Bahnübergänge in Velpe, eines neu eingerichteten Bahnübergangs sowie des Baus einer Unterführung der Tecklenburger Straße in Velpe durch ein sogenanntes Trogbauwerk die infrastrukturellen Voraussetzungen für den Bau des Bahnhofs vor Ort zu prüfen. Der Leiter des Bahnhofsmanagements in Münster, Michael Jansen, habe in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die Gegebenheiten vor Ort beispielsweise für zwei Außenbahnsteige nach dem Vorbild des Bahnhofs in Laggenbeck gegeben sein müssten.

Fahrgastzahlen ermitteln

Die Westerkappelner Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer will den Prozess der Reaktivierung nach Sundermanns Angaben auch dadurch unterstützen, indem eine aktuelle Erhebung über die potenziellen Fahrgastzahlen erstellt wird: „Seit der letzten Erhebung hat sich mit der Ansiedlung von Firmen wie Lidl und DSV sowie den Neubaugebieten einiges in Velpe getan.“ Außerdem sehe Große-Heitmeyer durch eine mögliche Reaktivierung des Haltepunktes weitere interessante und zukunftsweisende Entwicklungschancen für den südlichen Bereich des Gemeindegebietes.

Sundermann: „Die und aktuellen Diskussionen über Klimaschutz und klimaneutrale Mobilität sind ideale Rahmenbedingungen, um einen Haltepunkt an einer Hauptverkehrsstrecke wiederzubeleben. Außerdem wollen besonders immer mehr junge Menschen auf das Auto verzichten und lieber umweltschonend mit Bus und Bahn fahren.“ Eine Zuganbindung nach Ibbenbüren, Osnabrück und Rheine sowie darüber hinaus mache auch den Wohnort Velpe für Berufspendler und Studenten attraktiv.


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